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Ein neues Netzwerk

Konrad-Duden-Schule vernetzt fast 50 Betriebe für den Weg in die Ausbildung

Die Konrad-Duden-Schule vernetzt fast 50 Betriebe für den Weg in die Ausbildung
Foto: Privat

08.10.2026 / BAD HERSFELD - Wie finde ich den Beruf, der zu mir passt? Vor dieser Frage stehen viele Jugendliche. Gleichzeitig suchen Unternehmen nach Nachwuchskräften. Die Konrad-Duden-Schule (KDS) in Bad Hersfeld will beide Seiten frühzeitig zusammenbringen. Mit "IDA – In die Ausbildung" hat die Schule ein Berufsorientierungskonzept entwickelt, das Schülerinnen und Schüler über mehrere Jahre begleitet. Inzwischen beteiligen sich fast 50 Betriebe an dem Netzwerk – und es sollen noch mehr werden.



"Wir wollen die Lücke zwischen Schule und Betrieb schließen", sagt Schulleiter Timo Schäfer. Berufsorientierung soll an der KDS nicht auf einzelne Veranstaltungen beschränkt bleiben. Stattdessen geht es darum, eigene Stärken zu entdecken, verschiedene Berufe kennenzulernen, praktische Erfahrungen zu sammeln und schließlich einen passenden Ausbildungsweg zu finden.

"Jugendliche sollen Berufe nicht nur aus Beschreibungen kennen, sondern selbst erleben, was dahintersteckt", erklärt Sebastian Pasch, der IDA an der KDS federführend entwickelt hat.

Viele Ausbildungsberufe sind wenig bekannt

Wie groß der Bedarf an Orientierung ist, macht Felix Körzell von der Bundesagentur für Arbeit deutlich. "Es gibt mehr als 320 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe. Bei Jugendlichen werden aber nur etwa zehn besonders häufig angesteuert. Viele andere Berufe sind schlicht nicht bekannt."

Genau hier setzt IDA an. Die Schülerinnen und Schüler sollen möglichst unterschiedliche Berufsfelder kennenlernen – auch solche, die ihnen bislang wenig vertraut sind. Dafür öffnen regionale Unternehmen ihre Türen, stellen Ausbildungsberufe vor und kommen mit den Jugendlichen ins Gespräch.

Auch die IHK Kassel-Marburg unterstützt den Ansatz. Jens Hartmann betont, gute Berufsorientierung entstehe dort, wo junge Menschen direkt mit der Arbeitswelt in Kontakt kommen. Von einer dauerhaften Zusammenarbeit zwischen Schule und Unternehmen könnten beide Seiten profitieren.

"Am Anfang waren wir skeptisch"

Dass das Konzept auch bei den Unternehmen ankommt, zeigt die Rückmeldung von Silvana Taliadoros, Ausbildungsleiterin bei Trox TLT. "Am Anfang waren wir skeptisch", sagt sie. "Aber das Konzept hat uns überzeugt." Besonders die langfristige Verbindung zwischen Schule und Betrieb sei ein Vorteil.

Für die Unternehmen geht es dabei um mehr als die Besetzung von Ausbildungsplätzen. Sie können frühzeitig Kontakte zu Jugendlichen knüpfen, für ihre Berufe werben und berufliche Perspektiven in der Region aufzeigen.

Auch Jana Schad von Schad Maschinenbau berichtet von positiven Erfahrungen. "Wir hatten zunächst keine Auszubildenden. Seit der Kooperation im Landkreis Fulda hat sich das geändert. Wir haben Azubis und sind auch für die Zukunft gut aufgestellt."

Vom Klassenzimmer in die Arbeitswelt

IDA beginnt bereits in der Jahrgangsstufe 7. Dort setzen sich die Jugendlichen mit ihren eigenen Stärken und Interessen auseinander. Werkstatttage und Potenzialanalysen vermitteln erste praktische Erfahrungen. In Jahrgang 8 folgen unter anderem Praktika, Azubi-Speed-Datings und mobile Betriebsbesichtigungen. Im Hauptschuljahrgang 9 ist ein schuljahresbegleitendes Praktikum vorgesehen.

Die Idee: Je früher Jugendliche unterschiedliche Berufsfelder kennenlernen und eigene Erfahrungen sammeln, desto fundierter können sie später ihre berufliche Entscheidung treffen.

Von dem Netzwerk sollen auch die Betriebe und die Region profitieren. Unternehmen lernen potenzielle Nachwuchskräfte frühzeitig kennen, weniger bekannte Ausbildungsberufe werden sichtbarer. Gleichzeitig können sich regionale Betriebe als attraktive Ausbildungsorte präsentieren.

Landrat Torsten Warnecke sieht den Landkreis dafür gut aufgestellt: "Wir haben in der Region viele Möglichkeiten. Entscheidend ist, dass Schule, Wirtschaft und die weiteren Partner diese Möglichkeiten gemeinsam sichtbar machen."

Neben den Betrieben unterstützen unter anderem die IHK, das Staatliche Schulamt, die Bundesagentur für Arbeit und der Wirtschaftsförderkreis die Entwicklung von IDA.

Schülerinnen und Schüler packen selbst mit an

Dass die Jugendlichen bei IDA nicht nur zuhören, sondern selbst aktiv werden, zeigte sich auch beim Kick-off in der Aula der KDS. Für das Catering sorgten Schülerinnen und Schüler der Hauptschulklasse 7.

Nun soll "IDA" weiterwachsen. Fast 50 Betriebe sind bereits Teil des Netzwerks, weitere sollen hinzukommen. So entsteht Schritt für Schritt eine regionale Verbindung zwischen Schule und Arbeitswelt – mit dem Ziel, Jugendlichen frühzeitig berufliche Perspektiven zu eröffnen und Unternehmen bei der Suche nach Nachwuchskräften zu unterstützen. (nia/pm) +++

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