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Pflegeeinsatz für die Natur

Am Hoherodskopf: Gehölzarbeiten zugunsten der Artenvielfalt

Gehölzarbeiten am Hoherodskopf dienen dem Artenschutz
Archivfoto: O|N

10.10.2026 / SCHOTTEN - Unterhalb des Hoherodskopf beginnen im Oktober umfangreiche Gehölzarbeiten. Gemeinsam setzen das Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg und das Forstamt Schotten eine Pflegemaßnahme auf rund drei Hektar Fläche um. Dabei werden unter anderem Weißdorn, Vogelbeere und weitere Gehölze zurückgeschnitten und entfernt.



Die Maßnahme dient der Pflege des FFH-Gebiets "Hoher Vogelsberg" sowie des Naturschutzgebiets "Oberweide bei Breungeshain". Ziel ist es, wertvolle Offenlandflächen zu erhalten und wieder bessere Lebensbedingungen für zahlreiche seltene und geschützte Pflanzen- und Tierarten zu schaffen.

Wertvolle Lebensräume erhalten

Die Wiesen und Weiden des Vogelsbergs gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Region. Am Hoherodskopf finden sich mit den Berg-Mähwiesen und den Borstgrasrasen zwei besonders geschützte Grünlandbiotope.

Ihr Artenreichtum ist unter anderem von einer extensiven Bewirtschaftung abhängig. Eine zu intensive Nutzung, ein zu früher oder zu häufiger Schnitt oder die Aufgabe der Bewirtschaftung können dazu führen, dass die charakteristischen Pflanzenarten zurückgehen. Werden die Flächen nicht mehr genutzt, breiten sich zudem Gehölze aus und verdrängen die wertvolle Offenlandvegetation.

Die Berg-Mähwiesen zeichnen sich häufig durch eine besonders vielfältige und blütenreiche Pflanzenwelt aus. Typische Arten sind beispielsweise Weicher Pippau, Wald-Storchschnabel und Schwarze Teufelskralle. Traditionell werden diese Wiesen ein- bis zweimal jährlich gemäht, wobei der erste Schnitt je nach Höhenlage zwischen Mitte Juni und Juli erfolgt.

Borstgrasrasen sind dagegen meist kurzrasig und sehr nährstoffarm. Zu ihrer typischen Artenausstattung gehören unter anderem Arnika, Borstgras, Blutwurz und Kreuzblume.

Mehr Licht und Raum für seltene Arten

Damit die charakteristischen Pflanzenarten wieder mehr Platz und ausreichend Licht erhalten, werden die Gehölze im Oktober zurückgeschnitten und entfernt. Der Zeitpunkt der Arbeiten liegt nach der Brut- und Setzzeit und trägt damit auch dem Schutz der heimischen Tierwelt Rechnung.

Von der Entbuschung profitieren neben den Pflanzen auch zahlreiche Tierarten. Dazu zählen beispielsweise der Wiesenpieper sowie verschiedene Heuschreckenarten wie der Warzenbeißer. Sie sind auf extensiv genutzte, offene Landschaften angewiesen, die in den vergangenen Jahrzehnten vielerorts deutlich zurückgegangen sind.

Mit den Gehölzarbeiten leisten das Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg und das Forstamt Schotten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der artenreichen Kulturlandschaft am Hoherodskopf und zum Schutz ihrer besonderen Pflanzen- und Tierwelt. (js/pm)+++

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