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"Es kommt viel Neues auf Sie zu" - Empfang für 98 neue Bürger im Stadtschloss
98 Menschen haben im Fuldaer Stadtschloss ihre Einbürgerungsurkunde erhalten und sind nun deutsche Staatsbürger.
Fotos: Philipp Gerhard
11.09.2026 / FULDA -
Für 98 neue deutsche Staatsbürger stand am Donnerstagabend ein ganz besonderer Termin im Stadtschloss an. Dort bekamen sie im Rahmen einer feierlichen Zeremonie ihre Einbürgerungsurkunden überreicht. Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann und die Geschäftsführerin des Ausländerbeirats hießen die neuen Bürger Fuldas herzlich willkommen.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Elischa und Johannes Ortlieb aus der Klavierklasse der Musikschule Fulda. Die Stücke von Mozart, Bach und Grieg untermalten passend die würdevolle Stimmung der Übergabe im Fürstensaal.
Fulda lebt von Vielfalt
"Ich habe heute die große Ehre, vielen von Ihnen die Urkunde der deutschen Staatsbürgerschaft überreichen zu dürfen", sagte Wingenfeld eingangs. Er erklärte, dass es schon seit 1999 eine Tradition sei, die neuen Bürger einzuladen und zu würdigen. Dabei sei solch eine Urkunde mehr als nur ein Stück Papier, sondern ein Bekenntnis. In seiner Ansprache kam er auch auf den heiligen Bonifatius zurück, der selbst aus England in die Region kam und Fulda gründete. "Fulda hat seine Gründung der Tatsache zu verdanken, dass neue Menschen hierherkamen", so der Oberbürgermeister.
Er merkte zudem an, dass Fulda trotz seiner über 1.000 Jahre langen Geschichte erst seit 80 Jahren eine wirkliche Demokratie ist. "Das erzähle ich, damit sie sich hier einbringen", sagte Wingenfeld. Diesen Gedanken griff auch die Stadtverordnetenvorsteherin und somit erste Bürgerin der Stadt, Margarete Hartmann, auf. "Ich lade Sie ein, sich aktiv dem gesellschaftlichen Leben anzuschließen", so Hartmann. Sie ergänzte: "In unseren Vereinen werden Sie immer herzlich aufgenommen." Zudem betonte Hartmann, dass die Stadt von Vielfalt lebe. "Es kommt viel Neues auf Sie zu, was Sie nutzen sollten. Seien Sie stolz auf das, was Sie erreicht haben", fügte sie abschließend hinzu.
Elena Martou kam als Migrantin nach Deutschland und griff aus diesem Grund ihre persönliche Geschichte auf. Bevor sie nach Deutschland kam, war sie Teil einer griechischen Minderheit in Albanien. "Ich bin Griechin und Albanerin, aber auch deutsch", betonte sie. Weiterhin hob sie hervor, welche Rolle Identität in ihrem Leben spielt. "Wir werden in unserem Alltag aufgrund von unserer Herkunft beschrieben. Sie ist auch wichtig, erzählt aber nie die gesamte Geschichte eines Menschen. Menschen, denen wir begegnen, und Orte, die wir besuchen, prägen uns ebenfalls", gab Martou zu verstehen, und genau dadurch entwickle sich eine Identität.
Im Anschluss an die Redebeiträge folgte die Übergabe der Urkunden durch Margarete Hartmann und OB Wingenfeld. Zusätzlich zur Einbürgerungsurkunde gab es eine Tasse von der Stadt Fulda sowie einen Lilientaler im Wert von fünf Euro. (pg) +++