Zwei Hauptpreise, ein Nachwuchstalent

15.000 Euro Preisgeld: Das sind die Kulturpreisträger des Main-Kinzig-Kreises

Drei Künstler, drei besondere Wege: Dr. Ralph Philipp Ziegler, Marc Hartung-Knöfler und Marc-Philip Hartmann werden mit dem Kulturpreis beziehungsweise dem Nachwuchsförderpreis des Main-Kinzig-Kreises ausgezeichnet.
Foto: Foto: Stadt Offenbach, Vlada Shcholkina

28.08.2026 / REGION MKK - Drei Namen, drei ganz unterschiedliche künstlerische Wege und eine besondere Jubiläumsausgabe: Die Träger des Kulturpreises des Main-Kinzig-Kreises stehen fest. Die renommierte Auszeichnung geht in diesem Jahr an Dr. Ralph Philipp Ziegler und Marc Hartung-Knöfler. Den Nachwuchsförderpreis erhält Marc-Philip Hartmann.



Die Entscheidung über die diesjährigen Kulturpreisträger fällte die Kulturpreisjury in ihrer jüngsten Sitzung. Landrat Thorsten Stolz würdigte die eingereichten Bewerbungen als "Bereicherung des kulturellen Lebens in der Region".

"Die Kulturpreisträger Dr. Ralph Philipp Ziegler und Marc Hartung-Knöfler zeichnen sich durch Professionalität und Pioniergeist aus. Ihre Arbeit überzeugt durch künstlerische Vielfalt und die Fähigkeit, andere für ihre Kunst zu begeistern", so Stolz, der zudem das Können des Nachwuchsförderpreisträgers hervorhob: "Marc Hartmann besticht an der Orgel durch meisterhafte Spieltechnik und eine künstlerische Ausstrahlung, die vom Talent eines kommenden Musikers zeugt."

Dr. Ralph Philipp Ziegler prägt Kulturlandschaft seit Jahren

Dr. Ralph Philipp Ziegler prägt seit vielen Jahren die regionale und überregionale Kulturlandschaft. So ist er unter anderem Künstlerischer Leiter des Capitol Symphonie Orchesters, das er 2018 gemeinsam mit seiner Frau Astrid gegründet hat. Im Frühjahr dieses Jahres war er mit dem Orchester auf Konzerttournee in China.

Zuvor war der Linsengerichter von 1998 bis 2018 Mitgründer und Künstlerischer Leiter der Neuen Philharmonie Frankfurt. Erfolgreiche Konzertformate wie die Wilhelmsbader Sommernacht und die Offenbacher Capitol Classic Lounge fußen auf seinen Ideen. Er arbeitete mit Künstlern von Peter Gabriel bis David Garrett sowie für Auftraggeber vom Volkswagen-Konzern bis zum Königlichen Theater Muscat im Oman - in Häusern zwischen Elbphilharmonie und Jüdischem Museum Berlin.

Als promovierter Musikwissenschaftler, Kulturmanager, Journalist und Hochschullehrer verbindet Ziegler fundierte Fachkenntnis mit großer programmatischer Offenheit. Seine Konzepte reichen von außergewöhnlichen Sinfoniekonzerten und Filmprojekten bis hin zu Verbindungen von Klassik und Kulinarik. Seit 2008 leitet er das Amt für Kulturmanagement der Stadt Offenbach am Main.

Ziegler gilt als profunder Kenner der Kunst- und Kulturszene im Main-Kinzig-Kreis, in Hessen und darüber hinaus. Mit wachem Blick für gesellschaftliche Entwicklungen, Ideenreichtum und sprachlicher Eloquenz setzt er immer wieder neue Impulse für das kulturelle Leben.

Marc Hartung-Knöfler verbindet Tanz und gesellschaftliches Engagement

Marc Hartung-Knöfler verbindet tänzerische Höchstleistung mit einem konsequenten Engagement für Sichtbarkeit und Gleichstellung. Seit seinem Einstieg in den Tanzsport im Alter von 14 Jahren hat er sich als Tänzer, Trainer, Choreograf, Coach, Wertungsrichter und Turnierleiter einen Namen gemacht.

