Minister Pentz zieht positive Bilanz

KI, Handel und Innovation: Hessen baut Zusammenarbeit mit Ostafrika aus

Neue Partnerschaften für Hessen: KI-Allianz mit Ostafrika unterzeichnet.
Fotos: Hessische Staatskanzlei/privat

19.09.2026 / WIESBADEN - "Wir haben Türen geöffnet – jetzt müssen die Unternehmen durchgehen." Dieses Fazit zieht Hessens Minister für Internationales, Manfred Pentz, nach seiner sechstägigen Delegationsreise nach Ostafrika. Dort hatte er mit einer 33-köpfigen Wirtschaftsdelegation Ruanda, Tansania und Kenia besucht.



Im Mittelpunkt standen drei Wirtschaftsforen "Invest.EastAfrica!" in allen Hauptstädten. Die letzte und größte Konferenz fand in Nairobi statt, an ihr nahmen etwa 600 CEOs und Wirtschaftsvertreter sowie Staats- und Regierungschefs aus der Region teil. eEinen Höhepunkt bildete die feierliche Unterzeichnung einer KI-Allianz zwischen Hessen und der East African Community (EAC).

"Hessen und Ostafrika sind starke Partner mit vielen gemeinsamen Interessen. Mit der Unterzeichnung der "AI Alliance!" gehen wir den nächsten Schritt. Bei den Zukunftsthemen Digitalisierung und KI stellen wir unsere Zusammenarbeit auf ein festes Fundament - unter dem Leitgedanken: German Technology made in Hessen meets African Innovation", so Staatsminister Pentz nach der Unterzeichnung. "Mit dieser Partnerschaft schaffen wir einen direkten Innovationskanal im Bereich der Digitalisierung und KI-Forschung zwischen Hessen und der East African Community."

Politische Gespräche

Neben den Terminen mit der Wirtschaftsdelegation führte Staatsminister Pentz zahlreiche Gespräche auf höchster politischer Ebene. Im bilateralen Treffen mit Kenias Außenminister Musalia Mudavadi wurde deutlich, dass beide Seiten ein Interesse an langfristiger Zusammenarbeit haben. "Ob Innovation, Investitionen oder Technologietransfer – von einer Kooperation können beide Seiten profitieren. Letztlich geht es um Wertschöpfung, Jobs und Wirtschaftswachstum für beide Seiten.

Hessen und Ostafrika kann zu einer echten Erfolgsstory werden, eine Win-Win-Geschichte. Besonders freut mich, dass der Außenminister meine Einladung nach Hessen angenommen hat."

Weitere Gespräche am Rand der Konferenz gab es mit Rebecca Kadaga, der stellvertretenden Premierministerin Ugandas, die auch amtierende Ratsvorsitzende der East African Community (EAC) ist. Auch mit Judith Salvio Kapinga, Handelsministerin Tansanias führte Minister Pentz vertrauliche Treffen und mit Stephen Patrick Mbundi, Generalsekretär der EAC.

Hessisches Selbstbewusstsein

Ostafrika gehört zu den dynamischen Wachstumsregionen der Welt. Junge, gut ausgebildete Menschen, eine wachsende Wirtschaft, starke Universitäten und eine lebendige Gründerszene treffen auf einen regionalen Markt, der immer enger zusammenwächst. Genau hier sieht die Hessische Landesregierung neue Chancen für die hessische Wirtschaft. Für Hessen geht es dabei um neue Absatzmärkte, Investitionen und Arbeitsplätze.

"Hessen zählt zu den exportstärksten Regionen Europas– selbst im Vergleich zu Nationalstaaten. Mit diesem Selbstbewusstsein sind wir hier aufgetreten und wurden von unseren Gastgebern auf Augenhöhe begrüßt", so Staatsminister Pentz.

Begleitet von Wirtschaftsdelegation

Begleitet wurde der Minister von einer 33-köpfigen Wirtschaftsdelegation. Mit dabei waren beispielsweise Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Industrie- und Handelskammern, Banken, Unternehmen der Luftverkehrs-, Pharma- und Biotechnologiebranche sowie Start-up Unternehmer.

Besonders starke wirtschaftliche Anknüpfungspunkte zwischen Hessen und Ostafrika bestehen in den Bereichen Pharma und Gesundheit, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, kritische Rohstoffe sowie Logistik. "Das sind Bereiche, in denen Hessen besonders stark ist, in denen sich in der Region unwahrscheinlich viel tut. Genau daraus können neue Partnerschaften und konkrete Geschäftsmöglichkeiten entstehen", so Minister Pentz.

"Internationale Partnerschaften sind kein Luxus. Sie sind die Grundlage für unseren wirtschaftlichen Erfolg in Hessen." - Staatsminister Manfred Pentz

Beeindruckt von Dynamik

In Ruanda, Tansania und Kenia zeigte sich Staatsminister Pentz beeindruckt von der Dynamik der Unternehmen und Motivation der Menschen. "Ich habe hier gut ausgebildete, junge Leute getroffen, die in agilen Unternehmen arbeiten. Dazu Politikerinnen und Politiker, die einen Plan für ihr Land und die ganze Region haben. Die Wachstumsraten sind beeindruckend. Besonders gefällt mir die "hands-on"-Mentalität in Ostafrika. Aus dieser Kombination kann Großes entstehen, wenn deutsche Technologie auf afrikanische Innovation trifft", so Staatsminister Pentz.

Bei all dem sei der Ansatz der Hessischen Landesregierung klar: "Wir kommen nicht als Entwicklungshelfer. Wir verfolgen handfeste wirtschaftliche Interessen – und möchten Partnerschaften, von denen beide Seiten profitieren", so Pentz.

Geschichte verstehen

Erstes Ziel der Reise war Ruanda gewesen. 1994 hatte sich hier der Völkermord an den Tutsi ereignet. Innerhalb von 100 Tagen wurden bis zu einer Million Menschen brutal ermordet. Deshalb war der Besuch beim Kigali Genocide Memorial weit mehr als ein Pflichtbesuch. "Wer Ruanda verstehen will, der muss sich mit dieser Geschichte auseinandersetzen. Der Besuch der Gedenkstätte hat mich tief bewegt", sagte Minister Pentz, nachdem er am Memorial einen Kranz niedergelegt hatte. (js/pm)+++

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