Der Stadtpfarrer bei O|N
Stefan Buß: "Wir haben auf das geschaut, was wir haben"
Archivfoto: O|N/ Carina Jirsch
07.10.2026 / FULDA -
Er klingt zunächst nach Fußball. Aber eigentlich steckt darin eine Haltung fürs Leben.
Wie schnell schauen wir auf das, was fehlt: auf das, was nicht mehr funktioniert, was früher besser war, was andere haben und wir nicht. Auch in unserer Gesellschaft und in der Kirche kann der Blick leicht von den Defiziten bestimmt werden: weniger Menschen, weniger Priester, weniger Ressourcen, weniger Selbstverständlichkeit.
Das ist kein Schönreden der Wirklichkeit. Es ist ein Perspektivwechsel. Denn wer nur auf das Fehlende schaut, verliert leicht den Mut. Wer auf das Vorhandene schaut, entdeckt Möglichkeiten.
Vielleicht ist das auch eine geistliche Haltung: Gott fragt nicht zuerst nach dem, was uns fehlt. Er schaut auf das, was er in uns hineingelegt hat – auf unsere Begabungen, unsere Erfahrungen, unsere Hoffnung, unsere Gemeinschaft.
Nicht: Wir haben zu wenig. Sondern: Was können wir mit dem, was wir haben, heute bewegen? Vielleicht beginnt Veränderung genau dort: Wenn wir aufhören, dem Fehlenden nachzutrauern – und anfangen, mit dem Vorhandenen Zukunft zu gestalten. (Stefan Buß)+++