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SPD-Politiker reagieren auf Bas-Rücktritt

"Vor dieser Entscheidung habe ich großen Respekt"

Bärbel Bas ist zurückgetreten.
Foto: wikimedia / Raimond Spekking

13.10.2026 / REGION - Der Rücktritt von Bärbel Bas als Arbeitsministerin und SPD-Chefin am Montag hat ein politisches Beben ausgelöst. Hessische Genossen reagieren mit Verständnis.



"Der Rücktritt von Bärbel Bas aufgrund eines Trauerfalls in der Familie ist menschlich tragisch und hat Respekt verdient. Denn öffentlich zu erklären, das einem durch einen schweren Schicksalsschlag die Kraft für ein politisches Spitzenamt fehlt, ist sicher kein leichter Schritt", sagt Patrick Krug, Erster Kreisbeigeordneter im Vogelsbergkreis und Vorsitzender der Vogelsberger SPD.



Auch wenn in der Sache Kritik an ihrer Arbeit berechtigt gewesen sei, so Krug weiter, "haben die persönlichen Attacken in den letzten Wochen ein Maß erreicht, das für den zwischenmenschlichen Umgang gerade auch in der demokratischen Mitte nicht in Ordnung war. Hieraus sollten alle lernen."

Für die SPD kann die bald anstehende Neuwahl des kompletten Bundesvorstand eine Chance sein, Dinge zu ändern und verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, wie der Kreisbeigeordnete weiter sagt. "Dass das möglich ist, zeigen zum Beispiel das Wahlergebnis von Manuela Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern oder auch der Aufwind, den die britische Labour Party, die dortige sozialdemokratische Partei, gerade mit dem neuen Premierminister Andy Burnham erlebt."

Dafür genügten aber nicht nur andere Gesichter an der Spitze. Krug: "Vielmehr braucht es aus meiner Sicht zwei Dinge: Zum einen muss die SPD wieder klar machen, für wen sie Politik macht – nämlich für diejenigen, die morgens aufstehen, hart arbeiten, sich an die Regeln halten und dabei keine Reichtümer mit nach Hause bringen. Zum anderen reicht es nicht als SPD nur zu sagen, was man an möglichen Zumutungen verhindert hat. Was meine Partei braucht, ist wieder eine optimistische Zukunftsidee, die Menschen überzeugt und zum Wählen mobilisiert."



Sören Bartol, Landesvorsitzender der SPD Hessen, schreibt in einer Pressemitteilung zum Rücktritt von Bärbel Bas: "Vor dieser Entscheidung habe ich großen Respekt, aber sie macht mich auch ganz persönlich betroffen, besonders vor dem familiären Hintergrund, der zu diesem Schritt geführt hat." Bas habe "die Sozialdemokratie über viele Jahre hinweg geprägt und sich leidenschaftlich für unser Land, für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die Partei engagiert".



Bereits am Montag (12. Oktober) hatte der hessische Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) sein Bedauern über Bas' Rücktritt geäußert.



Der Vorsitzende der SPD-Fraktion Fulda, Jonathan Wulff, sieht den Vertrauensverlust der SPD auf Bundesebene als Herausforderung für die politische Arbeit vor Ort. Auf die Frage, wie er diesen Verlust den Bürgern erkläre, antwortet er knapp: "Gar nicht!" Stattdessen versuche er, den Menschen vor Ort zu erklären, warum sie der SPD vertrauen sollten.

Seiner Meinung nach habe die SPD "ihre politischen Fehler der vergangenen Jahre erkannt und die richtigen Schlussfolgerungen gezogen hat. Was wir jetzt brauchen, ist eine bessere Kommunikation unserer Konzepte. Wir sollten die Doppelspitze wieder abschaffen und eine Person an die Spitze der Partei bringen, die auch in der neuen Medienlandschaft gut kommunizieren kann. Ich denke etwa an Manuela Schwesig oder an Boris Pistorius." (lu/ksk/nia) +++

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