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Goethepark öffnet sich zur Schwalm

Naturnahe Park-Erweiterung: Stadt setzt Millionen‑Projekt für Klimaschutz um

Der Goethepark in Alsfeld reicht nun bis hinunter zur Schwalm: Mit der naturnahen Erweiterung hat die Stadt ein umfangreiches Projekt zur Klimaanpassung und zum Hochwasserschutz erfolgreich abgeschlossen.
Fotos: Stadt Alsfeld

25.09.2026 / ALSFELD - Der Goethepark in Alsfeld reicht nun bis hinunter zur Schwalm: Mit der naturnahen Erweiterung hat die Stadt ein umfangreiches Projekt zur Klimaanpassung und zum Hochwasserschutz erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt wurden rund 1,9 Millionen Euro investiert, knapp 945.000 Euro stammen aus dem Bundesprogramm "Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel".



Rund um den Goethepark und das ehemalige Feuerwehrgelände in der Carl-Metz-Straße war die Entwässerung lange technisch ausgebaut und größtenteils verrohrt. Bei Starkregen kam es wiederholt zu Rückstau und Überflutungen, insbesondere an der Straße "An der Au". Das versiegelte Gelände der ehemaligen Feuerwache belastete zudem das Stadtklima und trennte den Park von der Schwalmaue.

Insgesamt rund 3.500 Kubikmeter Rückhalteraum für Niederschlagswasser

Auf dem ehemaligen Feuerwehrgelände wurden Asphalt- und Schotterflächen zurückgebaut und Altlasten beseitigt. Rund 2.350 Quadratmeter Fläche sind jetzt entsiegelt und begrünt. Unter der Straße "An der Au" wurde ein neuer, rund 15,60 Meter langer Durchlass mit deutlich größerem Querschnitt gebaut. Eine offene Flutmulde leitet das Wasser von dort oberirdisch zur Schwalm. Die Schwalm wurde auf rund 80 Metern Länge aufgeweitet und mit flachen, naturnahen Ufern gestaltet. Dadurch verringert sich die Fließgeschwindigkeit, und bei Hochwasser steht mehr Raum zur Verfügung. Im Goethepark wurde das technisch ausgebaute Gerinne zu einer naturnahen Wiesenmulde umgestaltet. Ein Feinrechen im Regenüberlaufbecken hält zudem Grobstoffe aus dem Gewässer fern. Insgesamt bieten die neuen Flächen rund 3.500 Kubikmeter Rückhalteraum für Niederschlagswasser.

Die offene Grünverbindung zwischen Park und Aue unterstützt die Entstehung und den Abfluss von Kaltluft und wirkt der Aufheizung der Innenstadt entgegen. Neue Pflanzungen und strukturreiche Ufer bieten Insekten und Kleintieren Lebensraum. Auf den entsiegelten Flächen kann Regenwasser wieder versickern und zur Grundwasserneubildung beitragen. Barrierefreie Wege verbinden bisher getrennte Flächen. Eine Riesenschaukel, eine Boulefläche und Rastplätze stehen den Besucherinnen und Besuchern zur Verfügung und mehrere Zugänge führen direkt ans Wasser.

Die Planungen begannen 2020 mit dem Kasseler Büro Wagu. Das Baugrundinstitut Dipl.-Ing. Knierim aus Kassel untersuchte den Baugrund sowie Boden und Altlasten. Nach der wasserrechtlichen Genehmigung im Juni 2025 begann die Strabag aus Bad Hersfeld im September 2025 mit den Bauarbeiten. Den Feinrechen lieferte und baute die Huber SE aus Berching ein, die Bauunternehmen Daume GmbH aus Gilserberg bereitete das Regenüberlaufbecken dafür vor. Die bodenkundliche Baubegleitung übernahm die IfÖL GmbH aus Kassel. Das Projekt wurde von den Wasser- und Naturschutzbehörden sowie dem Wasserverband Schwalm begleitet. Die Stadt versteht die Erweiterung als Vorbild für weitere Vorhaben zur Renaturierung und Klimaanpassung in Alsfeld. (mis/pm) +++

Die offene Grünverbindung zwischen Park und Aue unterstützt die Entstehung und den Abfluss von Kaltluft und wirkt der Aufheizung der Innenstadt entgegen.

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