Sicherheitstag der Polizei Osthessen

Zahlreiche Lkw-Kontrollen: Wenn die Ladungssicherung mangelhaft ist

Für dieses Gespann geht es nicht weiter. Die transportierten Reifen sind nicht richtig gesichert, an der Plane deutlich zu erkennen.
Fotos: Felix Weigl

18.09.2026 / KIRCHHEIM - Am Mittwoch richtete die Direktion Verkehrssicherheit und Sonderdienste des Polizeipräsidiums Osthessen in Kooperation mit dem "Fernfahrerstammtisch Hessen" einen großangelegten Aktionstag aus. Auf dem Gelände des SVG-Autohofs in Kirchheim wurden zahlreiche Transporter und Fernfahrer auf Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten, aber auch auf Abmessung und Gewicht der Fahrzeuge kontrolliert.


"Es geht nicht darum, hohe Bußgelder zu kassieren, die Kontrollen dienen der Verkehrssicherheit", erklärt Mario Döring, Polizeihauptkommissar der Direktion Verkehrssicherheit vom Polizeipräsidium Osthessen, gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Egal ob Kleintransporter oder Großraum- und Schwertransporter, die Palette der Fahrzeuge im Güterverkehr ist groß.


Ein Fahrzeug wurde bereits am Vortag aus dem Verkehr gezogen. Unzureichende Ladungssicherung verhinderte die Weiterfahrt. Eine gelbe Kralle an einem Vorderreifen wird erst entfernt, wenn die Mängel behoben sind. Das kann dauern. Manchmal einen Tag, andere Fahrzeuge stehen auch mal mehrere Wochen.

Am Mittwoch wird ein Gespann herausgewunken, dessen seitliche Planen deutlich ausgebeult sind. Es transportiert Reifen, zwar sauber gestapelt, allerdings nicht ausreichend gesichert. Ohne Sondergenehmigung dürfen Fahrzeuge maximal zwei Meter und 55 Zentimeter breit sein. Durch die verschobene Ladung wurden bei dem Fahrzeug zwei Meter und 70 Zentimeter festgestellt.

Für den Fahrer bedeutet dies das Ende der Tour und 90 Euro Strafe. Den Unternehmer dahinter erwartet eine Strafe von bis zu 4.000 Euro. Ein anderes Fahrzeug muss bestellt, die Reifen dann umgeladen werden - wenn das zweite Fahrzeug einen sicheren Aufbau dafür vorweisen kann. Wie lang er nun am Rastplatz warten muss, ist noch ungewiss. Daher werden bewusst Kontrollpunkte mit einer gewissen Infrastruktur gewählt. Die Fahrer sollen nicht irgendwo im Nirgendwo auf einem Parkplatz stranden, ohne die Möglichkeiten einer Übernachtung oder Verpflegung.

Jahrelang geübtes Auge

Wie die Fahrzeuge ausgewählt werden, die genauer kontrolliert werden, ist unterschiedlich. Mal sind es Auffälligkeiten im Fahrverhalten, die auf Übermüdung hinweisen können, mal ist der technische Zustand der Fahrzeuge auffällig oder man erkennt schon an der Plane eine mangelnde Ladungssicherung.

"Mit den Jahren hat man ein Auge dafür und kennt seine Pappenheimer", so Döring schmunzelnd. Einige Fallbeispiele werden anderen Fernfahrern gezeigt. Aber nicht, um zu belehren, sondern um zu sensibilisieren. Dafür werden dann auch Konsequenzen von Unfällen gezeigt, wenn unzureichend gesicherte Ladung nicht rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen wurde.

Viele Gespanne und Transporter können an dem Tag ohne Beanstandungen ihre Touren fortsetzen. Und auch die Fahrer, deren Tour zwangsweise pausieren muss, haben oft Verständnis für die Kontrolle, die der Verkehrssicherheit aller dient. (fw) +++

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