Dreistelliger Betrag mehr im Monat
Mehr Geld für Hessens Beamte: Land investiert 750 Millionen Euro zusätzlich
Symbolfoto: O|N/Andre Söllner
02.09.2026 / REGION -
Mehr Geld für Hessens Beamte und Richter: Der Landtag hat am Dienstag das Besoldungs- und Versorgungsanpassungsgesetz in zweiter Lesung verabschiedet. Damit steigen nicht nur die Grundgehälter. Auch Familienzuschläge sowie Zulagen für Schicht- und Wechselschichtdienste werden angehoben. Für das Land wird das teuer: Mehr als 750 Millionen Euro zusätzlich werden dafür künftig jedes Jahr benötigt.
Ein Teil der Erhöhung ist bereits auf den Konten angekommen. Zum 1. Juli 2026 stieg die Besoldung um 3,02 Prozent. Mindestens gibt es 110 Euro mehr im Monat. Davon profitieren vor allem Beamte in niedrigeren Besoldungsgruppen. Zum 1. Oktober 2027 folgt die nächste Erhöhung um 2,8 Prozent.
Mehr Geld für Familien und Schichtdienste
Nicht nur beim Grundgehalt ändert sich etwas. Die Familienzuschläge für das erste und zweite Kind steigen jeweils um 87 Euro. Der bisherige Zuschlag für verheiratete Beamte bleibt bestehen. Bei den A-Besoldungsgruppen fällt außerdem die bislang erste Erfahrungsstufe weg. Wer neu in den Beruf startet, beginnt dadurch direkt auf einer höheren Stufe. Neues Modell bei der Familienbesoldung
Eine größere Änderung betrifft die Frage, wann eine Besoldung verfassungsrechtlich als angemessen gilt. Hessen verabschiedet sich dabei vom bisherigen Alleinverdienermodell. Künftig gilt ein Familieneinkünftemodell. Bei der Berechnung wird damit auch ein fiktives Einkommen des Partners berücksichtigt. Hintergrund ist die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts.Nach Angaben des Innenministeriums wurden dafür verschiedene Familienkonstellationen durchgerechnet. Zusätzliche Ergänzungszuschläge seien nach dieser Prüfung nicht nötig. Die vorgeschriebenen Schwellen würden in allen untersuchten Fällen erreicht. Auf die endgültige Verabschiedung des Gesetzes mussten die Beschäftigten für die erste Erhöhung übrigens nicht warten. Seit Ende Juli zahlt Hessen die höheren Bezüge bereits im Vorgriff aus.
Mehr als 750 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr
Für den Landeshaushalt bleibt die Sache trotzdem eine große Belastung. Mehr als 750 Millionen Euro zusätzlich werden jährlich für die neuen Regelungen benötigt. Poseck spricht deshalb von einer erheblichen finanziellen Kraftanstrengung. Noch höhere Forderungen sieht er kritisch: "Wir können das Geld nicht drucken." Mit dem Beschluss stehen die nächsten Erhöhungen nun fest. Die erste ist bereits angekommen, die nächste folgt im Oktober 2027. (pm/cb) +++