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Spitzentreffen am Airport: MP Rhein stellt "Defence Hub Nordhessen" vor

Hessen schaut an diesem Donnerstag nach Nordhessen, genauer nach Kassel. Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori treffen auf Rheinmetall-CEO Armin Papperger.
Fotos: Hans-Hubertus Braune

27.08.2026 / KASSEL - Hessen schaut an diesem Donnerstag nach Nordhessen, genauer nach Kassel. Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori treffen auf Rheinmetall-CEO Armin Papperger, die gemeinsam den Plan für Innovations- und Verteidigungsstandort Nordhessen vorstellen.



Die Hessische Landesregierung entwickelt den Innovations- und Verteidigungsstandort Nordhessen weiter: Dafür wird in den nächsten Jahren gemeinsam mit Rheinmetall ein dreistelliger Millionenbetrag in den Aufbau des "Defence Hub Nordhessen" investiert. In einem Memorandum of Understanding (MoU), das Ministerpräsident Boris Rhein und der Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall, Armin Papperger, am Donnerstag am Kassel Airport in Calden unterzeichneten, verständigen sich das Land und das Rüstungsunternehmen darauf, Nordhessen zu einem leistungsfähigen Knotenpunkt für moderne Verteidigungstechnologie auszubauen und den Kassel Airport strategisch weiterzuentwickeln.

Ministerpräsident Rhein sagte: "Der Defence Hub Nordhessen verbindet die industrielle Stärke Kassels mit der strategischen Infrastruktur des Kassel Airport und wird damit zum Booster für Investitionen, Innovationen und Wachstum in der Region. Das ist unser Beitrag zu mehr Wirtschaftskraft, Verteidigungsfähigkeit und Sicherheit in Hessen und Deutschland."

Rheinmetall investiert in den kommenden Jahren mehr als 260 Millionen Euro in sein Werk in Kassel und in den Kassel Airport. Das Land unterstützt diese Investitionen seinerseits mit einem zweistelligen Millionenbetrag. Der Defence Hub Nordhessen besteht insgesamt aus drei Schwerpunkten: dem Ausbau des Rheinmetall-Werks in Kassel, dem Aufbau eines Central Logistics & Training Hub am Flughafen und dem Aufbau eines Drohnentestzentrums von Rheinmetall. Durch die Investitionen sollen perspektivisch mehr als 1.000 neue Arbeitsplätze an den Standorten in Kassel und Calden entstehen. Hinzu kommt das schon Anfang August vorgestellte Hessische Drohnenkompetenzzentrum, das das Land Hessen mit weiteren acht Millionen Euro fördert und das von der TU Darmstadt betrieben werden soll.

Klares Bekenntnis zum Airport Kassel-Calden

"Als Land haben wir der Millionen-Investition von Rheinmetall den Weg bereitet: mit zwei Rüstungsgipfeln in der Staatskanzlei, mit unserer innovationsfreundlichen Wirtschaftspolitik und mit einem klaren Bekenntnis zur heimischen Rüstungsindustrie als Motor der Zeitenwende. Ich danke Rheinmetall sehr, dass wir dieses Zukunftsprojekt heute starten und den Innovations- und Verteidigungsstandort Nordhessen damit gemeinsam auf ein neues Level heben", sagte Ministerpräsident Rhein.

Mit dem Defence Hub Nordhessen bekennt sich das Land nach den Worten des Ministerpräsidenten klar zum Kassel Airport. "Kassel-Calden ist und bleibt ein zentraler Baustein der Verkehrsinfrastruktur in Nordhessen", sagte Rhein. Der Flughafen diene der allgemeinen Luftfahrt und sei Gewerbestandort. Darüber hinaus wolle ihn das Land künftig noch stärker als militärische Drehscheibe, für Trainingsflüge der Bundeswehr sowie zur Erforschung und Erprobung neuer Drohnen-Technologien etablieren. "Mit den Investitionen schaffen wir zusätzliche Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Und wir senden in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ein Signal der Zuversicht: Unser Defence Hub wird zum Wachstumsmotor für die starke Region Nordhessen."

Logistik-Zentrum ist zentrales Element der Wachstumsstrategie

Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, sagte am Donnerstag in Nordhessen: "Mit dem Defence Hub Nordhessen schaffen wir hier im Zentrum der Bundesrepublik eine neue Drehscheibe für Logistik- und weitere Unterstützungsleistungen der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Hierzu investieren wir – gefördert durch das Land Hessen – einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Diese Investition verstehen wir als strategische Maßnahme mit Blick auf bedeutende Aufträge im Bereich militärischer Fahrzeuge, die wir künftig aus dem In- und Ausland erwarten dürfen. Ich danke der Hessischen Landesregierung und der Region Kassel-Calden sehr für die Unterstützung und das Vertrauen. Wir Rheinmetaller freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen den Innovations- und Verteidigungsstandort Nordhessen weiter zu stärken."

Gute Arbeit und Wertschöpfung in der Region stärken

Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori, der stellvertretende Ministerpräsident, verwies auf die Bedeutung des Wirtschaftsstandorts Nordhessen für das Land, Deutschland und Europa: "Ein handlungsfähiger Staat muss Sicherheit gewährleisten – und dafür braucht er eine starke, innovative und widerstandsfähige Wirtschaft. Resilienz bedeutet, über verlässliche Strukturen, technologische Kompetenz und eigene Handlungsfähigkeit zu verfügen. Nordhessen bietet dafür beste Voraussetzungen: industrielle Stärke, exzellente Forschung, innovative Unternehmen und hochqualifizierte Beschäftigte. Dieses Potenzial wollen wir gezielt weiterentwickeln. So stärken wir Deutschlands und Europas Handlungsfähigkeit und sichern zugleich gute Arbeit und Wertschöpfung in der Region."

Land investiert in Sicherheit, Innovationen und Arbeitsplätze

Finanzminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz machte die Bedeutung der Investitionen in Nordhessen deutlich: "Rheinmetall investiert in Kassel und am Kassel Airport in unser aller Sicherheit. Diese Sicherheit ist so herausgefordert wie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Deshalb unterstützen wir als Land diese Investitionen gezielt – finanziell, strukturell und strategisch. Wir fördern damit gleichzeitig zukunftsweisende Innovationen, neue Arbeitsplätze und langfristige Wertschöpfung in der Region. Der Airport Kassel in Calden dient dabei mehr und mehr als wichtiger Knotenpunkt für die nordhessische Wirtschaft. Die Unterstützung des Landes für diese enorme private Investition ist daher mit Sicherheit eine gute."

Hintergrund:Der Standort Kassel der Rheinmetall Landsysteme GmbH bildet innerhalb der Division "Vehicle Systems Europe" der Rheinmetall AG das Kompetenzzentrum für die Entwicklung, Fertigung und Instandsetzung hochmoderner taktischer Rad- und Kettenfahrzeuge inklusive einer Vielzahl integrierter Rüstsätze – insbesondere solcher zur mobilen Aufklärung atomarer, biologischer und chemischer Kampf- und Schadstoffe. Derzeit arbeiten hier rund 2.200 Kolleginnen und Kollegen. Nach derzeitiger Planung soll der Standort Kassel – vor dem Hintergrund erwarteter Bestellungen von Fahrzeugen der Boxer-Familie sowie weiterer Fahrzeugtypen – auf rund 3.000 Beschäftigte im Jahr 2029 aufwachsen.

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