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Entlastung der Einsatzkräfte

"KeinNotfall" gestartet: Kleinere Schäden können digital gemeldet werden

Ein zusätzlicher Kommunikationsweg in schweren Unwetterlagen: Lothar Liesen (Firma BTC), Landrat Thorsten Stolz, Manuel Hack, Michael Tumbrägel, Yannik Piston, Reiner Kaul (jeweils Leitstelle) und Dr. Wolfgang Lenz, Leiter des Amts für Gesundheit und Gefahrenabwehr stellen das Angebot "KeinNotfall" vor.
Foot: MKK

07.10.2026 / REGION MKK - Bei heftigen Unwettern wird die Integrierte Leitstelle des Main‑Kinzig‑Kreises regelmäßig stark belastet: Innerhalb weniger Minuten treffen dort Hunderte Meldungen ein – von überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern bis hin zu umgestürzten Bäumen oder akuten Notfällen. Um die Notrufnummer 112 in solchen Situationen zu entlasten, hat der Kreis nun das neue browserbasierte Meldesystem "KeinNotfall" gestartet.



Landrat Thorsten Stolz betont bei der Vorstellung des Systems: "Wir gehen mit der Einführung konsequent den nächsten Schritt in Sachen digitaler Gefahrenabwehr." Bürgerinnen und Bürger könnten künftig kleinere Schadenslagen direkt per Smartphone melden – ein Anruf über die 112 sei dafür nicht mehr nötig, aber weiterhin möglich. Der Vorteil liege klar auf der Hand: "Gerade bei heftigen Unwettern kann die Zahl der eingehenden Anrufe stark ansteigen. Werden kleinere Ereignisse digital erfasst, stehen die Leitungen stärker für echte Notfälle zur Verfügung." OSTHESSEN|NEWS berichtete bereits ausführlich darüber.

Auch die Einsatzkräfte profitieren. Die Leitstelle erhält einen besseren Überblick über die Lage, kann Mehrfachmeldungen zusammenführen und Einsätze gezielter priorisieren. Dr. Wolfgang Lenz, Leiter des Amts für Gesundheit und Gefahrenabwehr, erklärt: "Durch die Bilddokumentation sind die Meldungen für die Einsatzleitungen leichter priorisierbar." Abteilungsleiter Reiner Kaul beschreibt die praktische Umsetzung: "Für die Leitstelle bedeutet das neue Verfahren vor allem eine zusätzliche Möglichkeit, Informationen strukturiert aufzunehmen." Während einer Großschadenslage wird Personal gezielt dafür eingesetzt, die digitalen Meldungen ohne Zeitverzug zu bearbeiten.

"Puzzleteil, um Hilfe gut und schnell dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird"

Die Bedienung ist bewusst einfach gehalten: Schadensort auf der Karte markieren, Foto hochladen, kurze Beschreibung – und schon erscheint der Hinweis in der Einsatzliste der örtlichen Feuerwehr. Ausbildungsleiter Manuel Hack sagt: "Die Handhabe ist intuitiv. Wir haben viele Probeläufe gemacht und können die guten Erfahrungen aus anderen Bundesländern bestätigen."

"KeinNotfall" wurde ursprünglich im Raum Oldenburg entwickelt und kommt bereits in Niedersachsen und Essen zum Einsatz. Der Main‑Kinzig‑Kreis ist die erste Gebietskörperschaft in Hessen, die das System nutzt. Lothar Liesen von der Firma BTC verweist auf die hohe Akzeptanz: "Während des Sturmtiefs Poly 2023 hat eine Leitstelle bereits 20 Prozent der Meldungen über 'KeinNotfall' erhalten."

Landrat Stolz fasst die Bedeutung des neuen Systems zusammen: "Dann ist "KeinNotfall’ ein weiteres Puzzleteil unserer Digitalisierungsstrategie, um Hilfe gut und schnell dorthin zu bringen, wo sie am dringendsten gebraucht wird." Der Notruf 112 bleibe weiterhin das zentrale Instrument für akute Notfälle – die digitale Meldung ergänze ihn lediglich bei nicht lebensbedrohlichen Schadenslagen. (mis/pm) +++

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