Sicherheit auf dem Prüfstand
Ortseinfahrt Rothemann: Bürger und Politik fordern Verbesserungen
Fotos: Justin Klenner
16.09.2026 / EICHENZELL -
Verkehrssicherheit auf dem Prüfstand: Die Verkehrssituation am Ortseingang von Eichenzell-Rothemann (Kreis Fulda), die Position des Ortsschildes, die sichere Querung der Bundesstraße sowie die Radwegeplanung standen im Mittelpunkt einer Ortsbegehung des Bau- und Umweltausschusses am Dienstagnachmittag. Gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde, des Ortsbeirats und interessierten Bürgern wurden bestehende Probleme und mögliche Lösungsansätze direkt vor Ort diskutiert.
Bereits seit mehr als einem Jahr sorgt die Baustelle an der A7 bei Bad Brückenau (Unterfranken) für ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in Rothemann – OSTHESSEN|NEWS berichtete. Viele Autofahrer verlassen die Autobahn und nutzen die B27 als Ausweichstrecke, bevor sie später wieder auf die A7 auffahren. Dadurch wird der Ortsteil täglich von zusätzlichem Verkehr belastet. Anwohner klagen über die Folgen des gestiegenen Verkehrsaufkommens.
Ortsschild sorgt für Diskussionen
Der Vorsitzende des Bau- und Umweltausschusses, Joachim Weber (Bürgerliste Eichenzell), betonte die Bedeutung von Außenterminen. Ziel sei es, den Ausschussmitgliedern einen unmittelbaren Eindruck von den örtlichen Gegebenheiten zu vermitteln und mögliche Maßnahmen direkt vor Ort zu besprechen. Weber verwies dabei auf den Ermessensspielraum der zuständigen Behörden: "Wenn eine Maßnahme die Wohnqualität der Bewohner verbessert, ohne jemandem zu schaden, warum sollte man sie dann nicht umsetzen?" Für Alfons Schäfer, Anwohner und CWE-Fraktionsvorsitzender in der Gemeinde Eichenzell, ist die Situation weiterhin unbefriedigend. "Alle Rothemänner wissen, was hier abläuft. Nur die Behörden offenbar nicht", kritisierte er. Die CWE fordert bereits seit längeren Maßnahmen zur Verkehrssicherheit. Rechtliche Grenzen für die Gemeinde
Eichenzells Bürgermeister Johannes Rothmund (CDU) machte deutlich, dass die Gemeinde über den Standort einer Ortstafel nicht eigenständig entscheiden könne. "Es gibt klare rechtliche Vorgaben, wo eine Ortstafel stehen darf", erklärte er. Die besondere Situation in Rothemann mit überwiegend einseitiger Bebauung erschwere eine Verlegung zusätzlich. Ordnungsamtsleiter Thomas Gernhard erläuterte die rechtlichen Voraussetzungen einer möglichen Versetzung.Bereits seit 2025 bemüht sich die Gemeinde um eine Verlegung der Ortstafel sowie um weitere Maßnahmen, darunter eine Geschwindigkeitsreduzierung. Die zuständigen Fachbehörden hätten die Anträge jedoch abgelehnt. Begründet worden sei dies damit, dass eine Ortstafel dort stehen müsse, wo eine geschlossene Bebauung eindeutig erkennbar sei. Nach Auffassung der Behörden sei dies erst im Bereich der Haimbuchstraße gegenüber dem Geldautomaten der Fall. "Nach der Argumentation des Landkreises steht das Ortsschild eher zu weit draußen als zu weit im Ort", berichtete Gernhard. Mehrere Ortstermine hätten bislang keine andere Bewertung ergeben.
Radwegeplanung als Chance
Eichenzells Bauamtsleiter Nico Schleicher erklärte, dass die Wünsche der Gemeinde in die laufenden Planungen für den Radweg eingebracht worden seien. Zudem seien im Haushalt 2026 bereits entsprechende Mittel vorgesehen. Im Zuge der Radwegeplanung soll auch die gesamte Verkehrssituation im Bereich der Ortseinfahrt untersucht werden. "Das ist aber keine kurzfristig umsetzbare Maßnahme", sagte Schleicher.Bürgermeister Rothmund sprach sich dafür aus, im Zuge der Radwegeplanung eine sichere Querungsmöglichkeit zu schaffen. Ein sogenannter Geschwindigkeitstrichter könne nur unter bestimmten Voraussetzungen eingerichtet werden. "Es wäre wünschenswert, in überschaubarer Zeit eine sichere Überquerung der Straße zu ermöglichen", sagte er. Eine konkrete Lösung gebe es bislang nicht. Die Verantwortlichen signalisierten jedoch, dass die Verkehrssicherheit in Rothemann weiterhin ein Schwerpunkt bleiben werde.
Geldautomat bleibt Diskussionspunkt
Auch der Standort des neuen Geldautomaten war Thema der Ortsbegehung. Rothmund erklärte, dass der bisherige Standort unter anderem aufgrund des Risikos von Automatensprengungen sowie versicherungstechnischer Probleme aufgegeben worden sei. "Die Versicherung wollte keinen Automaten mehr im Gebäude versichern. Die VR-Bank war bereit, weiterhin einen Automaten anzubieten, allerdings nur an einem Standort mit entsprechender Nutzung", erläuterte der Rathauschef.