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Herbstsynode des Evang. Kirchenkreises

Schutzkonzept, neue Strukturen und die Pfadfinderarbeit im Fokus

Herbstsynode: vlnr. Dekan Dr. Thorsten Waap, Synodenvorsitzender Andreas Maraun, die stellvertretende Leiterin des Kirchenkreisamts, Claudia Schröder, Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt, der Schmalkaldener Dekan Ralf Gebauer, Pröpstin Sabine Kropf-Brandau, der stellvertretende Dekan Marvin Lange
Fotos: Stefan Bürger

03.10.2026 / FULDA - Wie kann Kirche den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und sich auf ihre Ursprünge besinnen? Diese Fragen prägten die Beratungen der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Fulda, die am Donnerstagabend im Haus Oranien zusammentrat. Im Mittelpunkt standen außerdem das überarbeitete Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt sowie die geplante Neufassung der Grundordnung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.



"Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes" – unter dieses Leitwort stellte Dekan Dr. Thorsten Waap seinen Bericht an die Synode. Die Aufgabe der Kirche bestehe darin, zum Glauben zu rufen und Liebe und Barmherzigkeit weiterzugeben. Gleichzeitig müsse sie sich auf einen tiefgreifenden Wandel einstellen. Die Bewegung, die von Jesus ausging, sei im Laufe der Geschichte zu einer Institution geworden, sagte Waap. Angesichts der heutigen Veränderungen müsse sich Kirche nun wieder stärker auf ihre Ursprünge besinnen und neue Wege zu den Menschen suchen. "Wir kommen wieder stärker zur Bewegung Jesu zurück", sagte der Dekan.

Kirche setzt Zeichen für Zusammenhalt

In ihrem Grußwort blickte Pröpstin Sabine Kropf-Brandau auf den Hessentag in Fulda zurück. Das gemeinsame Auftreten von evangelischer und katholischer Kirche beim Hessentag unter dem Motto "Im Herzen eins" habe gezeigt, wie ökumenisches Miteinander über konfessionelle Grenzen hinweg gelingen könne. Die Pröpstin warnte angesichts der jüngsten Landtagswahlen ausdrücklich vor einem wachsenden Rechts- und Linksextremismus.

Der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Fulda, Frederik Schmitt (CDU), verwies auf die Bedeutung der christlichen Kirchen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ein freiheitlicher Staat könne zwar Gesetze und Regeln schaffen, sei aber darauf angewiesen, dass Menschen darüber hinaus Verantwortung für die Gemeinschaft übernähmen. Kirchen leisteten dazu einen wichtigen Beitrag, indem sie Menschen zusammenführen.

Schutzkonzept überarbeitet

Intensiv beschäftigte sich die Synode mit dem Schutz vor sexualisierter Gewalt. Das 2023 beschlossene Schutzkonzept des Kirchenkreises wurde nach einer dreijährigen Evaluationsphase überarbeitet. Freiwilligenmanagerin Simone Möhring und der stellvertretende Dekan Marvin Lange stellten die Neufassung vor. Sie umfasst die drei Bereiche: Prävention, Intervention und Aufarbeitung und wurde von den Synodalen mit großer Mehrheit beschlossen.

Informationen über neue Grundordnung der EKKW

Vor einer weiteren Weichenstellung steht die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck mit der Neufassung ihrer Grundordnung. Pfarrerin Lea Müller, Mitglied des zuständigen Ausschusses, informierte die Synode über den Stand der Beratungen und die geplanten Änderungen. Die bisherige Grundordnung stammt aus dem Jahr 1967. Nicht nur die kirchlichen Rahmenbedingungen hätten sich seither verändert, auch die Sprache müsse angepasst werden. Begriffe wie "Laien" und "Geistliche" stünden dabei ebenso auf dem Prüfstand wie die Frage, was künftig unter Gemeinde zu verstehen sei. Im Frühjahr 2027 sei eine Entscheidung der Landessynode vorgesehen.

Neue Ansprechpartnerin für evangelische Pfadfinder in der Region

Akki Werb stellte sich der Synode als neue Ansprechpartnerin für die Pfadfinderarbeit im Kirchenkreis vor. Die 25-Jährige ist seit August beim Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder Hessen (VCP Hessen) angestellt und arbeitet eng mit dem Evangelischen Kirchenkreis Fulda zusammen. In einem auf fünf Jahre angelegten Projekt soll sie bestehende Pfadfinderstämme begleiten, neue Gruppen aufbauen und damit die evangelische Pfadfinderarbeit in der Region weiterentwickeln. (mkr/pm) +++

Stellten das überarbeitete Schutzkonzept des Kirchenkreises vor: Pfarrer Marvin Lange und Freiwilligenmanagerin Simone Möhring.

Die Synodalen aus den 24 Kirchengemeinden bei ihrer Herbsttagung im Haus Oranien.

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