Stück für Stück Modernisierung
Wiedervernässung des Roten Moores in der Rhön nimmt Fahrt auf
Fotos: Artenglück
03.09.2026 / GERSFELD (RHÖN) -
Das Rote Moor in der Rhön, eines der bedeutendsten Hochmoore Hessens, befindet sich in einer wichtigen Phase seiner Renaturierung. Systematisch werden Entwässerungsmaßnahmen rückgängig gemacht, die das Ökosystem seit Jahrzehnten beeinträchtigen. Erste Ergebnisse zeigen eine Stabilisierung des Wasserhaushalts in behandelten Bereichen.
Arbeitsgruppen modernisieren Jahrzehnte alte Infrastruktur im Moor Das Rote Moor wurde ab den 1960er Jahren durch ein weit verzweigtes Grabensystem für den Torfabbau entwässert. Die Renaturierungsarbeiten, die zwischen 1981 und 1985 begannen, verhinderten eine vollständige Degradation. Doch die damaligen Holzkonstruktionen zur Wasserstandsregulierung sind nach etwa 40 Jahren teilweise nicht mehr funktionstüchtig. Auch diesen Sommer werden diese Systeme Stück für Stück überarbeitet und modernisiert. Umgesetzt wird dies durch Freiwillige, die jeweils eine Woche im Moor verbringen und unter anstrengendem körperlichen Einsatz die alten Mönche entnehmen und die Wasserabläufe wieder neu verschließen.
Wassermanagement zentral für Moorschutz
Ein stabiler Wasserstand ist entscheidend für die Moorökologie: Entwässerte Moore setzen den langfristig im Torf gebundenen Kohlenstoff als Treibhausgase frei. Die Wiedervernässung reduziert diese Emissionen und ebnet den Weg zur Kohlenstoffspeicherung. Zudem ermöglicht es die Rückkehr spezialisierter Arten wie des Rundblättrigen Sonnentaus, des Hochmoor-Perlmuttfalters und der Arktischen Smaragdlibelle.Vor-Ort-Besuch für vertieftes Verständnis
Um die Komplexität der Renaturierungsarbeiten besser nachvollziehen zu können, haben mehrere Mitarbeitende der Brother International GmbH aus Bad Vilbel sowie eingeladene Handelspartner das Rote Moor im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön im August besucht. Brother International GmbH und Artenglück setzen sich gemeinsam für den Schutz von Klima und Biodiversität ein und unterstützen in dieser Zusammenarbeit verschiedene Naturschutzprojekte. "Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen, Ressourcen zu schonen und nachhaltiges Handeln sind fest in unserem Unternehmen verankert. Die Renaturierung des Roten Moores ist für uns weit mehr als ein Umweltprojekt. Die Aktion liegt uns wirklich am Herzen, weil wir hier direkt vor Ort einen Beitrag zum Schutz eines einzigartigen Lebensraums leisten können", erklärt Veronika Holzbauer, Sustainability Development Manager bei Brother International GmbH.In Bereichen, in denen Gräben bereits in den letzten Jahren verschlossen wurden, erhöht sich der Wasserstand und erste moortypische Pflanzengemeinschaften etablieren sich wieder. Auch in den nächsten Jahren sollen weitere Arbeitswochen durchgeführt werden, um das Rote Moor weiter zu fördern. (pg) +++