Steinborn strahlt in neuem Glanz

Stadt hat spätmittelalterliches Brunnenhaus in der Altstadt saniert

Freuen sich über die abgeschlossene Sanierung (von links): Bürgermeister Christian Litzinger und Projektleiter Thorsten Amend vom städtischen Hochbauamt im historischen Brunnenhaus.
Foto: Stadt Gelnhausen

28.08.2026 / GELNHAUSEN - Ein historisches Kleinod in der Altstadt von Gelnhausen ist wieder fit für die Zukunft: Die Stadt hat die Sanierung des Steinbrunnens unterhalb des Halbmonds abgeschlossen. Das spätmittelalterliche Brunnenhaus in der Straße "Am Steinbrunnen" kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden und bietet einen besonderen Einblick in die Geschichte der Wasserversorgung der Barbarossastadt.



"Die Sanierung des Steinbrunnens reiht sich in zahlreiche weitere Projekte ein, mit denen wir unser historisches Erbe in Gelnhausen erhalten und erlebbar machen", sagt Bürgermeister Christian Litzinger (CDU). "Dabei sind es auch die kleinen Bauwerke, die den Reiz unserer historischen Altstadt ausmachen."

Das gilt nicht zuletzt für das erstmals im Jahr 1370 erwähnte Brunnenhaus, das auch als Steinborn bekannt ist. Der Sandsteinbau mit seinem breiten Satteldach birgt im Inneren eine Besonderheit: Hier fließen mehrere Wasserläufe zusammen; einer davon kommt aus einem rund 25 Meter in den Berg geschlagenen Stollen.

Gewölbe und Sandstein fachgerecht instand gesetzt

Die Sanierungsarbeiten hatten Mitte Juni mit der Instandsetzung des Gewölbes im Inneren des Brunnenhäuschens begonnen. Nach der Entfernung des vorhandenen Putzes besserten die Facharbeiter Hohlstellen und Risse in den Sandsteinwänden aus. Nachdem die Fugen verschlossen waren, wurde ein neuer Kalkputz aufgetragen. Der Putz nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab, womit er sich ähnlich wie der Sandstein verhält. Da der bisherige Zementputz nicht über diese Eigenschaften verfügte, hatte sich Grünspan an Wänden und Decke gebildet. Zudem drohte der Putz an mehreren Stellen herabzufallen.

Auch technisch ist das Brunnenhaus deutlich ertüchtigt worden. Der Stromkasten des Hausanschlusses, der sich bislang im feuchten Innenraum befand, ist auf Wunsch der Stadtwerke nach außen verlegt worden, wo er leichter zugänglich ist. Die Elektrik im Inneren wurde komplett erneuert, neue Leitungen wurden verlegt und ein neuer Beleuchtungsplan erstellt. Das vorhandene Lüftungsrohr hat im Gewölbebereich und auf der Dachseite neue Abdeckungen erhalten, damit zum einen keine neue Feuchtigkeit in das Gebäude eindringen und zum anderen eine gute Durchlüftung erfolgen kann.

Im Zuge der Modernisierung hat die Stadt vier vorhandene Leuchten durch Lampen ersetzt, die sich besser in das historische Erscheinungsbild des Brunnenhauses einfügen. Die Sanierung der Eingangstür bildete den Abschluss der Arbeiten, die zuvor mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt worden waren.

Rechtzeitig zur Brunnenführung fertiggestellt

Während der Planungen hatte sich die Stadt darum bemüht, die Belastung für die Anwohnerinnen und Anwohner so gering wie möglich zu halten. Die nennenswerten Beeinträchtigungen beschränkten sich auf den Zeitraum von einer Woche. Das Rathaus bedankt sich bei den Betroffenen für ihr Verständnis.

Nach der Sanierung können Besucherinnen und Besucher spezieller Themenführungen das historische Kleinod nun wieder in einem ganz besonderen Ambiente erleben. Damit ist die Arbeit am historischen Erscheinungsbild der Altstadt aber noch nicht abgeschlossen. "Wir nehmen uns weitere historische Objekte in Gelnhausen vor, die wir erhalten und kontinuierlich pflegen wollen", sagt Bürgermeister Christian Litzinger. "So sichern wir unser geschichtliches Erbe und sorgen dafür, dass Menschen es auch künftig erleben können." (pm/fw) +++

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