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Fürstlicher Empfang der Erstsemester

Studienstart in der Domstadt: Besondere Premiere beim DAAD-Preis

Die Stadt Fulda heißt alle Erstsemester im Fürstensaal im Stadtschloss willkommen.
Fotos: Justin Klenner

14.10.2026 / FULDA - Seit vielen Jahren lädt die Stadt Fulda alle Studierenden der Hochschule Fulda, die zum Wintersemester ihr Studium in der Barockstadt aufnehmen, zu einem Erstsemesterempfang in den Fürstensaal des Stadtschlosses ein. Damit unterstreicht die Stadt ihre enge Verbundenheit mit der Hochschule und heißt die jungen Menschen, die oftmals auch ihren Wohnsitz nach Fulda verlegen, offiziell willkommen. Eine besondere Premiere gab es in diesem Jahr bei der Verleihung des DAAD-Preises: Erstmals wurden zwei Studentinnen ausgezeichnet.

"Wichtige Säulen des Bildungscampus": Mit diesen Worten beschreibt Fuldas Bürgermeister Dag Wehner (CDU) die Hochschule Fulda und den Medizincampus. Erstmals wurden die Studierenden beider Einrichtungen gemeinsam im Fürstensaal begrüßt.

Fulda als neues Zuhause entdecken

In seiner Ansprache hob der Bürgermeister die lange Bildungstradition Fuldas hervor, die bis in die Zeit von Sturmius und Bonifatius im Jahr 744 zurückreicht. Hochschule und Medizincampus seien wichtige Säulen des Bildungsstandorts Fulda. Ein Studium bedeute weit mehr als das Bestehen von Prüfungen oder den Besuch von Vorlesungen.

Wehner ermutigte die Erstsemester, die Stadt auch abseits von Hörsälen und Seminarräumen kennenzulernen, neue Freundschaften zu schließen und Fulda als neues Zuhause zu entdecken. Die Stadt bietet einen attraktiven Lebens- und Arbeitsstandort mit kurzen Wegen sowie vielfältigen Freizeit- und Kulturangeboten. "Es wird eine gewisse Zeit dauern, aber wir hoffen, dass Sie Fulda bald als neues Zuhause sehen", sagte Wehner.

Hochschule setzt auf Internationalität

Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar bezeichnete die Einladung in den Fürstensaal als eine der schönsten Traditionen der Hochschule. Gerade für junge Menschen, die erstmals in eine neue Region ziehen oder aus dem Ausland nach Deutschland kommen, sei das Gefühl, willkommen zu sein, von großer Bedeutung. "Es ist eine gute Tradition, in den schönsten Barocksaal der Stadt eingeladen zu werden", betonte Khakzar.

In diesem Jahr haben mehr als 4.400 Erstsemester in Fulda ihr Studium begonnen. Allein an der Hochschule Fulda wurden rund 2.450 Studienanfänger eingeschrieben. "Wir haben eine sehr hohe Anziehungskraft", sagte der Hochschulpräsident. Insgesamt studieren derzeit rund 10.000 Menschen an der Hochschule, die damit zu den größeren Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Deutschland zählt.

Khakzar betonte zudem die zunehmende Internationalisierung der Hochschule. Rund ein Drittel der Studierenden komme inzwischen aus dem Ausland. Sie nutzen die zahlreichen Bachelor- und Masterstudiengänge, die in englischer Sprache angeboten werden. "Wir bieten sehr gute Rahmenbedingungen für ein Studium", sagte er.

Fachkräftemangel bleibt große Herausforderung

Mit Blick auf die kommenden Jahre verwies Khakzar auf den zunehmenden Fachkräftemangel. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gingen, sei die Region auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Prognosen zufolge könnten in den kommenden zehn Jahren mehr als 10.000 Fachkräfte fehlen. Da dieser Bedarf durch Schulabgänger allein nicht gedeckt werden könne, komme internationalen Fachkräften eine wichtige Rolle zu.

DAAD-Preis erstmals doppelt vergeben

Traditionell wurde auch der DAAD-Preis verliehen. Damit zeichnet die Hochschule Fulda internationale Studierende aus, die neben hervorragenden Studienleistungen auch ein besonderes gesellschaftliches Engagement zeigen. Die Auszeichnung würdigt zugleich die Bedeutung internationaler Studierender für den kulturellen Austausch über nationale Grenzen hinweg.

