SG Barockstadt hat einen neuen Kapitän
"Es ist schon eine besondere Aufgabe": Aaron Frey über seine neue Rolle
Fotos: Hans-Hubertus Braune
02.09.2026 / FULDA -
Seit dieser Saison trägt Aaron Frey die Kapitänsbinde der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz. Nach dem Abschied von Ex-Kapitän Marius Grösch hat Trainer Daniyel Cimen die Mannschaftsführung neu vergeben und sich für Frey entschieden. Der 28-Jährige geht damit in seine fünfte Saison bei der SGB und übernimmt eine Rolle, in die er nach eigener Aussage erst nach und nach hineinwächst. Im Sportgespräch spricht Frey über Verantwortung, die Entwicklung des Vereins und Ziele für die neue Saison.
"Ich bin auch ein bisschen stolz."
Die Entscheidung für Frey fiel nach Gesprächen mit mehreren Spielern. Anders als im vergangenen Jahr wurde der Kapitän diesmal nicht von der Mannschaft gewählt, sondern vom Trainer bestimmt. "Grundsätzlich bin ich dem Trainer erst einmal dankbar für das Vertrauen, dass er mir die Rolle zutraut. Ich bin auch ein bisschen stolz, dass ich das jetzt machen darf", sagt Frey. Kein Lautsprecher, sondern Führung durch Leistung
Wer bei Frey allerdings den großen Lautsprecher erwartet, wird enttäuscht. Der neue SGB-Kapitän beschreibt sich selbst eher als ruhigen Typen. "Ich bin schon eher ein ruhigerer Typ", sagt er. Seine Vorgänger seien teilweise deutlich lauter aufgetreten. Frey möchte deshalb seinen eigenen Weg gehen und vor allem durch sein Verhalten vorangehen."Ich versuche eher so ein bisschen, auf dem Platz Führung zu übernehmen und einfach für die Mannschaft jemand zu sein, auf den sie sich verlassen können." Auch neben dem Platz will Frey Ansprechpartner sein und ein offenes Ohr für seine Mitspieler haben. Eine große Motivationsrede vor jedem Spiel passt dagegen nicht zu ihm. Authentizität sei entscheidend.
Defensive bleibt die große Stärke
Sportlich setzt Barockstadt auch in dieser Saison auf eine Stärke, die die Mannschaft bereits in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hat: die Defensive. Frey sieht darin die Grundlage für den Erfolg der SGB. "Das ist eigentlich unsere Basis, unsere Grundlage, mit der wir arbeiten", erklärt er im Gespräch mit O|N. Entscheidend sei dabei nicht nur die Viererkette oder der Torwart, sondern die gesamte Mannschaft. "Zu früh zu viel zu wollen, ist auch nicht gut"
Für die kommende Saison hält Frey konkrete Prognosen für schwierig. Die Regionalliga Südwest sei eng und praktisch jede Partie könne in beide Richtungen kippen. "Du kannst einen guten Tag gegen jeden gewinnen. Du kannst aber auch gegen jeden verlieren", beschreibt der Kapitän die Ausgeglichenheit der Liga.Auch bei den Vereinszielen mahnt der 23-Jährige zu Geduld. Barockstadt entwickle sich Schritt für Schritt in Richtung professionellerer Strukturen. Gleichzeitig müsse der Verein wirtschaftlich gesund bleiben. "Zu früh zu viel zu wollen ist auch nicht gut", sagt Frey. Entscheidend sei, die Strukturen gemeinsam mit den sportlichen Ambitionen wachsen zu lassen.
Rückrunde als Mutmacher
Die starke Rückrunde der vergangenen Saison hat bei Frey dennoch Eindruck hinterlassen. Barockstadt spielte sich bis ins Hessenpokal-Finale, stand in der Rückrunden-Tabelle auf Platz zwei und zeigte, was möglich ist, wenn die Mannschaft als Einheit auftritt. Für ihn sei deshalb klar: Gegen jede Mannschaft müsse die SGB mit dem Anspruch ins Spiel gehen, etwas holen zu können.Und was soll am Ende der Saison über die Spielzeit 2026/27 gesagt werden? Frey hat eine klare Vorstellung: "Dass wir eine sehr, sehr gute Saison gespielt haben, dass wir uns als Mannschaft gut weiterentwickelt haben, dass wir so den nächsten Schritt gegangen sind in der Entwicklung." Und natürlich gibt es da noch einen Wunsch: "Dass wir hoffentlich den Pokal gewonnen haben." (Nicolas Kraus)+++