Ölheizung hat keine Zukunft
Nach Preiswatsche beim Heizöl: Diese Experten-Tipps sparen bares Geld
Symbolbild: Pixabay
17.09.2026 / REGION -
"Auch wenn sich die Konflikte, die den aktuellen Preisanstieg bestimmen, lösen, werden die Preise langfristig steigen", mahnt Frauke Hasheider, Energieberaterin der Verbraucherzentrale Hessen. Was empfiehlt sich Verbrauchern langfristig - und wie kann mittelfristig der überstrapazierte Geldbeutel geschont werden?
Die Preise für Heizöl steigen und steigen - und werden zur Belastungsprobe für viele Haushalte. Zuletzt hat OSTHESSEN|NEWS bei den Versorgern nachgehakt. Nun sprechen wir mit einer Expertin der Verbraucherzentrale Hessen. Wie bewertet sie die Situation?
"Grundlegend stimme ich zu, dass man sich in der aktuellen Lage erstmal nur mit einem Teilbedarf eindecken sollte", ordnet sie die Empfehlung der Versorger ein. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Preise noch einmal fallen könnten. Außerdem sei zu bedenken, dass ein kollektiver Kaufrausch aus Angst vor einem Preisanstieg den Marktwert von Heizöl weiter nach oben treiben und so die Lage verschärfen könnte.
"Da bleibt oft nur Wärmepumpe oder Pelletkessel"
Ab 2029 gelte zudem die "Biotreppe" - Grüngas und Bioöl werden anteilig genutzt werden müssen. "Weder das eine noch das andere steht im Moment ausreichend zur Verfügung", konstatiert die Expertin. Auch das wird daher zu einem Preisanstieg führen. Eigner müssten sich Gedanken machen, perspektivisch auf ein anderes Heizsystem umzuschwenken: "Da bleibt oft nur Wärmepumpe oder Pelletkessel." Immerhin werde das einen auch unabhängig machen von globalen Ereignissen, "die zu horrenden Preisen führen".Heizkosten sparen: Diese Tipps helfen
Außerdem beraten die Verbraucherzentralen auch ganz praktisch zu Einsparmaßnahmen, wenn gewünscht. Uns nennt die Expertin fünf:1. Raumtemperatur leicht absenken: Schon 1 Grad weniger Raumtemperatur spart bis zu 6 Prozent Heizenergie.
2. Heizkörper nicht verdecken: Heizkörper sollten möglichst freistehen. Thermostate dürfen nicht durch Vorhänge, Möbel oder andere Gegenstände zugehängt werden, damit sie die Temperatur richtig erfassen können.
3. Warmwasserzirkulation überprüfen: Über die Warmwasser-Zirkulationsleitung geht in Häusern relativ viel Wärme verloren. Es lohnt sich, die Laufzeiten der Zirkulation anzupassen bzw. zu reduzieren.
4. Heizung fachgerecht einregulieren lassen: Wer selbst Einfluss auf die Heizungsanlage hat, sollte prüfen, ob diese wirklich gut eingestellt ist. Im Zweifel lohnt es sich, einen Installateur hinzuzuziehen.
5. Abschlagszahlungen rechtzeitig anpassen: Mit Vermieter oder Energielieferant sollten frühzeitig höhere Abschlagszahlungen vereinbart werden. Das tut zwar auch weh, verhindert aber eine hohe Nachzahlung am Ende auf einen Schlag.
Die ermutigende Botschaft zum Schluss: "Wir haben das ja schon mal durchgestanden, als durch die Ukrainekrise die Preise hinaufschossen", so Hasheider. (mmb) +++
Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler