SPD-Stadtverband im Gespräch
Wenn das Leben aus der Spur gerät: Bahnhofsmission bietet Hilfe
Foto: SPD
22.08.2026 / FULDA -
Aufgrund der zuletzt veröffentlichten Berichte über das Straßenbild rund um den Fuldaer Bahnhof hat sich der SPD-Stadtverband ein eigenes Bild von der Situation vor Ort und insbesondere von der Arbeit der Bahnhofsmission gemacht. Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Lars Peter Rilke (Diakonie), Janina Wübbelsmann (Caritas) und Annika Ettrich (Leiterin der Bahnhofsmission Fulda) standen die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen der Einrichtung.
Dabei wurde deutlich: Die Bahnhofsmission ist weit mehr als eine Anlaufstelle für Menschen in schwierigen sozialen Situationen. Sie hilft Reisenden beispielsweise beim Umsteigen, unterstützt Menschen in Notlagen und ist Ansprechpartnerin für Menschen, die sich in sozialen Krisen oder schwierigen Lebenslagen befinden. Aber auch wer schlicht und ergreifend einsam ist und jemanden zum Reden braucht, ist in der Bahnhofsmission herzlich willkommen. So gibt es seit November 2025 einmal im Monat ein Frauencafé, welches eine Gesprächsrunde im geschützten Raum bietet.
Die ökumenische Bahnhofsmission Fulda wird gemeinsam vom Caritasverband für die Regionen Fulda und Geisa e.V. und vom Diakonischen Werk Fulda getragen. Auch die Deutsche Bahn trägt zum Erhalt dieses wichtigen Angebots bei, indem sie den rund 100 noch bestehenden Bahnhofsmissionen auf ihrem Gelände unentgeltlich Räume und die notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellt. "In Hessen gibt es derzeit nur noch drei Standorte – Frankfurt, Kassel und Fulda", bedauert Annika Ettrich.
"Durch den Abbau sozialer Infrastruktur werden soziale Notlagen weiter verschärft", so Christine Fischer, Co-Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes. "Bei unserem Besuch ist eines deutlich geworden: Wer über die Situation am Bahnhof spricht, darf nicht nur über das sichtbare Stadtbild sprechen. Hinter vielen Menschen, die dort auffallen, stehen persönliche Geschichten, soziale Notlagen und manchmal schlicht die Tatsache, dass jemand nicht mehr weiß, wohin er sich wenden kann".
Für den SPD-Stadtverband Fulda war der Besuch vor allem eines: eine wichtige Gelegenheit, genauer hinzuschauen. Die Berichterstattung über den Bahnhof dürfe nicht dazu führen, dass Menschen pauschal abgestempelt, ihrer Würde beraubt oder Ängste geschürt werden, betont Fischer. Vielmehr müsse man die unterschiedlichen Ursachen und Lebenssituationen betrachten und diejenigen stärken, die jeden Tag konkrete Hilfe leisten. (pm/ci)+++