Der Stadtpfarrer bei O|N
Stefan Buß: Mit den Händen arbeiten, aber mit dem Herzen lieben
Archivfoto: O|N/ Carina Jirsch
10.10.2026 / FULDA -
Wir alle arbeiten mit unseren Händen: Wir bauen auf, organisieren, helfen, pflegen, kochen, schreiben, reparieren, gestalten. Wir tun, was getan werden muss. Vieles davon ist notwendig und wichtig. Aber die entscheidende Frage ist: Mit welcher Haltung tun wir es?
Man kann etwas tun, weil es eben getan werden muss. Man kann aber auch dasselbe tun, weil einem der Mensch, für den man es tut, am Herzen liegt.
Der heilige Petrus Claver hat sein Leben den Menschen gewidmet, die als Sklaven nach Kolumbien gebracht wurden. Er sah in ihnen nicht einfach eine Aufgabe, sondern Menschen mit einer unverlierbaren Würde. Er half nicht nur mit seinen Händen. Er ließ sein Herz berühren.
Wir können viel erledigen und dabei Menschen übersehen. Wir können effizient sein und trotzdem unbarmherzig. Wir können helfen und dabei vergessen, dem anderen wirklich zu begegnen. "Mit den Händen arbeiten, aber mit dem Herzen lieben" heißt deshalb: tu, was du tun kannst – aber vergiss dabei nicht den Menschen.
Ein freundliches Wort. Ein geduldiges Zuhören. Eine helfende Hand. Ein Besuch. Ein kleines Zeichen der Aufmerksamkeit. Oft sind es nicht die großen Dinge, die einen Menschen aufrichten, sondern die kleinen Dinge, die spüren lassen: Du bist mir nicht egal.
Vielleicht nehmen wir diesen Satz heute mit: Meine Hände können vieles tun. Aber erst mein Herz macht daraus Liebe. Und vielleicht ist genau das christliche Leben: Mit beiden Füßen auf dem Boden stehen, mit den Händen anpacken – und dabei ein Herz bewahren, das sich berühren lässt. (Stefan Buß)+++