An Ortseingängen und am Rathaus
Ein Zeichen für die Truppe: Schlitz bekommt die Gelbe Schleife
Fotos: Christoph Blum
22.10.2026 / SCHLITZ -
Der Vogelsbergkreis hat sie bereits bekommen, Herbstein ebenfalls und in Neuhof war die Delegation erst im September. Am Donnerstag bekam nun auch die Burgenstadt ihre Gelbe Schleife. Am Vormittag überreichten Oberst der Reserve Christoph Seifert, Hauptmann a. D. Martin Würz und Hauptmann der Reserve Dr. Marcello Camerin das Solidaritätszeichen für Soldatinnen und Soldaten im Rathaus. Sie kamen für die Division Schnelle Kräfte in Stadtallendorf und ihren Förderverein. Die Schilder sollen künftig an den Ortseingängen und am Rathaus angebracht werden. Fast der komplette Magistrat war zur Übergabe gekommen.
Die angebliche Geschichte hinter dem Symbol erzählt Christoph Seifert im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS so: Ein Soldat schrieb seiner Frau einen Brief, als er wusste, dass er nach Jahren aus dem Krieg zurückkehren würde. Darin stelle er die Frage, ob sie ihn denn überhaupt noch zurück wolle. Wenn ja, sollte sie eine gelbe Schleife an einen Baum hängen. Sähe er dort keine, wäre er weitergegangen.
Hinter den Übergaben in der Region steht der Förderverein Stab Division Schnelle Kräfte e. V. aus Stadtallendorf. Der Verein wurde 2012 gegründet. Zu seinen Gründungsmitgliedern gehört der Wirtschaftswissenschaftler und Hauptmann der Reserve Marcello Camerin. Gemeinsam mit Vertretern der Division übergibt er die Gelbe Schleife an Kommunen, Landkreise, Unternehmen und Vereine, die sich öffentlich zu den Menschen in Uniform bekennen. Schlitz erhielt demnach am Donnerstag die 144. Gelbe Schleife des Fördervereins.
Die sichtbaren Zeichen sind nur ein Teil der Vereinsarbeit. Würz beschreibt drei Schwerpunkte: Nothilfe, Solidarität und das Gedenken an verstorbene Kameraden. Wenn Soldaten oder ihre Familien unverschuldet in Not geraten, soll der Verein eine erste Unterstützung ermöglichen, bis weitere Hilfen greifen. In einzelnen Fällen kann das innerhalb von 24 Stunden gelingen. Diese Hilfe geschehe bewusst diskret, betont Würz.
ums Leben, ebenso wie die beiden Piloten des Kampfhubschrauberregiments 36 aus Fritzlar, die am 26. Juli 2017 beim Absturz eines Tiger-Hubschraubers in Mali starben. Hinter der Schleife stehen für Würz auch diese Namen und Erinnerungen.
Siemon, selbst Reserveoffizier, kam beim Blick auf die Uniformen über seine eigene Dienstzeit in Schwarzenborn ins Erzählen. Als dann den Offizieren am Ende noch ein typisches Schlitzer Getränk überreicht wurde, erinnerte sich Würz daran, was man als junger Soldat im Vogelsberg so getrunken habe – Schlitzer Kümmel natürlich. (Christoph Blum) +++