Mutter und Sohn fassungslos
"Es bricht mir das Herz": 19-Jähriger rettet Kühe und wird Opfer von Vandalismus
Fotos: privat
28.10.2026 / GREBENHAIN -
"Es bricht mir das Herz" - mit diesen Worten wandte sich Nicole Henning am Samstagvormittag an unsere Redaktion. Ihr Sohn Florian wurde in Grebenhain-Bermuthshain (Vogelsbergkreis) Opfer von Sachbeschädigung - und das, obwohl er zehn Tiere vor dem Schlachter bewahrt hat. "Ich verstehe nicht, warum man einem 19-Jährigen das Leben so schwer macht", sagt die verzweifelte Mutter.
Florian ist derzeit Azubi zum Straßenwärter. Vor etwa einem Jahr hat er zehn Highland-Kühe aufgenommen, die vorm Schlachter gerettet wurden. Die Tiere hatten damals eine weitere Anfahrt aus der bayrischen Stadt Regensburg. "Statt sie schlachten zu lassen, kümmert es sich jetzt um sie. Für Flo sind es einfach kuschelige Tiere zum Liebhaben", erklärt die Mutter im Gespräch mit O|N.
Fassungslosigkeit, Sorgen und nächtliche Patrouillen
Erst im vergangenen Monat hat der 19-Jährige sein komplettes Monatsgehalt in die Herstellung von Siloballen investiert und diese wurden nun - wie im letzten Jahr bereits sein Heu - aufgeschnitten. Als sei das nicht schon genug, werden ihm zusätzlich " ständig Reifen zerschnitten - an Wasserfässern und anderen Anhängern". Auch der Zaun der Rinde wurde aufgetrennt und die Tiere mussten wieder eingefangen werden. Sowohl Mutter als auch Sohn zeigen sich fassungslos. "Der Schaden liegt bei etwa 3.000 Euro - und das bei seinem Azubi-Gehalt." Doch das ist leider nicht alles: Die 44-Jährige hat seitdem keine ruhige Nacht mehr. "Ich fahre nachts sozusagen Streife, um nach den Tieren, den Ballen und den Zäunen zu schauen. Mich macht das einfach traurig. Das ist doch nicht der Sinn, wenn man sich freiwillig um die Tiere kümmert." Ermittlungen laufen - Hoffnung bleibt
Alle diese Vorfälle sind der Polizei gemeldet - das bestätigte auch das Polizeipräsidium Osthessen auf O|N-Nachfrage. "Es läuft eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung und die Ermittlungen laufen", so Pressesprecher Marc Leipold über die 17 zerstörten Siloballen. Der Tatzeitraum liegt zwischen Sonntag, 18. Oktober, und Freitag, 23. Oktober.