Stromnetz stabil wie lange nicht

Bürgermeister und RhönEnergie diskutieren Folgen der Trockenheit

Die anhaltende Hitze und Trockenheit dieses Sommers hat vielen Kommunen deutlich vor Augen geführt, wie herausfordernd die zukünftige Wasserversorgung werden kann.
Foto: RhönEnergie

23.09.2026 / FULDA - Die anhaltende Hitze und Trockenheit dieses Sommers hat vielen Kommunen deutlich vor Augen geführt, wie herausfordernd die zukünftige Wasserversorgung werden kann. Als Konsequenz denken die Städte und Gemeinden im Netzgebiet der RhönEnergie darüber nach, sich untereinander und mit dem Versorger noch enger zu vernetzen, um ihre Infrastruktur langfristig zu stärken.



Darüber diskutierten die Vertreter der 38 Kommunen beim Treffen des Kommunalen Beirats der RhönEnergie-Netzgesellschaft OsthessenNetz GmbH mit den Geschäftsführern Matthias Hahner und Andreas Bug. Das Gebiet reicht von der thüringischen Rhön und dem Kreis Hersfeld-Rotenburg bis in den Bergwinkel sowie vom Main-Spessart-Kreis bis in den Vogelsberg. "Der vergangene Sommer hat gezeigt, dass eine sichere Wasserversorgung keine Selbstverständlichkeit ist. Wenn wir für die Zukunft gut aufgestellt sein wollen, müssen wir stärker über kommunale Grenzen hinweg denken und zusammenarbeiten", sagte Matthias Hahner.

Im Kommunalen Beirat treffen sich Vertreter der Kommunen, in denen die RhönEnergie-Gruppe für Strom, Gas oder Wasser zuständig ist. Zum Stromnetz berichtete Matthias Hahner, dass die OsthessenNetz derzeit sechs neue Trafos in ihre Umspannwerke integriert. Damit reagiert die RhönEnergie-Gruppe auf die wachsenden Mengen an grünem Strom, der in der Region in die Netze eingespeist wird. Zugleich stellt sie sich darauf ein, dass der Stromverbrauch durch den sinkenden Verbrauch fossiler Energien steigen wird. Hahner berichtete, dass die Ausfallzeiten des ON-Netzes so gering seien wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr.

Klimawandel erhöht den Handlungsdruck

Ein wichtiges Thema war die Wasserversorgung: Steigende Temperaturen, längere Trockenperioden und zunehmend unregelmäßige Niederschläge setzen die Wasserressourcen unter Druck. Starkregen trägt zudem häufig weniger zur Grundwasserneubildung bei. Gleichzeitig steigen Anforderungen an Wasserqualität, Versorgungssicherheit und den Betrieb der Anlagen. Hinzu kommen für die Betreiber der Anlagen die Herausforderungen Fachkräftemangel, steigender Erneuerungsbedarf und wachsende Kosten. "Aufmerksamkeit, Vorsorge und ein bewusster Umgang mit Wasser müssen deshalb dauerhaft zur Normalität werden", betonte Andreas Bug. Wassersparen sei daher keine Maßnahme, die nur in Krisenzeiten gefragt sei. "Nachhaltiger Umgang mit Wasser bedeutet nicht Verzicht, sondern eine verantwortungsbewusste Anpassung an die natürlichen Grenzen. Unser Verbrauch muss sich stärker an den verfügbaren Ressourcen orientieren", so Bug.

Vernetzung schafft mehr Sicherheit

Der trockene Sommer hat aus Sicht der Rathauschefs und der RhönEnergie zugleich gezeigt, wie wichtig die gegenseitige Unterstützung der Wasserversorger ist. Kurze Wege, Erfahrungsaustausch und gemeinsame Lösungen können helfen, auch in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Eine stärkere Zusammenarbeit bietet nach Einschätzung von OsthessenNetz zudem technische, wirtschaftliche und organisatorische Vorteile – etwa bei der Qualitätssicherung, der Bewirtschaftung von Anlagen und Netzen, bei Investitionen und beim Umgang mit Fachkräften.

"Versorgungssicherheit entsteht nicht nur durch Technik, sondern auch durch funktionierende Partnerschaften. Wenn wir Wissen, Ressourcen und Kompetenzen stärker bündeln, können wir die Wasserversorgung in der Region resilienter machen", sagte Matthias Hahner. Gemeinsame Lösungen sollten dort entstehen, wo sie einen konkreten Nutzen bringen. "Keine Kommune muss jede Herausforderung allein lösen. Gerade beim Fachkräftemangel, bei Spezialwissen und bei komplexen technischen Aufgaben kann Zusammenarbeit ein wichtiger Schlüssel sein", erklärte Hahner.

Der Kommunale Beirat soll deshalb auch künftig als Plattform für den regelmäßigen Austausch dienen. Ziel ist eine noch engere regionale Zusammenarbeit – damit die Wasserversorgung auch unter schwierigeren klimatischen Bedingungen zuverlässig bleibt. (mis/pm) +++

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