Hessen-MP gegen Brandmauer-Strategie
Abgrenzung statt Ausgrenzung: Boris Rhein fordert neuen Umgang mit AfD
Archivfoto: Hendik Urbin
16.09.2026 / WIESBADEN -
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) spricht Klartext: In einem aktuellen Gastbeitrag in der WELT stellt sich Rhein gegen die "Brandmauer"-Strategie der Union und wünscht sich einen neuen Umgang mit der AfD. Der Tenor: Abgrenzung statt Ausgrenzung.
In dem Gastbeitrag konstatiert Rhein: "Probleme verschwinden nicht dadurch, dass man sie verschweigt, verdrängt, verleugnet, sie hinter Brandmauern verbannt oder indem man Parteien verbietet. Sie bleiben durch all das weiterhin ungelöst und treiben Wählerinnen und Wähler an die Ränder." Er fordert damit ein Ende der Ausgrenzung zur AfD.
Rhein plädiert dabei auch auf einen anderen Umgang miteinander: "Was früher eine demokratische Auseinandersetzung war, wird heute unmittelbar zum Kulturkampf erklärt. Aus Streit wird das hohle Schüren von Verdachtsmomenten, aus Differenzen in Einschätzungen und Meinungen wird ein moralisches Urteil." Und er macht klar: "Wer Debatten über unterschiedliche Positionen, Einschätzungen, Meinungen, Gefühle oder Ängste in der Mitte verweigert, stärkt die politischen Ränder."
In seinem Gastbeitrag findet Rhein klare Worte zum Umgang mit der AfD und der Brandmauer: "Wenn es in unserer Gesellschaft einen Brand gibt, dann ist es unsere gemeinsame Aufgabe, ihn zu löschen und nicht zu versuchen, nur einen Teil der Gesellschaft davor zu schützen und den Rest den Flammen preiszugeben."
Diese klare Abgrenzung über Argumente durch eine bloße Ausgrenzung aus Abneigung zu ersetzen, schließe in der Konsequenz Wählerinnen und Wähler sowie deren Einschätzungen und Themen vom offenen Diskurs und einer fairen politischen Auseinandersetzung aus – und stärke die AfD, anstatt sie zu schwächen. (Moritz Pappert) +++
Symbolbild: ON