UN-Versammlung
Abrechnung bei den Vereinten Nationen: Netanjahu erwartet Gegenwind
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24.09.2026 / NEW YORK -
Demonstrationen auf den Straßen und Protest bei den Vereinten Nationen: Israels Ministerpräsident Netanjahu steht in New York ein Auftritt unter schwierigen Vorzeichen bevor.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu muss bei seinem Besuch in New York mit Protesten und demonstrativer Ablehnung bei den Vereinten Nationen rechnen. Am Rande der UN-Woche werden großangelegte Demonstrationen gegen den israelischen Politiker erwartet. Dazu hatte auch der Bürgermeister der Stadt, Zohran Mamdani, aufgerufen. Netanjahu will seine Rede bei den UN auch für eine Abrechnung mit dem Demokraten nutzen.
Netanjahu steht international vor allem wegen des Vorgehens Israels im Gazastreifen in der Kritik. Der Internationale Strafgerichtshof hat wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit einen Haftbefehl gegen ihn erlassen. Zugleich hat der Gaza-Krieg Israels internationale Beziehungen schwer belastet. Mehrere Staaten haben Palästina inzwischen als Staat anerkannt – Deutschland ist nicht darunter.
Israelischer UN-Botschafter überzieht Mamdani mit Kritik
Mit einer Festnahme durch die New Yorker Polizei muss Netanjahu aber nicht rechnen. Mamdani erklärte im Juli, man sei zu dem Schluss gekommen, dass der Bürgermeister nicht dazu befugt sei, den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Netanjahu vollstrecken zu lassen. Israelische Medien berichteten dennoch, Netanjahu werde es vermeiden, an einem New Yorker Flughafen zu landen. New York grenzt an den US-Bundesstaat New Jersey, der über den Flughafen Newark verfügt.Protest bei Rede vor Weltparlament
Im vergangenen Jahr stand die Generalversammlung stark im Zeichen des Gaza-Konflikts. Im Umfeld der Generaldebatte hatten mehrere Staaten die Zusammenkunft in New York genutzt, um die Anerkennung Palästinas als Staat zu verkünden. Zu Beginn der Rede Netanjahus waren dann Dutzende Diplomaten aus Protest aus dem Sitzungssaal gegangen. Netanjahu sprach vor teilweise leeren Rängen.Auch in diesem Jahr hat die palästinensische Delegation Berichten zufolge dazu aufgerufen, ein Zeichen gegen Netanjahu zu setzen und den Raum zu verlassen. Sie wäre eigentlich von Mahmud Abbas vertreten worden. Dem Palästinenserpräsidenten haben die USA aber das Visum verweigert – bereits zum zweiten Mal in Folge. Er wird darum per Video zugeschaltet.
Sorge vor Ukraine-Eskalation war Thema am Vortag
Der Vortag hatte bei den UN vor allem im Zeichen des Ukraine-Kriegs gestanden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wie auch der US-Außenminister Marco Rubio äußerten ihre Sorge vor einer weiteren Ausweitung des Krieges auf andere Länder. Gleichzeitig hatte der russischen Außenminister Sergej Lawrow klargemacht, dass sein Land einer Energiewaffenruhe nicht zustimmen werde.Auch der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) sagte in New York, Russlands hybride Angriffe hätten eine neue Stufe erreicht. Wadephul bezog sich auf den von der Bundesregierung Moskau zugeschriebenen Drohnenvorfall am Flughafen Halle/Leipzig Anfang August, der ukrainische Frachtflugzeuge zum Ziel hatte. (dpa)+++
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