Facebook-User beleidigt Mitarbeiter

Bürgermeister "auf die Fresse hauen": Michael Weinert erstattet Anzeige

Michael Weinert ist seit knapp zwei Jahren Bürgermeister der Gemeinde Nentershausen im nördlichen Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Archivbilder: O|N/Hans-Hubertus Braune

09.09.2026 / NENTERSHAUSEN - Dass insbesondere Kommunalpolitiker fast täglich Zielscheibe von Hass und Hetze in den "sozialen Medien" sind, ist nichts Neues. Beleidigungen stehen hier auf der Tagesordnung. Im aktuellen Fall aus Nentershausen im nördlichen Landkreis Hersfeld-Rotenburg drohte nun sogar ein Facebook-User dem dortigen Bürgermeister Michael Weinert Gewalt an.



"Man könnte ja dem Bürgermeister in der Sitzung oder auf der Kirmes mal auf die Fresse hauen", soll in dem Post von Sonntagnacht sinngemäß gestanden haben. Der Text wurde inzwischen wieder gelöscht. Aufmerksame User hatten aber Screenshots gemacht. Zudem wurde zumindest ein Mitarbeiter der Verwaltung beleidigt.

"Hier wurde deutlich die rote Linie überschritten. Wenn es um meine Mitarbeiter geht, werde ich eklig. Da gehen bei mir sämtliche Alarmglocken an", macht Weinert im OSTHESSEN|NEWS-Gespräch klar. Davon lasse er sich zwar nicht einschüchtern, trotzdem müssen dem Hass die Grenzen aufgezeigt werden. Der Rathauschef hat entsprechend Anzeige erstattet. Die Gemeindevertretersitzung am Montagabend im Ortsteil Süß wurde von einer Polizeistreife bewacht.

Den Vorfall bestätigt der Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen gegenüber O|N: "Wir können bestätigen, dass der Polizei eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Bedrohung und Beleidigung zum Nachteil des Bürgermeisters sowie eines Mitarbeiters der Gemeindevertretung vorliegt. Die Kriminalpolizei hat die entsprechenden Ermittlungen hierzu aufgenommen – diese dauern an."

Polizei nimmt Bedrohungen ernst

Die Polizei nimmt laut Angaben des Pressesprechers Bedrohungen, Beleidigungen und andere Angriffe zum Nachteil von Amts- und Mandatsträgerinnen und -trägern sehr ernst. Für Betroffene stehen feste polizeiliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung. Darüber hinaus bietet die Polizei bei Bedarf individuelle Sicherheits- und Verhaltensberatungen an.

Zu konkreten polizeilichen Maßnahmen sowie möglichen Schutz- oder Gefährdungsmaßnahmen können aus ermittlungstaktischen Gründen keine näheren Angaben gemacht werden. Grundsätzlich bewertet die Polizei bekannt gewordene Sachverhalte und die damit verbundene Gefährdungslage fortlaufend. Neue Erkenntnisse fließen kontinuierlich in diese Bewertung ein. Sofern erforderlich, werden die polizeilichen Maßnahmen entsprechend angepasst.

Zu darüber hinausgehenden möglichen Sachverhalten beziehungsweise weiteren Betroffenen können wir mit Blick auf die laufenden Ermittlungen derzeit keine weiteren Angaben machen, so das Polizeipräsidium Osthessen abschließend. (Hans-Hubertus Braune) +++

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