Gemeinde weist Vorwürfe zurück

Wappenstreit in Bimbach: Feuerwehr sammelt Unterschriften für Petition

"Nicht mit uns!!" - mit diesem Aufruf wenden sich die Freiwillige Feuerwehr Bimbach und der Stocke Hofladen derzeit an die Bürgerinnen und Bürger des Ortsteils.
Archivbild: O|N / Henrik Schmitt

24.09.2026 / GROßENLÜDER - "Nicht mit uns!!" - mit diesem Aufruf wenden sich die Freiwillige Feuerwehr Bimbach (Kreis Fulda) und der Stocke Hofladen derzeit an die Bürgerinnen und Bürger des Ortsteils. Auf einem Plakat heißt es, die Feuerwehr trage seit fast 60 Jahren ein Ärmelabzeichen mit dem Bimbacher Wappen. Nun wolle die Gemeinde ihr das Wappen auf dem Abzeichen und auf den Fahrzeugen "wegnehmen". Damit gehe "ein Stück Bimbacher Identität verloren". Im Hofladen in der Fuldaer Straße liegen Unterschriftenlisten aus.



Die Gemeinde Großenlüder widerspricht dieser Darstellung. "Zu keinem Zeitpunkt" sei beabsichtigt gewesen, das Bimbacher Wappen von dem im vergangenen Jahr beschafften Feuerwehrfahrzeug zu entfernen, erklärt Bürgermeister Florian Fritzsch (parteilos) auf Anfrage unserer Redaktion. Die örtliche Identität der Feuerwehr Bimbach solle "ausdrücklich erhalten bleiben".

Gemeint ist das neue Staffellöschfahrzeug StLF 20, das die Bimbacher Wehr im Mai 2025 in Empfang genommen hat. Nach Angaben der Gemeinde ist das Ortsteilwappen auf dem Fahrzeug viermal angebracht: auf beiden Seiten jeweils auf einem Rollladen der Geräteräume sowie auf Fahrer- und Beifahrertür.

Einheitliches Konzept für künftige Fahrzeuge

Tatsächlich geplant ist nach Darstellung der Gemeinde etwas anderes. In einer Dienstbesprechung der Wehrführer sei vereinbart worden, für künftig anzuschaffende Fahrzeuge ein einheitliches Gestaltungskonzept für die Feuerwehr Großenlüder und ihre Ortsteilwehren zu entwickeln. Ziel sei eine erkennbare Zugehörigkeit zur gemeindlichen Feuerwehr und eine einheitliche, korrekte Kennzeichnung. Eine Arbeitsgruppe soll die Gestaltung beraten, anschließend wird sie abgestimmt. Ob auf künftigen Fahrzeugen noch Platz für die Wappen der Ortsteile sein wird, geht aus der Stellungnahme nicht hervor.

Bei den Ärmelabzeichen gehe es ebenfalls "nicht um die Beseitigung der Bimbacher Identität", betont die Gemeinde. Geprüft werden solle, wie die Kennzeichnung künftig einheitlich und im Einklang mit den feuerwehrrechtlichen Vorgaben gestaltet werden kann. Die Gemeinde verweist dabei auf die Hessische Feuerwehrbekleidungs- und Dienstgradverordnung (HFDV).

Das sagt die Landesverordnung

Diese Verordnung des Landes regelt das Aussehen der Ärmelabzeichen genau: ein ovales, dunkelblaues Abzeichen, in der Mitte das amtliche Gemeinde- beziehungsweise Stadtwappen, oben die Art der Feuerwehr, unten der Gemeindename. Der Name des Ortsteils darf zusätzlich aufgeführt werden - ein Ortsteilwappen sieht die Verordnung dagegen nicht vor. Eine Änderung der Bimbacher Abzeichen schließt die Gemeinde damit nicht aus.

Allerdings enthält die HFDV eine Übergangsregel: Bekleidung, die am 1. Januar 2023 bereits vorhanden war, darf bis zu ihrem Verschleiß weitergetragen werden. Ein sofortiger Austausch der bisherigen Abzeichen ist demnach nicht vorgeschrieben. Die Gestaltung von Feuerwehrfahrzeugen regelt die Verordnung nicht.

Einen erwidernden Kommentar hat die Feuerwehr Bimbach auf Nachfrage gegenüber OSTHESSEN|NEWS bis Redaktionsschluss nicht abgegeben.

Die Gemeinde wiederum bedauert nach eigenen Worten, dass durch öffentliche Aufrufe der Eindruck entstanden sei, sie wolle der Feuerwehr Bimbach Wappen oder Identität nehmen. Dieser Eindruck entspreche nicht den tatsächlichen Beratungen und Beschlüssen. Für Samstag ist ein Gespräch mit der Ortsteilwehr Bimbach und der Leitung der Gemeindefeuerwehr angesetzt. (mmb) +++

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