Landeshaushalt vorgestellt

Hessen unter Spardruck: 1,7 Milliarden Euro neue Schulden geplant

Der Hessische Landtag in Wiesbaden
Symbolbild: Hendrik Urbin

16.09.2026 / WIESBADEN - Das Land Hessen steht unter Spardruck: Das zeigt sich auch am Mittwoch bei der Vorstellung des Regierungsentwurfs für den Landeshaushalt 2027 in Wiesbaden. Finanzminister Alexander Lorz (CDU) betonte dort: "Die Lage ist schwierig, wir haben weiterhin eine anhaltende Wachstumsschwäche in ganz Deutschland. Das schränkt unsere Spielräume auch weiterhin massiv ein."



Aber trotz der schwierigen Lage will Hessen weiter investieren - besonders in Bildung und Infrastruktur. Das meiste Geld, 6,5 Milliarden Euro, fließt in die Bildung. Das sind über 300 Millionen Euro mehr als 2026 – und damit ein neuer Rekordwert. Unter anderem dafür muss das Land rund 1,7 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen. Und auch die Zahl der Beschäftigten sinkt erstmals seit Jahren leicht im Vorjahresvergleich auf rund 161.500.

Weitere Investitionen sind etwa in die Stärkung von Wirtschaft, Verkehr und Wohnen (3,7 Milliarden Euro), Wohnraumförderung und bei Investitionen in den Straßenbau. In die Ordnung und Sicherheit in Hessen fließen 1,9 Milliarden Euro. Für die Digitalisierung des Landes stehen 420 Millionen Euro bereit.

"Deutschlands Wirtschaftsschwäche hält an. Wir treten im Grunde seit Jahren auf der Stelle. Für Hessen hat das massive Auswirkungen: Uns fehlen Jahr für Jahr rechnerisch mehr als zwei Milliarden Euro, die wir unter normalen Umständen an Steuereinnahmen hätten erwarten können. Das ist viel Geld", so Finanzminister Lorz.

Und weiter sagt er: "Hessen konsolidiert mit Augenmaß. Dadurch ist es uns gelungen, die Ausgaben geringer wachsen zu lassen als die Einnahmen. Auch diese Trendwende ist wichtig. Ohne weiteres Wirtschaftswachstum werden wir aber in den kommenden Jahren nicht um substantielle Einschnitte im Landeshaushalt herumkommen." (mp) +++


Hessens Finanzminister Alexander Lorz (CDU)
Archivfoto: Carina Jirsch

X