Rettungskette auf dem Prüfstand

Großübung im Krankenhaus Eichhof: Einsatzkräfte proben den Ernstfall

Im Krankenhaus Eichhof trainierten die Einsatzkräfte für den Ernstfall.
Fotos: Justin Klenner

06.09.2026 / LAUTERBACH - Trainieren für den Ernstfall: Gemeinsam mit dem DRK-Kreisverband Lauterbach und der Leitung des Krankenhauses Eichhof führte die Freiwillige Feuerwehr Lauterbach am Samstag eine groß angelegte Übung durch. Auf der Station 2D wurden eine kontrollierte Rauchentwicklung sowie die Evakuierung von Patientinnen und Patienten simuliert. Ziel war es, Einsatzkräfte und Krankenhauspersonal bestmöglich auf außergewöhnliche Lagen vorzubereiten und bestehende Abläufe weiter zu optimieren.


Regelmäßige Übungen für mehr Sicherheit

Lauterbachs Bürgermeister Holger Marx begrüßte die Durchführung der Krankenhausübung ausdrücklich. Dabei verwies er auf den jüngsten Ernstfall am Lauterbacher Marktplatz und hob die Bedeutung regelmäßiger Trainings hervor. Die Übung sei nicht nur für das Krankenhauspersonal wichtig, sondern auch für die Feuerwehr sowie die Einsatzkräfte des DRK.

Solche Szenarien helfen allen Beteiligten, Abläufe für den Ernstfall zu verinnerlichen und zu verbessern. Während des gesamten Übungsgeschehens begleitete Marx die Einsatzkräfte sowie das Krankenhauspersonal und machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. "Ich finde es sehr wichtig, dass solche Situationen geübt werden. Nicht nur für das Krankenhaus Eichhof, sondern auch für die Feuerwehrleute", betonte der Bürgermeister.

Brand auf Station simuliert

Im Übungsszenario wurde ein Brand in einem Arztzimmer auf der Station 2D sowie die anschließende Evakuierung von Patientinnen und Patienten simuliert. Ein besonderer Fokus lag auf den Alarmierungswegen, der Kommunikation sowie der Evakuierung und Verlegung der Patienten.

Nachdem die Brandmeldeanlage ausgelöst hatte, rückten die Einsatzkräfte an und verschafften sich zunächst einen Überblick über die Lage und den mutmaßlichen Brandherd. Anschließend arbeiteten sie das Einsatzszenario entsprechend den vorgesehenen Abläufen ab. So entsandte die Einsatzleitung schnell Angriffstrupps zur Brandbekämpfung und Menschenrettung auf die Station.

Während der Krankenhaus-Evakuierung wurde auch der Leitende Notarzt (LNA) des Vogelsbergkreises, Florian Seel, hinzugezogen. Die Krankenhausleitung sichtete zunächst 15 Patienten, die innerhalb des Hauses verlegt werden konnten. Zudem mussten fünf Schwerverletzte der Kategorie Rot versorgt werden. Zwei Patienten mit schweren Brandverletzungen wurden für einen Transport per Rettungshubschrauber in Spezialkliniken vorgesehen. Ein weiterer Patient verblieb im Krankenhaus und sollte zeitnah operiert werden. Alle Patienten wurden von eingeweihten Statisten dargestellt. Nach Angaben der Verantwortlichen bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Patienten, Mitarbeitende oder die Bevölkerung.

Evakuierung verläuft weitgehend reibungslos

Während der gesamten Übung wurden die Einsatzkräfte vom Katastrophenschutz Vogelsberg sowie von weiteren Fachleuten begleitet, die die einzelnen Abläufe dokumentierten. Nach Angaben des Leitenden Notarztes verlief die Evakuierung weitgehend reibungslos. Ein entscheidender Vorteil sei die Nutzung der Aufzüge gewesen. Dadurch mussten die Patienten nicht mit Tragen über mehrere Stockwerke transportiert werden. "Schwierigkeiten sind primär nicht aufgetreten", zog Seel ein positives Fazit.

Positives erstes Fazit der Beteiligten

An der Übung waren rund 50 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Lauterbach, 50 Mitarbeitende des DRK-Kreisverbands Lauterbach sowie etwa 60 Personen des Krankenhauses Eichhof beteiligt. Dazu zählten die Krankenhaus-Einsatzleitung, Ärzte, Pflegekräfte und Statisten. Das erste Fazit fiel positiv aus. Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Krankenhausleitung und DRK funktionierte nach Angaben der Beteiligten sehr gut. Im Nachgang wurde die Übung gemeinsam ausgewertet, um weitere Optimierungspotenziale zu identifizieren und die Abläufe bei künftigen Einsätzen noch weiter zu verbessern. (jk) +++

X