✕

Seit Mai vier sichere Wolfsnachweise

Wolfsriss bei Rupsroth? Das sagt Hessen Forst zur O|N-Leserzuschrift

Vergangene Woche erreichte unsere Redaktion eine besorgniserregende Nachricht: Eine Leserin vermutete einen Wolfsriss bei Hilders-Rupsroth.
Symbolfoto: O|N/Mathias Schmidt

24.10.2026 / HILDERS (RHÖN)/REGION - Vergangene Woche erreichte eine besorgniserregende Nachricht die Redaktion: Eine Leserin vermutete einen Wolfsriss bei Hilders-Rupsroth (Kreis Fulda). "Hallo, ich war am Sonntag mit meinem Hund in Rupsroth unterwegs. Dabei wurde ich Zeugin, wie ein angefressenes Reh abgedeckt wurde. Es lag direkt am Radweg, 100 Meter zum Ort und 200 Meter zum Spielplatz", heißt es von der Leserin.



Um für Klarheit zu sorgen - und keine Panik zu erzeugen - fragte OSTHESSEN|NEWS beim Landesbetrieb Hessen Forst an. So macht Pressesprecher Moritz Frey deutlich: "Bislang wurde dem Wolfszentrum Hessen noch keine Meldung über einen Wolfshinweis aus der Gemeinde Hilders gemacht, der nach bundeseinheitlichen Standards als sicherer Nachweis gilt. Das Ergebnis der Genanalyse des uns am 11. Oktober 2026 gemeldeten Wildtierrisses in der Gemeinde Hilders steht derzeit noch aus."

Und wie geht es mit diesem Fall weiter? "Zunächst muss auf das Genergebnis gewartet werden, um eine mögliche tatsächliche Wolfspräsenz zu bestätigen. Grundsätzlich meiden Wölfe Menschen, aber keine menschlichen Strukturen. Es ist möglich, dass der Wolf Bauten wie einen Spielplatz nicht als von Menschenhand entstandenen Ort wahrnimmt. Dennoch möchten wir darum bitten, keine Essensreste an besagtem Spielplatz zurückzulassen. Dies kommt auch anderen Waldbewohnern zugute", so Frey. Zudem macht er deutlich: "Wir möchten darauf hinweisen, dass es aus fachlicher Sicht keinen Grund gibt, auf die Durchführung von Spaziergängen und Gassigehrunden zu verzichten."

Auch am 13. September sei ein solcher Wolfsriss im Landkreis Hersfeld-Rotenburg aufgetaucht. Dazu sagt Frey: "Dem Wolfszentrum Hessen wurde an besagtem Tag ein Wildtierriss mit Verdacht auf Wolfsübergriff im Landkreis Fulda gemeldet. Eine ehrenamtlicher Wolfsberater war am selben Tag vor Ort um den Fall zu dokumentieren und DNA-Proben zu nehmen. Das Ergebnis der genetischen Analyse steht noch aus."

Seit Mai vier sichere Wolfsnachweise

Unabhängig von der Leserzuschrift in der vergangenen Woche wurden dennoch im aktuellen Monitoringjahr - seit dem 01. Mai 2026 - vier so genannte C1-Nachweise, also sichere Wolfsnachweise, im Landkreis Fulda bestätigt. "Bei zwei Nachweisen handelt es sich um Gennachweise eines Rüden und eines seiner Söhne des Rudels Wildflecken auf Grund von Losungsfunden. Im bundesweiten Wolfsmonitoring wird das Rudel auf bayrischer Seite gezählt, hat aber den Status 'grenzübergreifend' erhalten. Nachweise auf hessischer Seite kommen ab und zu mal vor", erklärt Frey.

Auf Nachfrage von O|N macht Hessen Forst klar, dass das Wolfszentrum Hessen die Situation weiterhin beobachtet. "Die Bevölkerung kann den Prozess unterstützen, indem Sie alle Hinweise auf eine Wolfspräsenz über unser Online-Meldesystem meldet. Dort werden Sie durch einen detaillierten Fragenkatalog geführt und wir erhalten alle für das Monitoring wichtigen Informationen. Die Meldung ist auch anonym möglich", so der Pressesprecher.

Das rät Hessen Forst bei einer Wolfsbegegnung

Allgemein sei zu beachten, dass es überall in Hessen möglich ist, auf einen Wolf zu treffen. Dabei möchte Hessen Forst hervorheben, dass von Wölfen keine größere Gefahr ausgeht, als von anderen Wildtieren - wie Wildschweinen oder von Haushunden, die sich außerhalb des Einwirkungsbereichs ihres Halters oder ihrer Halterin befinden. Laut Frey reagieren Wölfe bei Begegnungen meist ruhig: Statt sofort zu flüchten, bleiben sie häufig stehen, um die Situation einzuschätzen. Vor allem Jungtiere, die Laien oft nicht von erwachsenen Tieren unterscheiden können, verweilen einen Moment und beobachten ihre Umgebung. Erst danach ziehen sie in der Regel in gemäßigtem Tempo weiter. Der Pressesprecher gibt Tipps.

Empfehlungen bei einer Wolfsbegegnung:
Zudem sollte man folgende Verhaltensregeln beachten:
Nach aktuellem Stand ist klar: Wolfsbegegnungen sind selten - und größtenteils unspektakulär. Hessen Forst mahnt dabei zu Ruhe, Aufmerksamkeit und verantwortungsvollem Verhalten. Wer Hinweise meldet und die empfohlenen Regeln beachtet, hilft dabei, die Tiere besser zu schützen und zugleich mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen. So kann ein respektvolles Miteinander von Mensch und Wolf in Osthessen gelingen. (mis) +++

X