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Wiederwahl mit 94,3 Prozent

Deutschlandtag der Jungen Union: Johannes Winkel (34) mit Rekordergebnis

Johannes Winkel, mit großer Mehrheit wiedergewählter Bundesvorsitzender der Jungen Union Aufnahmedatum 16.10.2026 Bildnachweis picture alliance / Chris Emil Janßen | chris.emil-janssen.de
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17.10.2026 / BONN - Der bisherige Vorsitzende der Jungen Union, der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Winkel, ist auf dem Deutschlandtag in Bonn mit einem Rekordergebnis wiedergewählt worden. Der 34-Jährige bekam so viel Zustimmung wie nie zuvor. Bei seiner Rede sparte der alte und neue Vorsitzende nicht mit Kritik am Zustand der Mutterpartei, die Lage sei sehr ernst. Winkel betonte die Eigenständigkeit des Parteinachwuchses der Union: "Wir machen unser eigenes Ding."



265 der abstimmungsberechtigten Delegierten stimmten beim Deutschlandtag in Bonn für Johannes Winkel, der ohne Gegenkandidat angetreten war. Bei zwei Enthaltungen votierten nur 16 gegen ihn. Das ist eine Zustimmungsquote von
94,3 Prozent. Damit toppte Winkel noch das Wahlergebnis von 2024, als er 90,5 Prozent der Delegiertenstimmen bekommen hatte. Bei seiner ersten Wahl 2022 waren es 87 Prozent. Die Jugendorganisation der CDU hat nach eigenen Angaben rund 90.000 Mitglieder und ist der größte politische Jugendverband in Deutschland und Europa.

Natürlich waren der Absturz der Union bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern und die miserablen Umfragewerte der CDU Thema bei der Rede des neuen Bundesvorsitzenden in Bonn. Der 34-Jährige machte sich aber trotz der desaströsen Lage für Zuversicht und Selbstbewusstsein seiner Partei stark. "Unsere Generation hat mit dieser Union noch einiges vor. Wir werden diejenigen sein, die die Geschichte der Volkspartei von CDU und CSU erfolgreich weiterschreiben. Unser Land braucht wieder mehr Mut zu Reformen. Unsere Union muss diesen Mut verkörpern. Und die junge Generation muss bereit sein, dabei Verantwortung zu übernehmen", propagierte Winkel.

Kritik an rückwärtsgewandter Politik der Mutterpartei

Kritik übte der Bundesvorsitzende an der stagnierenden Politik der Union, die genauso agiere, als sei man noch im Jahr 2010, doch das Land habe sich seither grundlegend geändert. Er warnte nachdrücklich davor, das Rentenpaket in Frage zu stellen. "Politik trägt Verantwortung für mehr als die nächste Wahlperiode. Die Entscheidungen, die wir heute bei Rente und Sozialstaat, bei Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit, bei Verteidigung und technologischem Fortschritt treffen, bestimmen die Chancen unseres Landes für Jahrzehnte." Für die junge Generation folge daraus eine besondere Verantwortung. "Wir werden mit den Folgen heutiger Entscheidungen am längsten leben. Deshalb dürfen wir nicht akzeptieren, dass notwendige Reformen vertagt und ihre Kosten in die Zukunft verschoben werden. Generationengerechtigkeit bedeutet für mich auch, Probleme heute zu lösen, anstatt sie der nächsten Generation zu hinterlassen." Einer Zusammenarbeit mit der AfD erteilte der 34-Jährige eine deutliche Absage. "Solange die AfD völkische Positionen bezieht und Extremisten in ihren Reihen duldet, solange werden wir nicht mit dieser Partei zusammenarbeiten."

Am Vormittag sprach Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz zu den Delegierten des Deutschlandtags in Bonn. Erwartet wurde eine kontroverse Debatte. Schon vor einem Jahr hatten sich die JU-Delegierten heftig gegen die Belastungen der jungen Generation durch die Rentenreform zur Wehr gesetzt. (ci)+++

Bundeskanzler Friedrich Merz spricht beim Deutschlandtag der Jungen Union. Johannes Winkel hört zu.
Foto: picture alliance/dpa | Henning Kaiser

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