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Außergewöhnliche Doppelausstellung

Krokodil trifft Krokodil: Modelleisenbahnen und exotische Tiere im Tümpelgarten

Im Tümpelgarten beeindruckte eine exotische Doppelausstellung die Gäste.
Fotos: Marvin Hucke

25.10.2026 / FULDA - Wenn Schweizer Krokodile über die Schienen rollen und nur wenige Meter entfernt echte Reptilien auf Besucher warten, dann ist im Fuldaer Tümpelgarten wieder so einiges los. Unter dem Motto "Krokodil trifft Krokodil" lädt der Aquarien- und Terrarienverein "Scalare" an diesem Wochenende gemeinsam mit der Modelleisenbahn-AG der Ulstertalschule Hilders zu einer außergewöhnlichen Doppelausstellung ein. Zum Abschluss der diesjährigen Ausstellungssaison treffen auf dem Vereinsgelände in der Maberzeller Straße faszinierende Miniaturwelten auf exotische Tiere.



Kleine und auch schon etwas größere Besucher können nicht nur detailreiche Modelleisenbahnanlagen bestaunen, sondern zugleich die vielfältige Tierwelt des Tümpelgartens kennenlernen. Für die Eisenbahnfans stehen unter anderem die berühmten Schweizer Krokodillokomotiven im Mittelpunkt, während Tierfreunde echte Kubakrokodile, Schlangen, Warane, Vogelspinnen und zahlreiche Fische aus nächster Nähe betrachten können.

Eine ungewöhnliche Kooperation mit langer Geschichte

Wie es zu der besonderen Verbindung zwischen Modelleisenbahnen und Reptilien kam, erklärte Christian Redweik, erster Vorsitzender des Vereins "Scalare". Die Idee entstand bereits vor rund 18 Jahren, als der Modelleisenbahn-Club Fulda beim Verein anfragte, ob er eine größere Anlage auf dessen Gelände präsentieren könne.

"Ich habe damals an eine Gartenbahn gedacht", erinnerte sich Redweik. Schnell habe sich jedoch herausgestellt, dass die Modellbahner ihre Anlage lieber im Gebäude aufbauen wollten, da die Schienen einen möglichst geraden und ebenen Untergrund benötigten.

Also entschied man sich kurzerhand für ein eigenes Ausstellungswochenende. Der ungewöhnliche Titel war schnell gefunden: Das sogenannte Schweizer Krokodil zählt zu den bekanntesten Lokomotiven unter Eisenbahnliebhabern. Da im Tümpelgarten auch echte Krokodile leben, entstand das Motto "Krokodil trifft Krokodil".

Über viele Jahre wurde die Veranstaltung gemeinsam mit dem Modelleisenbahn-Club Fulda organisiert. Seit drei Jahren übernimmt nun die Modelleisenbahn-AG der Ulstertalschule Hilders einen wesentlichen Teil der Ausstellung. Grund für den damaligen Wechsel war ein Umzug des Fuldaer Modellbahnclubs, der den Aufbau einer großen Anlage vorübergehend unmöglich machte.

Miniaturwelten mit Dampf und jeder Menge Technik

Besonders eindrucksvoll ist die große H0-Modulanlage der Schul-AG. Die aus zahlreichen Einzelteilen zusammengesetzte Eisenbahnlandschaft benötigt nicht nur viel Platz, sondern auch erheblichen Aufwand beim Aufbau. Auf den verschiedenen Strecken verkehren unterschiedliche Züge, während ein integriertes Car-System zusätzlich für Bewegung auf den Straßen der Miniaturwelt sorgt. Daneben sind weitere Kleinanlagen und liebevoll gestaltete Dioramen zu sehen.

Eine technische Besonderheit ist in diesem Jahr eine Lokomotive, die tatsächlich mit echtem Dampf betrieben wird. Auch an die jüngsten Besucher wurde gedacht: An einer eigenen Anlage dürfen Kinder selbst die Steuerung übernehmen und die Modellzüge auf ihre Reise schicken.

Exotische Bewohner hinter Glas

Doch nicht nur Eisenbahnenthusiasten kommen im Tümpelgarten auf ihre Kosten. Auch die Aquarien und Terrarien des Vereins laden zu einer Entdeckungsreise durch die Tierwelt ein.

In den teilweise bis zu 4.500 Liter fassenden Aquarien tummeln sich zahlreiche Fischarten aus den Gewässern ferner Länder. Daneben beherbergt die Ausstellung verschiedene Reptilien, darunter Schlangen, Schildkröten, Warane und die namensgebenden Kubakrokodile. Erst kürzlich erhielt der Tümpelgarten zudem tierischen Zuwachs: Drei junge Bartagamen und ein Teju (eine Echse aus der Familie der Schienenechsen) sind neu in das Ausstellungsgebäude eingezogen.

Jugendarbeit soll Respekt vor der Natur vermitteln

Der Aquarien- und Terrarienverein zählt nach Angaben seines Vorsitzenden derzeit rund 120 Mitglieder. Dabei engagieren sich längst nicht nur Menschen, die selbst Aquarien oder Terrarien besitzen. Auch bei der Pflege des Vereinsgeländes oder der Organisation von Veranstaltungen helfen zahlreiche Mitglieder tatkräftig mit. Besonders am Herzen liegt Redweik die Nachwuchsarbeit. "So ein Hobby wie Aquaristik und Terraristik schult den Respekt für das Leben und natürlich auch das Umweltbewusstsein", erklärte er.

In der Jugendgruppe lernen Kinder und Jugendliche deshalb nicht nur den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren kennen, sondern werden auch selbst kreativ. Gemeinsam bauen sie beispielsweise Vogelhäuser oder Terrarien, veranstalten Zeltlager auf dem Vereinsgelände und untersuchen die Tierwelt im vereinseigenen Tümpel.

Zwei bis drei engagierte Vereinsmitglieder kümmern sich regelmäßig um die Nachwuchsgruppe und organisieren ein- bis zweimal monatlich entsprechende Aktivitäten.

Letzte Ausstellung vor der Winterpause

Mit der Doppelausstellung endet zugleich die diesjährige Besuchersaison im Tümpelgarten. Nach dem Wochenende schließt das Vereinsgelände seine Pforten bis zum Karfreitag 2027. In der Zwischenzeit sind verschiedene Umbaumaßnahmen geplant, die den Ausstellungsbereich künftig noch attraktiver machen sollen.

Wer die besondere Mischung aus faszinierender Technik und exotischer Tierwelt noch erleben möchte, hat dazu nochmal am Sonntag von 10 bis 17 Uhr Gelegenheit. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls bestens gesorgt.

So bietet das Wochenende nicht nur Gelegenheit zum Staunen, sondern auch zum Fachsimpeln und gemütlichen Beisammensein – ganz gleich, ob die persönliche Leidenschaft nun den kleinen Eisenbahnen oder den großen und kleinen Bewohnern der Aquarien und Terrarien gilt. (Marvin Hucke) +++

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