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70 Teilnehmer in der Bibliothek am Dom

Diözesantag würdigt Ehrenamt: Büchereien - stabile Orte in Zeiten des Wandels

Im Mittelpunkt des diesjährigen Diözesantages der kirchlichen Büchereiarbeit im Bistum Fulda stand ein Gedanke, der die aktuelle Situation treffend beschreibt.
Fotos: Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars

25.09.2026 / FULDA - Im Mittelpunkt des diesjährigen Diözesantages der kirchlichen Büchereiarbeit im Bistum Fulda stand ein Gedanke, der die aktuelle Situation treffend beschreibt: "Gerade in einer Zeit, in der sich kirchliche Strukturen verändern, brauchen wir Orte, die bleiben, Menschen zusammenbringen und Gemeinschaft ermöglichen." Rund 70 ehrenamtlich Engagierte aus den katholischen öffentlichen Büchereien (KÖBs) kamen dafür in der Bibliothek am Dom zusammen - einem Ort, der selbst für Beständigkeit, Austausch und kulturelle Teilhabe steht.



Der Diözesantag war zugleich ein ausdrücklicher Dankeschöntag. Gewürdigt wurden all jene, die sich mit großem persönlichen Einsatz für die Büchereiarbeit engagieren und damit Räume schaffen, in denen Begegnung, Bildung und Gemeinschaft weiterhin möglich sind – gerade in Zeiten des Wandels. Auch Generalvikar Dr. Martin Stanke griff diesen Gedanken in seiner Morgenandacht auf und würdigte die Bedeutung der Büchereien für das kirchliche Leben vor Ort. Im Anschluss nahm er sich Zeit, gemeinsam mit der Fachstelle Büchereiarbeit die Ehrenamtlichen zu ehren.

Büchereien sind etwas sehr Wertvolles

Ausgezeichnet wurden zunächst die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die den Grundlehrgang BASIS zwölf erfolgreich absolviert haben. Darüber hinaus erhielten zahlreiche Ehrenamtliche Ehrenurkunden des Bischofs für ihr langjähriges Engagement in den kirchlichen Büchereien. Geehrt wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für 10, 20, 30 und sogar 40 Jahre ehrenamtliche Büchereiarbeit. "Diese Ehrungen zeigen eindrucksvoll, wie viel Zeit, Wissen und Herzblut Menschen über viele Jahre in ihre Büchereien einbringen", sagte Dr. Alessandra Sorbello Staub, Leiterin der Bibliothek am Dom und der Fachstelle Büchereiarbeit im Bistum Fulda. "Dafür möchten wir heute vor allem Danke sagen."

Die kirchlichen Büchereien stehen derzeit selbst vor zahlreichen Veränderungen. Der geplante Wechsel von BVS zu Minerva bringt neue Arbeitsinstrumente mit sich. Gleichzeitig verändern sich die kirchlichen Strukturen vor Ort durch die Zusammenlegung von Pfarreien und die neue Immobilienstrategie des Bistums. "Bei all diesen Veränderungen sollten wir eines nicht aus dem Blick verlieren: Was wir mit unseren Büchereien haben, ist etwas sehr Wertvolles", betonte Sorbello Staub. "Unsere Büchereien sind längst mehr als ein Angebot zur Ausleihe von Büchern. Sie sind Orte der Begegnung und der Teilhabe und ermöglichen Menschen einen niedrigschwelligen Zugang zu Bildung, Kultur und Gemeinschaft."

Gerade deshalb sei es wichtig, die Arbeit der Büchereien sichtbar zu machen und auch gegenüber den Trägern für ihre Bedeutung zu werben. "Wir sollten zeigen, wie viele Menschen unsere Büchereien erreichen, welche Angebote dort entstehen und welche Begegnungen möglich werden. Vor allem müssen wir deutlich machen, was verloren geht, wenn ein solcher Ort wegfällt", so Sorbello Staub.

"Ein Ort, an dem Kirche bei den Menschen präsent ist"

Der Diözesantag bot neben dem Dank und der Anerkennung auch Gelegenheit zur fachlichen Weiterentwicklung. Die Nachhaltigkeitsbeauftragte des Bistums, Dr. Beatrice van Saan-Klein, widmete sich in ihrem Impuls dem Thema Nachhaltigkeit in der Büchereiarbeit und vermittelte praktische Ideen, wie Nachhaltigkeit im Alltag einer Bücherei umgesetzt werden kann.

Am Nachmittag konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in verschiedenen Workshops neue Möglichkeiten für ihre Arbeit kennenlernen. Im Mittelpunkt standen dabei Canva, die EKZ-Bücherwelt sowie Minerva, die neue Software für die kirchliche Büchereiarbeit. Bei Kaffee und Kuchen klang der Diözesantag schließlich in geselliger Atmosphäre aus. Neben fachlichen Anregungen stand dabei vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt.

Der Diözesantag machte damit zugleich sichtbar, was die kirchliche Büchereiarbeit im Bistum Fulda auszeichnet: Sie lebt von Menschen, die sich vor Ort engagieren, Verantwortung übernehmen und ihre Büchereien zu offenen Orten für die Menschen in ihren Gemeinden machen. "Wir möchten unsere Ehrenamtlichen ermutigen, selbstbewusst zu zeigen, was ihre Büchereien leisten", so Sorbello Staub. "Denn wer für eine Bücherei wirbt, wirbt nicht nur für Bücher. Er wirbt für einen Ort, an dem Kirche bei den Menschen präsent ist." (mis/pm) +++

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