Rache während Mannschaftsfahrt?
Tödliche Vergiftung nach Fußball-Ausflug: Ermittler nehmen 35-Jährigen fest
Symbolfotos: O|N
02.09.2026 / GIEßEN -
Mehr als ein Jahr war unklar, warum ein 30 Jahre alter Mann aus Rockenberg (Wetteraukreis) plötzlich gestorben war. Inzwischen gehen Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei von einem Tötungsdelikt aus. Ein 35-Jähriger aus dem Wetteraukreis soll ihm heimlich Gift verabreicht haben. Als mögliches Motiv steht persönliche Rache im Raum.
Der Mann wurde am Montag festgenommen. Inzwischen sitzt er in Untersuchungshaft. Ermittelt wird wegen des Verdachts des heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen.
Zurück geht der Fall bis in den Juni 2025. Der 30-Jährige war mit seinem Fußballverein auf Mannschaftsfahrt in Dresden gewesen. Nach seiner Rückkehr verschlechterte sich sein Gesundheitszustand plötzlich massiv. Der Rettungsdienst wurde alarmiert, später musste der Mann reanimiert werden. Er kam ins Krankenhaus und starb dort am 16. Juni.
Obduktion bringt den entscheidenden Hinweis
Zunächst wurde wegen des ungeklärten Todes ermittelt. Die Staatsanwaltschaft ließ den Leichnam obduzieren. Es folgten umfangreiche toxikologische Untersuchungen am Institut für Rechtsmedizin in Gießen. Dabei ergab sich der Verdacht auf eine Vergiftung. Nach Angaben der Ermittler war das septische Mehrorganversagen, an dem der 30-Jährige starb, eine Folge davon.Festnahme mit Spezialkräften
Am Montag wurde der 35-Jährige festgenommen. Dabei waren auch Spezialkräfte der Polizei im Einsatz. Anschließend durchsuchten die Ermittler seine Wohnung und seinen Arbeitsplatz. Sichergestellt wurden unter anderem Handys, Computer und weitere Datenträger. Gesucht wurde zudem nach möglichen Spuren des verwendeten Giftstoffs.Noch am selben Nachmittag kam der bislang nicht vorbestrafte Mann vor einen Ermittlungsrichter. Dort machte er von seinem Schweigerecht Gebrauch. Der Richter erließ Haftbefehl. Anschließend wurde der 35-Jährige in eine hessische Justizvollzugsanstalt gebracht.
Welches Gift war es?
Einige der wichtigsten Fragen sind noch offen. Welche Substanz dem 30-Jährigen verabreicht worden sein soll, auf welchem Weg sie in seinen Körper gelangte und worin genau das mutmaßliche Rachemotiv bestand, teilen die Ermittler bislang nicht mit. Auch die sichergestellten Datenträger werden noch ausgewertet. Zudem sollen weitere Zeugen befragt werden. (cb/pm) +++