Zu seinen Erfolgen zählen zwei Europameistertitel, acht deutsche Meistertitel sowie Finalteilnahmen bei einer Weltmeisterschaft und beim renommierten Blackpool Dance Festival. Anfang Juli dieses Jahres erreichte der Rüsselsheimer mit seinem Tanzpartner Damian Spyrka bei der WM in Valencia die Bronzemedaille in der Kür. Dieser Titel ist der bisher größte Erfolg seiner Laufbahn.

Mit seinem Tanzpartner Damian Spyrka setzt sich Hartung-Knöfler zugleich für die selbstverständliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare im Tanzsport ein. Gemeinsam stehen sie für einen offenen Tanzsport, in dem Leistung, Ausdruck und künstlerische Qualität unabhängig von traditionellen Rollenbildern zählen.

Überregionale Aufmerksamkeit erhielt Hartung-Knöfler unter anderem durch seine Mitwirkung an der hr-Produktion "Rosa Wölkchen" in den Jahren 2024 und 2025. Eng verbunden ist sein Wirken mit dem Main-Kinzig-Kreis: Beim Maintaler Tanzsportclub, beim Tanzsportclub Barbarossa Biebergemünd und beim Turnverein 1892 Hailer trainiert, lehrt und entwickelt er neue tänzerische Formate. Mit außergewöhnlicher Disziplin, Kreativität und sozialer Kompetenz verbindet Marc Hartung-Knöfler sportliche Exzellenz mit kultureller Ausdruckskraft und gesellschaftlichem Engagement.

Nachwuchsförderpreis für Marc-Philip Hartmann

Marc-Philip Hartmann aus Nidderau ist Organist, Pianist und ausgebildeter nebenberuflicher Kirchenmusiker. Bereits mit elf Jahren begleitete er erstmals einen Gottesdienst an der Orgel. Heute ist er in zahlreichen Gemeinden im Main-Kinzig-Kreis und darüber hinaus aktiv.

Mit seinem Repertoire verbindet Hartmann traditionelle Kirchenmusik mit modernen Klängen und bekannter Filmmusik. Damit begeistert er ein breites Publikum und vermittelt insbesondere jungen Menschen einen neuen Zugang zur Orgel.

In diesem Jahr erhielt er bereits den Kulturförderpreis der Stadt Nidderau und schloss sein Abitur an der Karl-Rehbein-Schule in Hanau mit der Bestnote ab. Am 13. September kann sich das Publikum bei seinem nächsten Orgelkonzert in der Basilika Ilbenstadt von seinem Können überzeugen.

Preis ist mit 15.000 Euro dotiert

Der Kulturpreis ist mit 15.000 Euro dotiert und wird von den drei heimischen Sparkassen gestiftet. Die feierliche Verleihung findet am Donnerstag, 5. November, um 19 Uhr im Main-Kinzig-Forum statt.

Insgesamt gab es zahlreiche Vorschläge, die es in die engere Auswahl geschafft hatten. Das machte die Entscheidung nicht gerade einfacher. Das 15-köpfige Fachgremium entschloss sich daher, den Preis wie in den Vorjahren aufzuteilen.

Landrat Thorsten Stolz bedankte sich im Namen des Kreisausschusses bei den heimischen Sparkassen für die Stiftung des Preisgeldes und gleichermaßen bei der Jury, die sämtliche Vorschläge prüfe und mit großem Interesse und Sachverstand gegeneinander abwäge.

INK Sonntag-Ramirez Ponce wurde in der konstituierenden Sitzung erneut im Vorsitz der Kulturpreisjury bestätigt. Zur Auswahl der Preisträger erklärte sie: "In diesem Jubiläumsjahr des Kulturpreises dürfen wir drei herausragende Künstler auszeichnen, deren Können und Wirken dem Main-Kinzig-Kreis zur Ehre gereichen. Bereits weltweite Strahlkraft zeichnet die beiden Hauptpreisträger aus. Im Förderpreisträger sehen alle Jurymitglieder ein großes Potenzial, in einem heute eher ungewöhnlichen künstlerischen Genre viele Grenzen zu überschreiten. Damit zeichnet sich für mich persönlich der Main-Kinzig-Kreis als Heimat und Ausgangsort für große schöpferische Kraft und Kreativität aus." (pm/cb) +++

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