Samstag Start in die Regionalliga
TVH-Trainer Michael Stock: "Wir haben den Anspruch, die Klasse zu halten"
Archivbilder: O|N/André Söllner
11.09.2026 / BAD HERSFELD -
Die Sommerpause ist vorbei: Samstag starten die Handballer des TV Hersfeld in die neue Saison - und das in der Regionalliga! Im ersten Saisonspiel geht es gegen die zweite Mannschaft des TV Hüttenberg (Spielbeginn: 19 Uhr, Geistalhalle). Auf den Aufsteiger aus der Lullusstadt wartet eine aufregende Saison: neue Liga, neue Spieler – und ein neuer Trainer.
OSTHESSEN|NEWS sprach im Interview mit Michael Stock. Der Ex-Handball-Profi spielte in der Bundesliga für Hüttenberg, außerdem lief er in der 2. und 3. Liga auf. Zuletzt trainierte Stock die HSG Vulkan Vogelsberg, im Sommer übernahm er dann in Hersfeld. Und obwohl der TVH als Aufsteiger in die neue Spielzeit geht, möchte sich der neue Coach nicht verstecken.
O|N: Samstag ist das Warten auf die neue Spielzeit vorbei. Wie froh sind sie, dass die Sommerpause rum ist und es endlich losgeht?
O|N: Würden Sie sagen, die Vorbereitung lief so, wie sie es sich vorgestellt haben?
O|N: Sie sind neu als Trainer in Bad Hersfeld, die Mannschaft ist Neuling in der Regionalliga. Macht das Ihren Job schwieriger? Oder hat Sie Ihre Mannschaft gut aufgenommen?
Michael Stock: Am Ende war es für beide Seiten eine neue Situation und eine neue Chance. Ich denke, dass jeder Trainer einer Mannschaft etwas beibringen kann und wir hatten von Anfang an eine lockere und respektvolle Atmosphäre. Wir kommunizieren als Trainerteam viel mit den Spielern und Kai Hüter und ich kennen uns ja auch schon einige Zeit und wir ergänzen uns gut.
O|N: Wofür stehen Sie als Trainer? Was möchten Sie Ihren Spielern vermitteln?
Michael Stock: Ich versuche, die Last vor so einem Spiel auf möglichst viele Schultern zu verteilen. Die Mannschaft soll in ein gutes Gefüge zusammenrücken. Wir möchten außerdem nach einem System spielen. Das heißt, wir haben einen Plan, den verfolgen wir und den nehmen wir mit Höhen und Tiefen mit. In der Saison gibt es vielleicht auch mal Phasen, in denen es nicht so gut läuft. Das darf uns aber nicht aus der Ruhe bringen. Wir wollen alle Spieler mitnehmen, gerade die jungen Spieler ans Niveau im Herrenbereich ran führen. Langfristig gesehen ist es der Plan, nächstes Jahr den Klassenerhalt zu schaffen und uns dann in der Liga nach oben zu arbeiten. Was mit dieser Mannschaft definitiv möglich ist.
O|N: Hat man als Aufsteiger in der neuen Spielzeit noch mehr Druck?
Michael Stock: Das Niveau ist deutlich höher und die Teams aus der Oberliga Nord, aus der wir kommen, haben sich immer schwergetan in der Regionalliga. Der mittelhessische Raum und der Frankfurter Raum sind handballerisch einfach ein bisschen stärker. Ich weiß aber, dass die Jungs keinen Deut schlechter sind als andere Mannschaften in der Liga. Und zu sagen, wir gucken mal was geht, wäre kein Anspruch. Wir wollen jedes Spiel positiv gestalten. Das ein oder andere Spiel werden wir viel lernen, aber wir haben genug Spielertypen, die den Partien ihren Stempel aufdrücken können. Und ich bin mir sicher, dass wir einige Spiele haben, die wir gewinnen werden.
O|N: Samstag wartet Hüttenberg II auf ihr Team. Ist bei ihren Spielern Nervosität vorhanden?
Michael Stock: Ich denke, die kommt am Samstag vor dem Spiel. Hier ist einfach eine große Lust und Euphorie im Umfeld zu spüren. Ich denke, beim Warmmachen wird etwas Nervosität entstehen, aber das ist den Jungs auch gestattet und auch ein schönes Gefühl. Aber letzten Endes ist es nur Handball, alle hier spielen seit Jahren diesen Sport und nach zwei, drei Minuten verfliegt das dann.
O|N: Nochmal zu der Rolle des TVH als Aufsteiger. Könnte es zu einem Problem für das Team werden, wenn man in der Liga plötzlich mal mehrere Spiele am Stück verliert?
Michael Stock: Es ist nur ein Problem, welches ja dann die Außenstehenden draus machen. Wir sind Aufsteiger, wir sind neu in der Klasse und müssen uns an die Liga gewöhnen. Die Zeit muss man den Jungs geben, da ist jeglicher Druck von außen überflüssig. Wir haben den Anspruch, die Klasse zu halten, und es wird mit Sicherheit Phasen geben, wo es nicht so gut läuft, wo wir eine Schlappe hinnehmen müssen. Aber aus diesen Niederlagen müssen wir lernen und Fehler dann minimieren. Ich denke, dass wir schnell viel lernen werden, die Mannschaft kann das. Deshalb mache ich mir keine Gedanken drüber, wenn es mal Phasen gibt, die nicht so positiv ausfallen. (Kevin Hildebrand) +++