Schlüsselübergabe im Bermudadreieck
Neuer Pächter im "Schöppchen"! Jochen Köhler übernimmt die beliebte Kneipe
Fotos: Martin Engel
02.09.2026 / FULDA -
In der Fuldaer Altstadt kam es am 1. Sepetmber zu einem Wechsel an! Nach 18 Jahren hat Andreas Muhl die Kultkneipe "Schöppchen" im Bermudadreieck abgegeben. Aus privaten Gründen zieht er sich zurück. Symbolisch hat er den Schlüssel des Loklas am Dienstag an seinen Nachfolger übergeben, den Unternehmer Jochen Köhler.
Köhler ist in Fulda kein Unbekannter. Ihm gehört seit mehr als 20 Jahren die Partykneipe "Altstadt". Nun übernimmt er zusätzlich das beliebte "Schöppchen" im Herzen der Stadt. OSTHESSEN|NEWS hatte zuerst über den Betreiberwechsel berichtet. Im Gespräch mit O|N erläuterten beide die Hintergründe des Wechsels und ihre Pläne für die Zukunft.
"Gemerkt, dass eine Pause guttun würde"
Bereits zu Beginn des Jahres hatte sich Muhl mit dem Gedanken an eine Auszeit beschäftigt. Die Entscheidung sei Schritt für Schritt gereift. "Ich habe einfach gemerkt, dass mir eine Pause guttun würde", sagt er. Der zum 31. August auslaufende Pachtvertrag bot ihm die Möglichkeit, den Abschied bewusst zu gestalten und sich eine persönliche Auszeit zu nehmen.Leicht gefallen sei ihm dieser Schritt allerdings nicht. Über viele Jahre war Muhl sowohl im "Schöppchen" als auch mit seinem Friseursalon "Knips" aktiv. Mit der Zeit seien die Belastungen größer geworden. Irgendwann müsse man sich selbst hinterfragen und auf die eigenen Bedürfnisse achten. Die geplante Pause sei deshalb für ihn der richtige Weg.
Dankbarkeit für Team und Stammgäste
Muhl blickt mit großer Dankbarkeit auf die vergangenen 18 Jahre zurück. Die Zeit im "Schöppchen" sei geprägt gewesen von zahlreichen Begegnungen, treuen Gästen und einer außergewöhnlichen Beständigkeit im Team. Als traditionelles Highlight nennt er unter anderem den Rosenmontag. Spontane Zusage für die Traditionskneipe
Nachdem feststand, dass der Pachtvertrag nicht verlängert wird, nahm der Verpächter Kontakt zu Jochen Köhler auf. Nach Gesprächen mit dem Eigentümer erhielt er schließlich den Zuschlag. Köhler bringt etwa zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Gastronomie mit. Seine Laufbahn begann vor 25 Jahren in der "Windmühle". Zudem engagierte er sich bei Altstadtfesten und Rosenmontagsveranstaltungen. Die Fuldaer Altstadt sei für ihn längst zur zweiten Heimat geworden.Eine wichtige Rolle bei seiner eher spontanen Entscheidung spielte die Unterstützung seiner Familie. Seine Frau unterstützt ihn seit Jahren in der Gastronomie. Zudem verbindet beide eine persönliche Geschichte mit der Altstadt. "Wir haben uns in einer Kneipe hier in der Altstadt kennengelernt", erzählt Köhler.
Bewährtes Konzept soll erhalten bleiben
Größere Veränderungen sind nach der Übernahme nicht geplant. Köhler möchte die Atmosphäre, die traditionelle Einrichtung und den Charakter des "Schöppchens" bewahren. Seit Jahrzehnten zählt die Kneipe zu den festen Größen in der Fuldaer Altstadt. Genau dieses besondere Flair mit Holzvertäfelungen, Spiegeln und zahlreichen Erinnerungsstücken schätzen die Gäste. "Die Kneipe lebt und wurde gelebt. Genau das macht sie so sympathisch", sagt Köhler.Ein entscheidender Faktor für die Übernahme sei zudem das bestehende Team gewesen. Die Betriebsleiterin sowie die gesamte Belegschaft bleiben auch nach dem Betreiberwechsel an Bord. Ebenso soll die Zusammenarbeit mit dem Getränke-Fachgroßhandel Heurich fortgeführt werden. Köhler bezeichnet das Unternehmen als verlässlichen Partner, der den Betrieb seit Jahren begleitet.
Moderate Modernisierung nach Rosenmontag
Auch wenn das erfolgreiche Konzept bestehen bleiben soll, sind kleinere Modernisierungsmaßnahmen vorgesehen. Nach Rosenmontag im kommenden Jahr sollen unter anderem die Sanitäranlagen erneuert werden. Ziel sei es, einzelne Bereiche zu modernisieren, ohne den traditionellen Charme des Lokals zu verändern. (jk) +++