Analyse nach den Wahlen
Denkzettel für Merz: Warum der Bundeskanzler jetzt unter Zugzwang steht
Archivfotos: Carina Jirsch
22.09.2026 / REGION -
Es war der nächste Denkzettel für Kanzler Friedrich Merz (CDU): Nach den dramatischen Verlusten der CDU von knapp 20 Prozent bei der Wahl in Sachsen-Anhalt vor zwei Wochen kam am Sonntag die nächste Klatsche aus Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Dabei wurde wieder einmal klar: Die Ergebnisse waren eine Absage an die Merz-Regierung.
Besonders die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern war ein historisches Desaster für die CDU. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg scheitert die CDU an der Fünf-Prozent-Hürde und fliegt mit 4,9 Prozent damit aus dem Landtag. Zwar war die Union im von SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig regierten Bundesland noch nie besonders stark - das Ergebnis vom Sonntag bedeutet allerdings eine Zäsur. Ähnlich wie in Sachsen-Anhalt ist auch hier die AfD mit 38,2 Prozent stark und gewinnt damit rund 22 Prozent im Vergleich zur letzten Landtagswahl dazu. Sie wurde auch hier erstmals stärkste Kraft.
Die Geduld der Wähler ist vorbei
Und der Druck kommt auch immer mehr von der Parteibasis und den Ministerpräsidenten. Da hilft auch die Erklärung vor wenigen Tagen nichts, die bezeugen sollte, dass die CDU-Landeschefs hinter Merz stehen. Auch für sie stehen schwere Zeiten bevor. Die nächsten Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sind im April 2027 - mit Merz als Kanzler und ohne Reformen, die Deutschland wirklich weiterbringen, könnte der Absturz der CDU hier genauso weitergehen.