✕

12.000 Gäste aus ganz Deutschland

Schlaraffenland entlang der Marktstraße: 13. Rhöner Wurstmarkt erfolgreich

Viel Wertschätzung von allen Seiten erhielten die Rhöner Genusshandwerker beim 13. Rhöner Wurstmarkt in Ostheim vor der Rhön. Beim Wurst-Anschnitt (von links) Steffen Malzer, 1. Bürgermeister Ostheim vor der Rhön, Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, sowie Barbara Fink, Obermeisterin der Metzgerinnung Main-Rhön.
Fotos: Tonya Schulz

14.10.2026 / OSTHEIM VOR DER RHÖN - Ob Politik, Fachleute oder Gäste: Die 13. Auflage des Rhöner Wurstmarkts in Ostheim vor der Rhön wurde erneut mit großem Lob bedacht. Trotz wetterbedingter Einbußen – rund 12.000 Besucherinnen und Besucher kamen in diesem Jahr – überzeugte die Feinschmeckermesse mit einer herausragenden Organisation und einem starken Angebot. Die 50 Aussteller zeigten sich dennoch äußerst zufrieden, denn die Kauflaune der Gäste, die aus dem gesamten Dreiländereck anreisten, blieb ungebrochen.


Eröffnung mit Wurstanschnitt

Traditionell wurde der 13. Rhöner Wurstmarkt am Samstag um 11 Uhr vom Schirmherrn Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, mit dem Wurstanschnitt eröffnet. Zuvor begrüßte Steffen Malzer, 1. Bürgermeister von Ostheim vor der Rhön, die bereits vor Marktbeginn einströmenden Gäste und lud zu interessanten Begegnungen und kulinarischen Entdeckungen ein. Sein ausdrücklicher Dank ging an das Organisationsteam, das Kommunalunternehmen als Veranstalter, den Bauhof, die Feuerwehren, das Überlandwerk Rhön, den Wasserzweckverband, die Vereine an den Kassen, die Musikkapellen und alle, die diese Großveranstaltung überhaupt möglich machen.

Grenzenlose Gemeinschaft

"Der Rhöner Wurstmarkt ist etwas ganz Besonderes", hob Schirmherr Alois Rainer, hervor. Der Bundesminister zeigte sich zutiefst beeindruckt von der Vielfalt des Angebots auf höchstem Niveau. Die Feinschmeckermesse sei ein unglaublich positives Beispiel für das regionale Handwerk. "Regional erzeugte Lebensmittel fördern die Wertschöpfungsketten vor Ort und sichern damit Arbeitsplätze in ländlichen Räumen. Ein wichtiger Fokus meiner Arbeit liegt auf der Stärkung unserer heimischen Betriebe, zum Beispiel über den Abbau überbordender Bürokratie", so der gelernte Metzger, verbunden mit einem großen Kompliment und Dankeschön an das Organisationsteam. Er appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, an ihre Heimat und an Feste wie den Wurstmarkt zu glauben. Mit dem Konsum deutscher Produkte könne jeder dazu beitragen, das regionale Handwerk zu unterstützen.

Ähnlich auch der Appell von Dorothee Bär, Bundesministerin für Technologie, Forschung und Raumfahrt. "Man kann gutes Essen schon in der Familie vorleben und so seine Wertschätzung für die regional erzeugten Lebensmittel zeigen". Sonja Rahm, Landrätin des Landkreises Rhön-Grabfeld, appellierte mit Blick auf die beiden Berliner Politiker eindringlich, den massiven Kostenanstieg für die Kommunen durch die sprunghaft gestiegene Bezirksumlage zu ändern. "Ansonsten gibt es den Wurstmarkt in zwei Jahren nicht mehr."

Mehr Nachwuchs

Für Barbara Fink, Obermeisterin der Metzgerinnung Main-Rhön, ist der Wurstmarkt "Wertschätzung at its best". Es gebe wieder mehr Nachwuchs für das Metzgerhandwerk dank der erfolgreichen Kampagne der Branchenverbände. Deutlich sei der Zuwachs von Auszubildenden aus dem Ausland. "Diese jungen Leute sind eine Bereicherung der Betriebe", hob die Metzgermeisterin aus Fladungen hervor. "Die Versorgung vor Ort macht Deutschland resilient", unterstrich sie nachdrücklich. Auf reges Interesse stießen auch die Nachwuchs-Aktionen der Metzgerinnung Bayern sowie die Vertreter der Nationalmannschaft des Deutschen Fleischer-Verbandes im Rathaus mit ihren raffinierten Blutwurst-Kreationen. Junge Leute konnten sich hier anschaulich informieren, wie spannend das Genusshandwerk ist.

Feierlicher Wurstanschnitt

Mit dem feierlichen Wurstanschnitt der Blutwurst in der Schweinekrause durch Schirmherr Alois Rainer nahm der 13. Rhöner Wurstmarkt seinen Lauf. In entspannter Feststimmung schlemmten sich die Besucherinnen und Besucher begleitet von schwungvoller Livemusik durch das riesige Angebot von Wurst und Schinken samt ihrer Begleiter. Für die viel fotografierte herbstlich üppige Dekoration nahm der Bauhof begeistertes Lob entgegen.

Deutschlandweite Bedeutung

Insbesondere der Samstag zeigte sich mit rund 5.000 Gästen stabil. Am Sonntag reisten rund 7.000 Interessierte nach Ostheim. "Aufgrund der herbstlichen Wetterprognosen fehlten hier die Sonntagsausflügler", konstatiert Steffen Malzer, 1. Bürgermeister von Ostheim vor der Rhön. Das Stadtoberhaupt zeigte sich dennoch vollkommen zufrieden mit dem friedlichen und fröhlichen Verlauf der Open-Air-Messe. "Der Rhöner Wurstmarkt ist eine herausragende und einzigartige Veranstaltung in Deutschland", so Bürgermeister Malzer. Sehr wichtig war für ihn die erstmalige Präsenz von gleich zwei Bundesministern sowie von allen drei Landräten aus der bayerischen, hessischen und thüringischen Rhön sowie den zahlreichen weiteren hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Branche.

Erstmals Thema: Ernährungsversorgung

Neu auf dem Wurstmarkt waren das Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten sowie die Heimatagentur der Regierung von Unterfranken. Die Experten stellten das Thema Ernährungsversorgung in Krisenzeiten mit Tipps für eine effiziente Vorratshaltung in den Vordergrund. Ein ernstes Thema, das viel Aufmerksamkeit fand.

"Der Rhöner Wurstmarkt transportiert in hervorragender Weise wichtige Themen unserer Zeit wie eine gute Tierhaltung, hochwertige Lebensmittelproduktion in der Region sowie länderübergreifendes Zusammenarbeiten in der bayerischen, hessischen und thüringischen Rhön", konstatiert auch Julia Rösch, UNESCO Biosphärenreservat Rhön, Verwaltung Bayern, sehr zufrieden.

Prämierung Blutwurst

Genau 13 Proben wurden beim 13. Rhöner Wurstmarkt zum Wettbewerb um die beste Blutwurst in der Schweinekrause von den Ausstellern eingereicht. Alle erhielten von der Fachjury eine Urkunde in Bronze, Silber oder Gold. "Es war ein hartes Ringen, denn alle Proben waren ausgezeichnete Handwerkskunst", betonte Thomas König von der Dachmarke Rhön. Zum absoluten Geschmackssieger wurde der Teichhof aus Ringgau-Grandenborn gekürt. (mis/pm) +++

Auch das Schlösschen mit der komplett modernisierten Markthalle stand beim Wurstmarkt wieder zur Verfügung.

X