Infoabend im EKKH
Kniegelenkschäden: Wenn jeder Schritt zur Belastung wird
Fotos: EKKH Rotenburg
12.10.2026 / ROTENBURG/F. -
Verständliche Informationen, moderne Behandlungsmöglichkeiten und viele praktische Hinweise für den Alltag: Im Rahmen des VHS-Gesundheitsprogramms informierten Dr. med. Markus Mende, Sektionsleiter der Klinik für Orthopädie, Endoprothetik und Rheumaorthopädie, und Dr. Melanie Buchmann-Gassen, Oberärztin und Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie, im Evangelischen Kreiskrankenhaus Rotenburg über die Ursachen, Diagnostik und Behandlung von Kniegelenkschäden.
Das Knie ist eines der am stärksten belasteten Gelenke des menschlichen Körpers. Beim Gehen, Treppensteigen oder Aufstehen wirken erhebliche Kräfte auf Knorpel, Knochen, Bänder und Menisken. Entsprechend häufig treten Beschwerden auf – und mit zunehmendem Alter nimmt insbesondere der Gelenkverschleiß, die sogenannte Arthrose, zu. Doch Knieschmerzen sind nicht gleich Knieschmerzen. Das machten die beiden Referenten deutlich. Hinter Beschwerden können ganz unterschiedliche Ursachen stecken: Verletzungen, Verschleiß, Fehlstellungen, Entzündungen oder eine Überlastung des Gelenks.
Genau hinschauen statt Schmerzen einfach hinnehmen
Ein wichtiger Punkt des Vortrags war deshalb die richtige Diagnostik. Denn bevor über eine Behandlung entschieden werden kann, muss zunächst geklärt werden, woher die Beschwerden kommen. "Bei Knieschmerzen ist es wichtig, nicht nur das Symptom zu betrachten. Wir müssen herausfinden, was genau die Beschwerden verursacht. Erst dann können wir gemeinsam mit dem Patienten entscheiden, welche Behandlung sinnvoll ist," so Dr. M. Mende. Von der ausführlichen Befragung über die körperliche Untersuchung bis hin zu bildgebenden Verfahren stehen heute verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um Veränderungen am Knie genauer zu beurteilen. Welche Untersuchung notwendig ist, hängt dabei immer vom individuellen Beschwerdebild ab.Wenn ein Gelenkersatz notwendig wird
Reichen konservative Maßnahmen nicht mehr aus und sind Schmerzen und Bewegungseinschränkungen erheblich, können operative Verfahren eine Möglichkeit sein. Die Referenten gaben auch einen Überblick über moderne operative Behandlungsmöglichkeiten und den Gelenkersatz.Dabei wurde deutlich, dass die Entscheidung für eine Operation gut abgewogen werden sollte. Neben dem medizinischen Befund spielen auch die individuelle Lebenssituation und die Erwartungen der Patientinnen und Patienten eine wichtige Rolle. "Wir betrachten immer den Menschen und nicht nur das Röntgenbild. Entscheidend ist, wie stark die Beschwerden sind, was der Patient im Alltag noch machen kann und welche Ziele er persönlich hat" erklärte Frau Dr. Buchmann-Gassen.
Moderne Endoprothesen können heute dazu beitragen, Schmerzen deutlich zu reduzieren und die Beweglichkeit wieder zu verbessern. Gleichzeitig stellten die Referenten klar, dass auch nach einem erfolgreichen Eingriff die aktive Mitarbeit der Patientinnen und Patienten notwendig bleibt.
Bewegung bleibt ein wichtiger Baustein
Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war deshalb die Frage, was jeder selbst für seine Kniegesundheit tun kann. Bewegung und ein guter Trainingszustand der Muskulatur können dazu beitragen, das Gelenk zu stabilisieren und seine Belastbarkeit zu unterstützen. Dabei muss es nicht immer sportliche Höchstleistung sein. Entscheidend sei vielmehr, eine Form der Bewegung zu finden, die regelmäßig möglich ist und zum individuellen Gesundheitszustand passt.Moderne Medizin verständlich erklärt
Mit ihrem Vortrag vermittelten Dr. Mende und Dr. Buchmann-Gassen den Besucherinnen und Besuchern einen verständlichen Überblick über die Möglichkeiten der modernen Kniebehandlung. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig die Ursachen von Kniebeschwerden sein können und dass heute zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.