Das empfehlen Händler

Auch Heizöl teuer wie nie! Warum Sie dennoch zuschlagen sollten

Die Preise für Heizöl schießen aktuell erneut in nie gekannte Höhen.
Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer

16.09.2026 / REGION - "Die Preise steigen in enormer Geschwindigkeit" - das konstatiert Simon Dietz von Knittel. Die Preise für Heizöl schießen aktuell erneut in nie gekannte Höhen. Wie wirkt sich das auf den Markt aus? Was empfehlen die Händler den Kunden? Und ist ein Ende der Krise absehbar?



Das und mehr hat OSTHESSEN|NEWS die Versorger der Region gefragt. Ihre Antworten gehen ans Eingemachte. Und die Reaktionen der Kunden sind dabei äußerst verschieden. Die Heizölpreise folgen dabei einer größeren Entwicklung: Auch Super E10 ist so teuer wie nie.

Allein seit Monatsanfang seien die Preise netto um etwa 45 Euro pro 100 Liter gestiegen. Was jeder an der Zapfsäule beobachten könne, schlage sich auch beim Heizöl nieder, berichtet Dietz unserer Redaktion. Von Panikkäufern bis zur normalen Wintereindeckung sei in der Reaktion alles dabei. Ein preisbedingter Umsatzausfall sei bislang nicht eingetreten. "Da den Verbrauchern keine Entspannung aufgezeigt wird, erfahren wir gerade eine hohe Nachfragewelle."

Flüssiges Gold? Absehbar 1,80 € pro Liter!

Ähnlich bewertet Jochen Diegelmann von Rhönöl die Lage. In vierter Generation ist er im Geschäft mit dem flüssigen Gold. "Es geht seit Wochen nur nach oben und das immer schneller", berichtet er und setzt nach: "Wir erwarten absehbar Preise um die 1,80 Euro pro Liter!" Dennoch rechne er damit, dass die Preise auch wieder fallen werden. Diegelmanns Verbrauchertipp: Erstmal nur den halben Jahresbedarf kaufen.

BayWa aus München gehört zu den größeren Playern in der Heizöl-Branche. Auch in Osthessen sind sie präsent, auch mit einer Niederlassung in Hünfeld. Pressesprecher Frank Herkenhoff berichtet gegenüber unserer Redaktion: "Die Entwicklung der Heizölpreise wird derzeit vor allem von geopolitischen Risiken, der Versorgungslage auf den internationalen Energiemärkten sowie den Rohölnotierungen beeinflusst. Entsprechend hoch bleibt die Unsicherheit."

Trend ist klar, aber belastbare Prognose nicht möglich

Sollten sich die geopolitischen Spannungen entschärfen, wäre ihm zufolge grundsätzlich auch eine Entlastung bei den Energiepreisen möglich. "Aufgrund der bestehenden Unsicherheiten und der Auswirkungen auf die internationale Energieinfrastruktur rechnen Marktteilnehmer jedoch weiterhin mit einem erhöhten Preisniveau im Vergleich zu den Vorjahren." Eine belastbare Preisprognose sei aktuell nicht möglich.

Bei den Kunden sieht BayWa deutliche Schwankungen im Bestellverhalten. "Viele Verbraucher beobachten die Preisentwicklung sehr genau und verschieben Kaufentscheidungen in der Hoffnung auf günstigere Einkaufsmöglichkeiten", so der Sprecher. Gleichzeitig sei zu bedenken, dass dadurch kurzfristige Nachfragespitzen entstehen, welche die Lieferkette insbesondere logistisch fordern.

Das sind die Experten-Tipps

Daher empfiehlt das Unternehmen: den Füllstand der Tanks frühzeitig prüfen und notwendige Mengen rechtzeitig einplanen. "Da kurzfristige Preisbewegungen derzeit nur schwer vorhersehbar sind, empfehlen wir, den individuellen Bedarf für diesen Winter rechtzeitig zu decken und nicht ausschließlich auf den günstigsten Kaufzeitpunkt zu setzen. Grundsätzlich sollte zumindest eine Teilmenge rechtzeitig bestellt werden." (mmb) +++

Die Entwicklung des Heizölpreises im Bundesdurchschnitt
Foto: TECSON
Eingang der BayWa-Zentrale
Foto: BayWa

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