Razzia gegen rechte Szene
Acht Wohnungen durchsucht: Messer, Sturmhaube und 3D-Schlagring gefunden
Symbolbilder: O|N
24.09.2026 / REGION -
Einsatzkräfte der hessischen Polizei haben am Donnerstag im Auftrag der Staatsanwaltschaften Darmstadt und Hanau acht Durchsuchungsbeschlüsse gegen Personen vollstreckt, die im Verdacht stehen, politisch rechts motivierte Straftaten begangen zu haben. Der Einsatz wurde vom Hessischen Landeskriminalamt (HLKA) - BAO Hessen Rechts - koordiniert.
Durchsucht wurden Wohnungen in den Landkreisen Main-Kinzig und Darmstadt-Dieburg. Beschuldigt werden acht männliche Tatverdächtige im Alter zwischen 15 und 42 Jahren. An den Einsatzmaßnahmen waren Ermittlerinnen und Ermittler aus den Polizeipräsidien Südosthessen, Südhessen und des HLKA beteiligt.
"Zentrale Aufgabe der Polizei"
Die Beschlüsse wurden unter anderem wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gemäß § 86a Strafgesetzbuch (StGB), Volksverhetzung gemäß § 130 StGB und Sachbeschädigung gemäß § 303 StGB vollstreckt. Bei den Wohnungsdurchsuchungen wurden zahlreiche Beweismittel, darunter Mobiltelefone, Messer, Schlagring aus einem 3D-Drucker, Sturmhaube und Sprühfarbe sichergestellt.Hintergrund zu BAO Hessen R:
Die eigens gebildete Organisationseinheit BAO Hessen R ist im HLKA angesiedelt und nimmt zum einen die durch einschlägige politisch motivierte Straftaten bereits polizeilich bekannten Personen der rechten Szene in den Blick. Zum anderen verfolgt BAO Hessen R den Ansatz, die Szene weiter aufzuhellen. Dazu zählt auch, Personen, die dem rechten Spektrum zuzuordnen sind, die jedoch noch nicht einschlägig in Erscheinung getreten sind, zu identifizieren und diese - wenn möglich - strafrechtlich zu verfolgen.Bestenfalls reichen die Maßnahmen der BAO Hessen R bis hin zur Deradikalisierung durch das Hessische Aussteigerprogramm "IKARus", das beim Hessischen Landeskriminalamt als Ausstiegshilfe aus der rechten Szene eingerichtet wurde.
Die hessischen Fallzahlen im Bereich der PMK -rechts- der Jahre 2017 bis 2025 zeigen die Relevanz für ein entschlossenes Vorgehen der hessischen Sicherheitsbehörden: Während in den Jahren 2017 und 2018 rund 600 Straftaten statistisch erfasst wurden, stiegen diese im Laufe der Folgejahre stetig an. Im Jahr 2025 wurden in Hessen 2.467 Straftaten registriert, die dem Phänomenbereich der PMK -rechts- zuzuordnen sind. (lu/pm) +++