Infrastrukturelle Probleme

Große Unzufriedeneit: Bürgermeister will Wechsel zum Nachbarland prüfen

Bürgermeister Daniel Steffan will einen Wechsel nach Hessen prüfen
Fotos: Marvin Myketin

10.09.2026 / GERSTUNGEN - Kaum zu glauben, aber wahr: Eine Thüringer Gemeinde im Wartburgkreis fühlt sich vom Land vernachlässigt und zumindest Bürgermeister Daniel Steffan hat einen eher speziellen Vorschlag, um mit der Problematik umzugehen. Ihn zieht es nämlich ins Nachbarland Hessen.



Erst am Dienstag soll sich der Bürgermeister mit dem Hauptausschuss der Gemeinde zu diesem Thema beraten. Fakt ist allerdings: Das Bundesland zu wechseln, ist gar nicht so einfach. Aufgrund von hohem medialem Interesse hat der Gerstunger Bürgermeister kurzfristig zu einer Pressekonferenz eingeladen. OSTHESSEN|NEWS war vor Ort im Gerstunger Rathaus.

Der Bürgermeister ist unzufrieden über den Zustand der Gemeinde

Im Raum steht ein Vorschlag für die Hauptausschusssitzung am 15. September, nämlich der, den Wechsel der Gemeinde nach Hessen zu prüfen. "Gerstungen ist eine Grenzregion mit einer jahrtausendealten Geschichte", so Bürgermeister Steffan. Er hob zudem hervor, dass der Hauptort Gerstungen historisch gesehen sogar länger zu Fulda gehört habe als zu Thüringen oder Sachsen. In der näheren Zeit hat vor allem die Grenznähe von 1949 bis 1989 dazu beigetragen, dass der Landstrich in seiner Entwicklung erheblich gehemmt wurde, so der Bürgermeister.

Daniel Steffan stellte vor allem infrastrukturelle Probleme in den Vordergrund, die es in der Region gäbe. "Es gibt bisher keine bauliche oder planerische Weiterentwicklung dieses maroden Netzes. Der Raum südwestlich von Eisenach ist infrastrukturell liegen geblieben", so Steffan. Man habe auch selbst Vorschläge gemacht, wie man die Lage verbessern könnte - laut Steffan wurden diese allerdings ignoriert. Zudem pendeln viele Einwohner der Gemeinde ohnehin schon nach Hessen zum Arbeiten, aber auch verschiedene Elternpaare schicken ihre Kinder nach Hessen auf die Schule.

Thüringen oder Hessen?

Um die vertanen Entwicklungen in der Region auszugleichen, möchte man den Schritt nach Hessen wagen und so den eigentlich guten zentralen Standort Gerstungens stärken. "Natürlich ist es unser Ziel, in Thüringen zu bleiben, aber es ist meine Pflicht als Bürgermeister, das Beste für die Gemeinde zu erreichen. Und ich glaube, dass die Diskussion um einen Länderwechsel ganz automatisch mit dem verbunden ist, was Gerstungen hemmt." In der Gemeinde sind allerdings nicht alle der Bürger der Meinung, dass man ins Nachbarland wechseln sollte - der Vorschlag dürfte also in den nächsten Wochen definitiv für Gesprächsstoff in Gerstungen sorgen.

Ob Gerstungen nun also wirklich den Schritt wagt, diesen Antrag zu stellen, beziehungsweise ihn zunächst einmal prüfen zu lassen, ist noch offen. Dies wird der Hauptausschuss der Gemeinde in der kommenden Woche beraten. O|N bleibt an diesem Thema dran. (pg) +++

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