Seit 1997 wird der Preis jährlich vergeben. In diesem Jahr stand die Jury jedoch vor einer besonderen Situation, da zwei Kandidatinnen gleichermaßen überzeugten. Gemeinsam mit dem Förderverein entschied sich die Hochschule deshalb erstmals dazu, zusätzlich einen Sonderpreis der Hochschule 2026 zu verleihen. Die Studentinnen Nahid Rauf (Global Health) und Tania Rahmati (Rechtswissenschaften) überzeugten die Jury mit ihren Leistungen und ihrem Engagement.

Zur Preisträgerin Nahid Rauf

Nahid Rauf ist eine engagierte Studentin aus Afghanistan im Bachelorstudiengang Global Health an der Hochschule Fulda. Ihr zuvor begonnenes Medizinstudium in Afghanistan musste sie aufgrund des Hochschulverbots für Frauen im fünften Studienjahr abbrechen. Trotz dieser schwierigen Erfahrungen setzt sie ihren Bildungsweg mit großer Zielstrebigkeit fort und erzielt nun an der Hochschule Fulda weiterhin hervorragende Studienleistungen. Darüber hinaus engagiert sie sich als studentische Hilfskraft, Mentorin und Jahrgangssprecherin für internationale Studierende. Mit ihrem Projekt "Blue as the Sky", ihrem ehrenamtlichen Einsatz und ihrem Engagement für die Sichtbarkeit und Förderung von Frauen leistet sie einen wichtigen Beitrag zu Chancengerechtigkeit, interkulturellem Dialog und einer offenen Hochschulgemeinschaft. Darüber hinaus blickt sie auf vielfältige Erfahrungen in der medizinischen Praxis, Bildungsarbeit, Übersetzung und Literatur zurück und wurde für ihre akademischen, sprachlichen und gesellschaftlichen Leistungen mehrfach ausgezeichnet.

Zur Preisträgerin Tania Rahmati

Tania Rahmati wurde in Teheran geboren und studierte dort Rechtswissenschaften. Sie erlebte, dass Frauen im Iran nicht dieselben Rechte haben wie Männer. Das prägte ihr Interesse am Recht. Seit dem Wintersemester 2024/25 studiert sie in Fulda den Master-Studiengang "Human Rights Studies in Politics, Law and Society" (MAHRS) am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften. Zudem engagiert sie sich an der Hochschule und darüber hinaus auf vielfältige Weise ehrenamtlich: So organisiert Rahmati am Fachbereich internationale u. a. Praktika mit, und sie engagiert sich bei der Amnesty-International-Hochschulgruppe und beim Wohnzimmer e. V. in Fulda. Seit Mai 2026 arbeitet sie ehrenamtlich als Legal Trainee beim European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR). Für ein "Toolkit for Transitional Justice" des DIRPOLIS-Instituts in Pisa arbeitete sie ebenfalls mit. Während der "Frauen, Leben, Freiheit"-Bewegung organisierte sie im Januar 2023 in Ungarn eine Ausstellung über Menschenrechtsverletzungen im Iran. Mit ukrainischen Aktivistinnen und Aktivisten protestierte sie gegen die iranische Unterstützung Russlands. Den Mut dazu bezahlt sie bis heute: Eine Reise in den Iran ist ihr seither nicht möglich. Nach dem Abschluss 2027 will sich Rahmati für eine Promotion an der Hochschule Fulda bewerben. Ihr Thema soll die iranische Staatsordnung aus rechtswissenschaftlicher Sicht sein.

Medizincampus wächst weiter


Zum Abschluss der Veranstaltung wurde die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Medizincampus hervorgehoben. Für den klinischen Abschnitt des Medizinstudiums stehen inzwischen jährlich 90 Studienplätze zur Verfügung. Die gemeinsame Erstsemesterbegrüßung unterstrich die enge Kooperation beider Einrichtungen und die Bedeutung Fuldas als wachsenden Hochschul- und Wissenschaftsstandort. (jk) +++

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