Neues vom Franziskanerkloster
Gut Bier braucht Weile: Brauerei-Neubau am Kreuzberg verzögert sich
Fotos: Mathias Schmidt
22.10.2026 / BiSCHOFSHEIM -
Auf dem Kreuzberg bei Bischofsheim in der bayerischen Rhön wird weiter fleißig gebaut. Die neue Brauerei des Franziskanerklosters nimmt zunehmend Gestalt an. Doch bis das erste Bier aus der modernen Anlage fließt, müssen sich Besucher noch gedulden. Die ursprünglich für 2026 vorgesehene Inbetriebnahme verschiebt sich voraussichtlich auf 2027. Im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS erklärt Geschäftsführer Christian Weghofer, warum sich die Arbeiten verzögern und worauf sich Bierliebhaber künftig freuen dürfen.
Technisch Ende 2026 fertig - doch wann gibt es das erste Bier?
"Die technische Fertigstellung ist im Dezember 2026", erklärt Geschäftsführer Christian Weghofer. Allerdings bedeutet das noch lange nicht, dass die neue Anlage unmittelbar danach ihren Betrieb aufnehmen kann. "Eine Brauerei ist ja heute eine hochtechnische Anlage, da muss alles eingestellt werden", verdeutlicht er. Für den anschließenden Probebetrieb rechnet Weghofer mit einem Zeitraum von etwa einem halben Jahr. Schwierige Wetterbedingungen bremsen den Neubau
Dass sich das Bauvorhaben für die rund 541 Quadratmeter große Grundfläche verzögert, hat verschiedene Gründe. Einer davon ist die besondere Lage des Kreuzbergs. Die Witterungsbedingungen auf dem Berg stellen die beteiligten Unternehmen immer wieder vor Herausforderungen. "Wir mussten im letzten Winter den Tiefbau stillstellen, weil es wegen des Wetters nicht mehr möglich war weiterzuarbeiten. Der Hochbau konnte damit nicht beginnen", erklärt er. "Können bis zu 15.000 Hektoliter Bier im Jahr brauen"
Mit dem Neubau soll die Brauerei nicht nur technisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Auch die Produktionskapazität wird deutlich erhöht. "Wir können dann 15.000 Hektoliter Bier im Jahr brauen", berichtet der Geschäftsführer. Das seien rund 5.000 bis 6.000 Hektoliter mehr als bislang. Für Bierliebhaber dürfte vor allem die künftig größere Sortenauswahl interessant sein. Ohne Neubau hätte langfristig die Schließung gedroht
Für den Geschäftsführer ist die Investition in die neue Brauerei ein notwendiger Schritt, um die Zukunft der traditionsreichen Braustätte zu sichern. Die bisherige Anlage sei technisch in die Jahre gekommen und habe einen erheblichen Investitionsstau aufgewiesen. "Entweder du machst ein Investment oder du machst keines. Wenn du keines machst, dann musst du schließen, das ist Fakt", erklärt Weghofer deutlich. Irgendwann hätte die alte Technik schlicht nicht mehr mitgespielt. Bei der Umsetzung des Neubaus setzt das Kloster bewusst auf Unternehmen aus der Region. Mit der Zusammenarbeit ist Weghofer zufrieden. "Sie ist reibungslos". Das Projekt habe schließlich eine besondere Bedeutung für alle Mitwirkenden. "Die Brauerei am Kreuzberg wird in den nächsten 50 Jahren nicht nochmal neu gebaut", ist sich der Geschäftsführer sicher. Trotz Baustelle: Besucherzahlen wieder auf Vor-Corona-Niveau
Während auf dem Kreuzberg gebaut wird, läuft der Gastronomie- und Wallfahrtsbetrieb weiter. Und der Geschäftsführer zieht gegenüber O|N für das bisherige Jahr eine positive Bilanz. "Vergleichsweise sind wir wieder dort, wo wir vor Corona waren. Trotz der Baustelle haben wir auch einen guten Besucherstrom." Besonders stark besucht sei der Kreuzberg im Frühjahr und Sommer. Auch der September gehöre durch die zahlreichen Wallfahrten und Wanderer zu den wichtigsten Monaten. "Einzigartiges Kloster" soll für die Zukunft gerüstet werden
Bei allen Veränderungen soll der Kreuzberg seinen traditionellen Charakter behalten. Für Weghofer macht gerade die Verbindung aus Kloster, Gastronomie, Wallfahrt und Natur den besonderen Reiz des Ortes aus. "Wir haben ein einzigartiges Kloster hier", sagt der Geschäftsführer. Auch die fünf Franziskanermönche, die derzeit im Kloster leben, prägen den Kreuzberg. Sie übernehmen unter anderem die Wallfahrtsseelsorge, feiern Gottesdienste und kümmern sich um die Menschen vor Ort. Mit dem Neubau der Brauerei soll nun ein wichtiger Teil dieser Tradition langfristig gesichert werden.