Poseck für Änderung der Briefwahl
Wiederholung der Briefwahl des Ausländerbeirats: Klage vor Verwaltungsgericht
Fotos: ON Archiv
03.09.2026 / REGION -
Es gab schwere Vorwürfe bei der Kommunalwahl im März 2026 in Fulda: Ein Mitglied des Ausländerbeirats soll vor der Kommunalwahl Druck auf Wahlberechtigte ausgeübt haben, damit sie ihm, beziehungsweise seiner Wählergruppierung, ihre Stimme geben. Gegenüber der Hessenschau zeigt sich Innenminister Roman Poseck (CDU) jetzt offen für gesetzliche Änderungen bei der Briefwahl.
Unklar ist jedoch, welche Änderungen infrage kommen. Laut dem Bericht stellt Poseck aber die Briefwahl nicht grundsätzlich infrage. Sie sei die Voraussetzung dafür, dass "Berufstätige, ältere oder kranke Menschen ihr Wahlrecht ausüben könnten".
Mit Gewalt zu Kreuz genötigt
Hintergrund: Nach Auskunft eines Informanten soll ein Fuldaer Mandatsträger und Bewerber einer Wählergruppe jemandem vor der Kommunalwahl in einem Lokal in der Heinrichstraße mit Gewalt gedroht und ihn dazu genötigt haben, ein Kreuz auf einem Wahlzettel an seinem Namen zu machen. Doch der so Genötigte weigerte sich, ging stattdessen zur Polizei und erstattete Anzeige. Auslöser der Debatte sind massive Unterschiede zwischen den Ergebnissen der Urnen- und der Briefwahl bei der Wahl des Ausländerbeirats am 15. März.
Gegen den Beschluss der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung zur Wiederholung der Briefwahl des Ausländerbeirats wurde jedoch am 13. August Klage vor dem Verwaltungsgericht (VG) Kassel erhoben. Das teilt die Pressestelle der Stadt Fulda auf Nachfrage mit. "Eine Wiederholungswahl kann erst anberaumt werden, wenn die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung bzw. des VG Kassel rechtskräftig wird", heißt es aus der Pressestelle weiter. (Moritz Pappert) +++