Ära geht zu Ende
Auszeit statt Schere: Letzter Schnitt bei "Knips" am 23. Oktober
Fotos: Philipp Gerhard
02.09.2026 / FULDA -
Die Fuldaer müssen nun stark sein: Eine langjährige Tradition in der Altstadt geht zu Ende. Nach fast 21 Jahren als Betreiber des Friseursalons "Knips" zieht sich Andreas Muhl aus privaten Gründen zurück. Am 23. Oktober wird der Salon ein letztes Mal für seine Kundschaft öffnen, danach endet die Geschichte des Traditionsgeschäfts.
Zum Jahresbeginn reifte bei Muhl der Entschluss, nach vielen arbeitsreichen Jahren eine Auszeit einzulegen. Neben dem Salon betrieb er 18 Jahre lang auch die Kultkneipe "Schöppchen". Nach mehr als zwei Jahrzehnten im Friseurhandwerk und fast zwei Jahrzehnten als Gastwirt zieht er nun einen Schlussstrich. "Es war langsam an der Zeit, an mich zu denken und mir wenigstens mal eine Auszeit zu nehmen", erklärt Muhl seine Entscheidung.
Abschied aus Altstadt und Gastronomie
Muhl war maßgeblich daran beteiligt, den Ende August ausgelaufenen Pachtvertrag für das "Schöppchen" nicht zu verlängern. Parallel dazu bereitete er den Verkauf des Hauses vor, in dem sich der Friseursalon befindet. Ein geeigneter Nachfolger für das Geschäft konnte jedoch nicht gefunden werden. Deshalb wird der Salon nun vollständig geschlossen. Am 23. Oktober wird der traditionsreiche Friseursalon ein letztes Mal geöffnet sein. Die darauffolgende Woche soll für die Räumung sowie abschließende organisatorische Arbeiten genutzt werden. Ende November wird der Betrieb endgültig eingestellt.Dank an die langjährigen Mitarbeiterinnen
Besonders wichtig war Muhl die Zukunft seiner Beschäftigten. Im Zuge des Verkaufs seien die langjährigen Mitarbeiterinnen fristgerecht gekündigt worden. Für alle sieben Beschäftigten hat sich inzwischen eine neue berufliche Perspektive gefunden. "Darüber bin ich auch wirklich froh", sagt Muhl. Mit großer Dankbarkeit blickt er auf die gemeinsame Zeit zurück: "Ohne Mitarbeiter ist ein Laden nichts. Ich bin allen sehr dankbar für die vielen Jahre, ihren Einsatz und ihre Loyalität." Auszeit ohne festen Plan
Konkrete Pläne für die Zeit nach der Schließung hat Muhl bewusst nicht. "Wenn Kopf und Körper irgendwann sagen, dass die Reserven wieder voll sind, schaue ich weiter", sagt er. Der Unternehmer, der mittlerweile in den Fuldaer Stadtteil Neuenberg gezogen ist, möchte die Auszeit ohne festes Ziel antreten und die gewonnene Freiheit zunächst genießen. "Wenn ich vor der Pause schon weiß, was ich danach mache, nutze ich die Pause nur zur Vorbereitung auf die Zeit danach. Ich möchte mich erst einmal komplett lösen", erklärt Muhl. Abschließend sagt er: "Ich bin ergebnisoffen und schaue, was die Zukunft bringt." (jk) +++