Pläne für Stützpunkt vorgstellt
Baustart für Neun-Millionen-Projekt rückt näher: Neues Feuerwehrgerätehaus
So soll das neue Feuerwehrgerätehaus in Niederaula gestaltet werden
Foto: architekturbüro
hess
05.09.2026 / NIEDERAULA -
Jetzt wird es endlich konkret: Die Erdarbeiten sollen in den kommenden Wochen beginnen, bis Ostern kommenden Jahres geht es an den Hochbau: Am Ortsrand von Niederaula im Landkreis Hersfeld-Rotenburg entsteht das dringend notwendige neue Feuerwehrgerätehaus für den Kernort.
Das Architekturbüro Heß aus der Gemeinde Neuenstein, Bürgermeister Thomas Rohrbach und Bauamtsleiter Jörg Eisenacher stellten die endgültigen Baupläne am Freitagmorgen in einem Pressegespräch vor.
Nach intensiven Planungsgesprächen und den entsprechenden Genehmigungen seitens der Fachbehörden entsteht die Feuerwache nahe der Hattenbacher Straße im Areal "An der alten Leimkaute". Den Zuwendungsbescheid des Landes in Höhe von 475.000 Euro erhielten die Kommunen bereits vor mehreren Jahren. Im Vorfeld gab es einige intensive politische Diskussionen um die Standortfrage und die Ausstattung des Neubaus. Zudem wurden erste Pläne umgestaltet, personelle Gegebenheiten sorgten leider ebenso für Verzögerungen.
Einig ist man sich, dass die aktuelle Unterkunft an der Schlitzer Straße viel zu klein ist und vom Technischen Prüfdienst mehrfach bemängelt wurde. Bis zum Einzug ins neue Feuerwehrgerätehaus werden die Kameraden noch rund zwei Jahre warten müssen. Die Erdarbeiten sollen in Kürze ausgeschrieben und noch in diesem Jahr durchgeführt werden. Der Start für den Hochbau ist für Ostern 2027 vorgesehen, im folgenden Winter dann der Innenausbau. Bis dahin sollen auch zwei neue Großfahrzeuge geliefert werden: ein Staffellöschfahrzeug StLF 20 und ein Neufahrzeug der Kategorie Gerätewagen GW-L2 als Ersatz für die entsprechenden Vorgängermodelle.
"Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses bedeutet die größte Investition der Marktgemeinde Niederaula", sagte Bürgermeister Thomas Rohrbach. Für den Bau werden rund neun Millionen Euro kalkuliert. Mit den beiden neuen Fahrzeugen investiert die Kommune rund zehn Millionen Euro in den Brandschutz.
Sieben Fahrzeughallen plus Waschhalle
Die Anordnung der insgesamt acht Fahrzeughallen inklusive einer Waschhalle wurde so konzipiert, dass im Bedarfsfalle weitere Hallen angebaut werden können. Der Verwaltungstrakt bekommt ein zweites Obergeschoss. "Dieses Obergeschoss soll ebenfalls erst ausgebaut werden, wenn es gebraucht wird", sagte Rohrbach. Die Kosten dafür sind im Zuge des gesamten Neubaus günstiger im Vergleich zu einem späteren Anbau. Der Baukörper entsteht übrigens im massiven Mauerwerk mit Metallbach. Auf Holzkonstruktionen wurde bewusst verzichtet, wie Architekt Albert Heß erläutert. Dies habe sich bei anderen Neubauprojekten der Feuerwehren etwa in Oberaula bewährt. Natürlich ist die Brandkatastrophe von Stadtallendorf bei Bauprojekten in Zusammenhang mit Feuerwehren immer in den Köpfen, sagte Christine Heß, Inhaberin des Architekturbüros.
Das neue Feuerwehrgerätehaus in Niederaula mit rund 2.000 Quadratmetern Nutzfläche ist in vier Brandabschnitten unterteilt und entspricht dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Geheizt wird mit einer Wärmepumpe und Photovoltaikanlage. Für die Einsatzkräfte werden entsprechende Sozialräume mit rund 60 Spinden für die Kameraden und rund 20 für die Kameradinnen eingerichtet. Dazu kommen Umkleideräume für die Löscheulen und die Jugendfeuerwehr.
Die großzügige Werkstatt bietet deutlich mehr Platz, etwa für die Schlauchwerkstatt. Die Niederaulaer reinigen auch die Schläuche von benachbarten Feuerwehren. Der 180 Quadratmeter große Schulungsraum kann unterteilt werden. Dazu Büros für die Wehrleitung, den Verein und die Gemeindebrandinspektion ergänzen das Raumangebot. Weithin sichtbar wird der rund 15 Meter hohe Übungsturm. Die Zufahrt der Kräfte erfolgt über die Hattenbacher Straße bis zum Ortsausgang und dann in die Straße "An der Liemkaute", die ab der angrenzenden Kinderkrippe als Einbahnstraße geregelt ist. Die Einsatzfahrzeuge rücken in Richtung Mittelweg aus.
Im nächsten Schritt werden mit den Führungskräften die letzten Details der Raumgestaltung abgesprochen. "Wir sind so weit, dass es gemacht wird", fasste Heß zusammen. (Hans-Hubertus Braune) +++