Basti & Armin im O|N-Sportgespräch
Frauenfußball beim SV Ehringshausen: "Die Mädels haben richtig Bock darauf"
Fotos: Timon Ulm
11.10.2026 / GEMÜNDEN -
Beim Sportverein in Ehringshausen haben die Mädels das Sagen: Denn Männerfußball gibt es hier seit einigen Jahren nicht mehr. Der Verein blüht richtig auf. Der Grund: Dank des leidenschaftlichen Engagements der Trainer hat der Verein aus der Vogelsberger Gemeinde Gemünden (Felda) in dieser Saison fünf Damen- und Mädchenteams im Spielbetrieb.
Die B-Juniorinnen spielen sogar in der Verbandsliga Nord auf Großfeld. Das hat seinen Grund: Ziel des SV 1921 Ehringshausen ist es, einen durchgängigen Juniorinnenbereich aufzubauen und so den Grundstock für die Damenmannschaft zu bilden.
Dahinter steckt ein schlüssiges Konzept und sehr viel ehrenamtliche Arbeit. Beispielsweise von Sebastian Hausmann und Armin Käbel. Wir haben uns mit den beiden Trainern zu unserem "OSTHESSEN|NEWS-Sportgespräch vor Ort" im Sportlerheim des SV Ehringshausen getroffen.
"Der Unterschied zu den Jungs ist schon groß"
Doch die Mädels halten den Verein auf Trab. Sebastian trainierte zunächst bei der JSG Oberes Ohmtal/Feldatal die B- und A-Junioren, machte die C-Lizenz. Armin hatte die D-Juniorinnen in Ehringshausen übernommen und Sebastian, der zwischenzeitlich nach der Geburt seiner Tochter eine Pause einlegen wollte, dann gefragt, ob er unterstützen kann. "Das konnte ich mir zunächst nicht vorstellen", sagt Hausmann. Der Unterschied zu den Jungs ist schon groß. "Jungs fangen meistens früher an mit Fußballspielen, haben athletische Vorteile und in der Ansprache ist es natürlich anders." Basti ist in Ehringshausen geboren und schon als kleiner Knirps im Verein dabei, seine Eltern haben ihn früh mitgenommen. In der Jugend hat er zwischenzeitlich in Homberg gespielt.Und die Schulen? "Die haben hervorragend mitgemacht, das Ganze vor Ort organisiert. Schließlich mussten die Jungs aus den Klassen beschäftigt werden, während die Mädels zusammen kicken durften", erzählen sie. An 14 Schulen waren sie, nur eine hatte im Vorfeld abgesagt. "Das war ein Riesenerfolg", sagen Armin und Sebastian. Alle zwei Jahre wollen sie die Aktion wiederholen. Dann aber mit allen Trainern des Vereins.
"Wie sollen wir die vielen Mädchen trainieren?"
Das Schulangebot stellte den Verein aber zunächst auch vor - positiven - Herausforderungen: "Wie sollen wir die vielen Mädchen trainieren?", fragte der Vorstand. Fünf Mannschaften wollen organisiert sein. Doch sie haben es geschafft, Trainer zu finden, zumal einige Papas ebenfalls unterstützen und so mit den Trainern vom Verein ein Duo, bestensfalls ein Trio pro Mannschaft bilden. Von den E- bis zu den B-Juniorinnen spielen sie nun, müssen größtenteils für die Auswärtspartien weite Fahrten zurücklegen, weil es regional nur wenige Mädchenmannschaften gibt. Mittlerweile ist der SV Ehringshausen dank der hervorragenden Arbeit der Trainerteams von den E- bis zu den B-Juniorinnen hervorragend aufgestellt.Die B-Juniorinnen waren vor kurzer Zeit sogar zu einem internationalen Mädchenturnier in den Niederlanden. "Das war schon etwas ganz Besonderes für sie", sagen Basti und Armin. "Wir sind froh, dass auch die Eltern so gut mitziehen", wissen sie, dass die Unterstützung wichtig ist. Auch die Zuschauer aus dem Dorf nehmen das Angebot an. "Die Mädels haben einfach Bock darauf", sagen sie, und so halten sie den SV Ehringshausen und damit das Vereinsleben am Leben. Ein wirklich wunderbares Engagement in dem rund 650 Einwohner zählenden Ortsteil der Gemeinde Gemünden (Felda). (Hans-Hubertus Braune) +++