Zwischen Brüssel, Berlin und der Heimat
"Hessen ist ein starker Player": Europaminister Manfred Pentz im O|N-Interview
Europaminister Manfred Pentz ist Hessens Mann für Europa in Brüssel und Berlin
Fotos: Christian P. Stadtfeld
10.09.2026 / BRÜSSEL -
Manfred Pentz (CDU) ist Hessens Mann für Europa. Zwischen Berlin, Brüssel und seiner Heimat Groß-Zimmern (Kreis Darmstadt-Dieburg) vertritt der 46-jährige Minister für den Bund, Europa, Internationales und Entbürokratisierung die Interessen der Hessen.
Ein Highlight in seinem Terminkalender ist der alljährliche Jahresempfang des Ministerpräsidenten in der Hessischen Landesvertretung im Europaviertel Brüssels. OSTHESSEN|NEWS hat ihn dort vor dem Empfang zum Interview getroffen.
"Die Landesvertretung in Brüssel hat in den letzten Jahren eine immer größere Rolle bekommen. Wir sind mittlerweile eine der besten Vertretungen überhaupt", freut sich Pentz im O|N-Gespräch. Und nicht nur die Landesvertretung ist in dem modernen Gebäude in Brüssel untergebracht. Auch Unternehmensvertreter, Verbände, Regionen und Gewerkschaften sind hier unter einem Dach. "Wir bringen also die Internationalität, die wir in Hessen haben, hierher. Und wir bringen die Player hier in unserer hessischen Landesvertretung zusammen", sagt der 46-Jährige.
"Wir sind ein wirklich starker Player"
Dabei wird Hessen immer wichtiger für Europa - trotz der vergleichbar geringen Einwohnerzahl. "Wir sind gemessen an der Volkswirtschaft in Europa mittlerweile immer im Ranking unter den Top 10. Und zwar nicht gemessen mit anderen Regionen, sondern mit Nationalstaaten. "Wir können uns also mit Portugal oder Spanien messen", zeigt sich Pentz selbstbewusst. Und er macht klar: "Wir sind also ein wirklich starker Player."
Problematisch dabei wird es aber, dass immer mehr Menschen das Vertrauen in die EU verlieren. Das zeigt sich auch an den Wahlergebnissen in Sachsen-Anhalt. Der Entbürokratisierungsminister betont: "Wir müssen Bürokratie abbauen, wir müssen mehr in den Wettbewerb gehen." Und weiter erklärt er: "Wir wissen, in dieser Welt, in der so viele große Volkswirtschaften emporsteigen, können wir als kleiner Nationalstaat nicht überleben. Aber gemeinsam können wir es."
Gerade in einer Welt multipler Krisen spiele Europa eine große Rolle. Dabei geht Pentz besonders auf den Lückenschluss am Westbalkan ein: "Die Länder von Slowenien über Kroatien bis nach Griechenland, die dürfen wir doch nicht den Russen, den Chinesen oder anderen Kräften überlassen. Wir müssen dort stark sein. Aber wir müssen es gemeinsam mit den Menschen vor Ort machen. Deshalb vernetzen wir uns stark, geben ihnen eine Stimmung und unterstützen sie im Beitrittsprozess zur Europäischen Union." (Moritz Pappert) +++