Tiefes Verständnis für gelebte Inklusion
Beate Krieger aus Hünfeld erhält Pflegemedaille des Landes Hessen
Beate Krieger (links) bei der Verleihung der Pflegemedaille mit ihrem Sohn Julian, ihrem Mann Wolfgang Krieger sowie Stadträtin Karin Grosch.
Fotos: Stadt Hünfeld
18.09.2026 / HÜNFELD -
Krieger aus Hünfeld hat in Wiesbaden die Pflegemedaille des Landes Hessen erhalten. Prof. Dr. Christian Raible, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, verlieh bei einem Festakt im Schloss Biebrich die Auszeichnung an sechs Bürgerinnen und Bürger.
Seit der Geburt vor 36 Jahren pflegt und versorgt Beate Krieger ihren Sohn Julian. Seine Einschränkungen erfordern eine dauerhafte Betreuung rund um die Uhr. Ihren Beruf gab sie dafür auf. "Sie begleiten Julian mit großer Geduld und liebevoller Zuwendung", sagte Raible und ergänzte: "Sie geben ihm seit 36 Jahren Orientierung, Sicherheit und Geborgenheit."
Über Jahrzehnte hinweg habe die Hünfelderin ihre eigenen Bedürfnisse zurückgestellt und sich mit bewundernswerter Selbstverständlichkeit und innerer Stärke einer Aufgabe gewidmet, die höchste Anerkennung verdiene. Dank der unermüdlichen Unterstützung seiner Eltern ist Julian immer mit dabei – bei Spaziergängen, Familienfeiern, beim Einkaufen und bei Veranstaltungen in der Stadt Hünfeld.
Der Staatssekretär hob hervor, dass sich Beate Krieger auch in den Einrichtungen einbringe, die Julian besucht. Dabei setzt sie sich nicht nur für die Belange ihres Sohnes ein, sondern auch für andere Menschen mit Beeinträchtigung. "Ihr Wirken ist geprägt von Mitgefühl, Weitblick und tiefem Verständnis für gelebte Inklusion." Seit kurzem engagiert sich Beate Krieger auch im neuen Verein "La Vie – inklusiv leben und arbeiten in Hünfeld" als Schriftführerin. Der Verein setzt sich für ein gemeinsames, barrierefreies und inklusives Lebens- und Wohnmodell für Menschen mit und ohne Behinderung in Hünfeld ein.
Bei der Verleihung der Pflegemedaille in Wiesbaden wurde Beate Krieger von ihrem Mann Wolfgang, ihrem Sohn Julian, ihren Geschwistern Thomas Schreiber und Elisabeth Möller sowie von Stadträtin Karin Grosch begleitet. Die vom Hessischen Ministerpräsidenten gestiftete Auszeichnung macht seit 2004 auf den Einsatz pflegender Angehöriger aufmerksam, die in herausragender Weise nahestehende Pflegebedürftige, kranke oder behinderte Menschen jahrelang unentgeltlich gepflegt und betreut haben.
"Alle, die heute hier geehrt werden, stehen stellvertretend für die hunderttausenden pflegenden Angehörigen in Hessen. Dabei sind sie in besonderer Weise Vorbilder, Beispiele für Nächstenliebe und Symbole für Verantwortung", erklärte Christian Raible. (pm/jk) +++